Rohstoffe

Silber derzeit stärker gefragt als Gold

Ölpreise trotzen negativen Department of Energy-Schlagzeilen
Die Department of Energy-Daten sind gestern eigentlich schwächer ausgefallen als erwartet. Statt eines erwarteten Rückgangs um 1,9 Mio. Barrel sind die US-Rohölbestände in der letzten Woche um 7,9 Mio. Barrel gestiegen. Damit wurde der hoffnungsvolle Rückgang der letzten Wochen wieder zunichtegemacht, wobei die Vorräte nun auf dem höchsten Stand seit 2017 und 13% über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegen. Auch die Strategischen Ölreserven (SPR) sind um 2,2 Mio. Barrel gestiegen. Diese nahmen in nur einem Monat um knapp 8 Mio. Barrel zu. Doch sind die Rohölbestände in Cushing weiter um 3,4 Mio. Barrel gesunken. Auch ist die Raffinerieverarbeitung zuletzt wieder um 1,9% und damit stärker als erwartet gestiegen. Der Anstieg der gesamten Rohölbestände geht also vor allem auf massive Rohölimporte zurück, die in der letzten Woche um fast 2 Mio. auf 7,2 Mio. Barrel täglich gestiegen sind. Vor allem die Importe aus Saudi-Arabien haben um fast 1 Mio. auf rund 1,6 Mio. Barrel täglich zugenommen, den höchsten Stand seit August 2016. Für Mai hat Saudi-Arabien seine Arab Light-Lieferungen noch mit einem Abschlag von 0,75 USD je Barrel ggü. dem Argus Sour Crude Index (ASCI) angeboten, die für Juni dagegen mit einem Aufschlag von 0,75 USD. Da die Gleichung aus Angebot (Produktion und Importe) und Nachfrage (Raffinerienachfrage und Exporte) nicht ganz aufgeht, musste diese von der EIA erneut berichtigt werden. Der sog. Berichtigungsfaktor war nun mit -1 Mio. Barrel täglich so hoch wie nie zuvor seit dem Beginn der Datenreihe im Jahr 2001. Das bedeutet, dass die EIA die Verfügbarkeit von Öl in den USA deutlich überschätzt hat, also entweder die Nachfrage höher oder das Angebot niedriger ist als berichtet, oder beides. Die US-Ölproduktion dürfte jedenfalls niedriger liegen als die offiziell berichteten 11,4 Mio. Barrel täglich. Die gestrige Ölpreiserholung ist also nachvollziehbar, zumal auch die US-Benzinvorräte laut DOE um 724 Tsd. Barrel zurückgegangen sind. Das API hatte am Vortag noch einen Anstieg berichtet.

Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SR8CX1CallOil Brent FutureHebel: 6,4
SR8LNQPutOil Brent FutureHebel: 8,3
CL956BCallOil WTI Light FutureHebel: 4,9
CL726PPutOil WTI Light FutureHebel: 6,6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Silber derzeit stärker gefragt als Gold
An den Finanzmärkten heißt es heute offenbar zunächst abwarten – und zwar auf die von US-Präsident Trump selbst angekündigte Pressekonferenz zu China (siehe Industriemetalle unten). Laut dem offiziellen Terminkalender des Weißen Hauses ist allerdings noch keine Uhrzeit für die Pressekonferenz festgelegt worden. Neben den asiatischen Aktienmärkten, die weitgehend seitwärts handeln, und den leicht schwächer tendierenden zyklischen Rohstoffen, tritt auch Gold heute Morgen noch auf der Stelle. Eine Feinunze kostet unverändert 1.720 USD. Gold in Euro notiert bei 1.550 EUR je Feinunze. Je nachdem, ob und welche Sanktionen Trump in Reaktion auf das Nationale Sicherheitsgesetz Chinas für Hongkong ankündigt, dürfte im Laufe des Tages Bewegung in die Preise kommen. Die anhaltende Unsicherheit sollte den Goldpreis in jedem Fall unterstützen.

Silber hat zuletzt gegenüber Gold weiter Boden gut gemacht, wie am Gold/Silber-Verhältnis zu erkennen ist, das unter 100 gefallen ist. Dass Silber derzeit stärker gefragt ist als Gold, sieht man auch in den ETF-Zuflüssen. Seit Anfang April, also seit Quartalsbeginn, sind den von Bloomberg erfassten Silber-ETFs 2.479 Tonnen zugeflossen. Dies entspricht einem Anstieg der Bestände um 12,3%, womit Silber in dieser Betrachtungsweise an Gold vorbeigezogen ist. Der Zuwachs der Gold-ETFs beläuft sich im selben Zeitraum auf 10,4%. Seit Jahresbeginn summieren sich die Zuflüsse in die Silber-ETFs inzwischen auf 3.786 Tonnen (+20%), was bald zwei Monaten der weltweiten Silberminenproduktion entspricht. Die Bestände liegen auf einem Rekordhoch von fast 22,7 Tsd. Tonnen. Das ETF-Interesse hat dieses Jahr kräftig angezogen und die schon hohen Zuflüsse des gesamten letzten Jahres mittlerweile deutlich übertroffen. Hiervon hat auch der Silberpreis profitiert, der von seinem Tief Mitte März um fast 50% auf aktuell 17,5 USD je Feinunze gestiegen ist.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
CJ7RL4LongSilver-FutureFaktor: 5
CJ7RLVShortSilver-FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Metallmärkte sitzen zwischen den Stühlen
Gestern ist in China der Nationale Volkskongress zu Ende gegangen. Premierminister Li Keqiang versicherte in einer Pressekonferenz, Chinas Wirtschaft auf einem stabilen Kurs zu halten. Er führte ferner aus, dass die Regierung noch Reserven in ihrer Fiskal-, Geld- und Wirtschaftspolitik hat, um stützend einzugreifen. Das zu Beginn des Kongresses angekündigte Konjunkturpaket im Umfang von 5,5 Bio. CNY (entspricht 5,5% des Bruttoinlandsprodukts) hatte die Erwartungen der Marktteilnehmer enttäuscht. Diese lagen bei bis zu 10 Bio. CNY. Zum Abschluss der Parteizusammenkunft haben die Delegierten das umstrittene Nationale Sicherheitsgesetz für Hongkong verabschiedet. US-Präsident Trump hatte für diesen Fall bereits angekündigt, Sanktionen gegen China zu verhängen. Heute will er eine Pressekonferenz zu China abhalten. Die im Zuge dessen zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China könnten das ohnehin schon fragile Handelsabkommen zwischen beiden Ländern ins Wanken bringen. Dann würde handelspolitisch der Protektionismus wohl wieder die Oberhand gewinnen. Dies sehen wir negativ für die Metalle und als möglichen Grund für einen Preisrücksetzer. Noch scheint unter den Marktteilnehmern aber die Hoffnung auf eine Erholung der Weltwirtschaft zu überwiegen, nachdem in mehr und mehr Ländern die Corona-Maßnahmen gelockert werden. Wir halten diesen Optimismus allerdings für verfrüht, denn die Konjunkturdaten werden erstmal noch deutlich schlechter, bevor sie sich wieder verbessern. Hinzu kommt, dass fast alle Metallmärkte im Angebotsüberschuss sind, was von den Marktteilnehmern aber völlig ignoriert wird.