Rohstoffe

Palladium weiter im Höhenflug

Energie: Der Brentölpreis handelt weiterhin in der Nähe des gestern verzeichneten 3-Monatshochs bei rund 66,5 USD je Barrel. Ein wichtiger Faktor für den jüngsten Preisanstieg war die Einschränkung des Ölangebots durch Saudi-Arabien. Laut Daten der Joint Organisations Data Initiative (JODI) exportierte der größte OPEC-Produzent im Dezember 7,6 Mio. Barrel Rohöl pro Tag. Das waren 6,7% weniger als im Vormonat. Im Januar und Februar dürften die saudi-arabischen Ölausfuhren wegen der seit Jahresbeginn geltenden Produktionskürzungen weiter sinken. Der Datenanbieter Kpler berichtet für die erste Februarhälfte einen Rückgang der seewärtigen Rohölexporte auf 6,2 Mio. Barrel pro Tag. Während Saudi-Arabien die Vorgaben aus dem Kürzungsabkommen sogar übererfüllt, stellt sich die Situation beim Irak anders dar. Dieser steigerte seine Ölexporte im Dezember um 8,8% auf 4,1 Mio. Barrel pro Tag, während die Produktion stagnierte. Offensichtlich wollte man kurz vor Beginn der vereinbarten Produktionskürzungen die Einnahmen maximieren. Da die irakische Ölproduktion im Januar auf einem hohen Niveau blieb, dürften auch die Ölexporte kaum nennenswert gefallen sein. Die über das vereinbarte Niveau hinausgehenden Produktionskürzungen Saudi-Arabiens dienen damit auch dem Zweck, die mangelnde Umsetzung in Ländern wie dem Irak auszugleichen. Ob Saudi-Arabien dazu dauerhaft bereit sein wird, ist allerdings zweifelhaft. Denn gleichzeitig verlieren die Saudis auch Marktanteile an die US-Schieferölproduzenten, wie der neue Drilling Productivity Report der US-Energiebehörde heute Abend zeigen dürfte.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold erreicht heute Morgen mit rund 1.330 USD je Feinunze ein 10-Monatshoch. Das gelbe Edelmetall sollte wegen der zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten auch weiter gut nachgefragt sein. So geht es zum Beispiel in der Brexit-Frage nicht weiter. Da die Zeit verrinnt, wird ein ungeordneter Brexit immer wahrscheinlicher. In der Eurozone werden diese Woche zahlreiche Stimmungsindikatoren veröffentlicht, die zeigen dürften, dass der Optimismus bei den Unternehmen deutlich nachgelassen hat und der Konjunkturmotor ins Stottern gekommen ist. Wenig Unterstützung für die Goldnachfrage gibt es derzeit allerdings noch aus Asien. Wie Daten der Schweizer Zollbehörde zeigen, hat die Schweiz im Januar nur 20,8 Tonnen Gold nach China und Hongkong sowie nur 6,7 Tonnen nach Indien exportiert. Dies war nur ein Bruchteil der Vorjahresmenge. Die Ausfuhren nach Indien waren die niedrigsten seit mindestens fünf Jahren. Offensichtlich haben die gestiegenen lokalen Preise die Nachfrage gebremst. China und Indien sollten dieses Jahr aber wieder mehr Gold nachfragen, da durch die von uns erwartete Abwertung des US-Dollar der Druck auf die lokalen Währungen nachlassen sollte.
Der Palladiumpreis springt weiter nach oben und hat sich heute Morgen schon bis auf wenige Dollar der Marke von 1.500 USD je Feinunze genähert. Preisbelastende Nachrichten werden weiter ignoriert. Es hat den Anschein, als wolle der Preis mit dem Kopf durch die Wand. Die Preisreaktion ist für uns nicht mehr nachvollziehbar. Wann die unseres Erachtens überfällige Korrektur einsetzt, lässt sich allerdings nicht vorhersagen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4
CJ7RMR Long Palladium-Future Faktor: 4
CJ7RMJ Short Palladium-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Nachdem Kupfer gestern in einem feiertagsbedingt dünnen Handel – die US-Märkte waren wegen des President’s Day geschlossen – merklich gestiegen war, gibt es heute Morgen im Einklang mit schwächeren chinesischen Aktienmärkten moderat nach. Auch fast alle anderen Metalle starten mit Minuszeichen in den neuen Tag. Offenbar bestehen Zweifel an den Fortschritten in den Handelsgesprächen. Laut Chinas Präsident Xi Jinping wurden letzte Woche in Peking zwar wichtige Fortschritte erzielt, laut der US-Delegation gibt es aber noch viel zu tun. Ein Durchbruch bei den Gesprächen diese Woche in Washington ist nicht zu erwarten. Laut Medienberichten könnten die USA und China allerdings vor Ablauf der Deadline am 1. März eine Absichtserklärung unterzeichnen.
Der Zinnpreis scheint sich vorerst über der Marke von 21.000 USD je Tonne festgesetzt zu haben. Der Verband der indonesischen Zinnexporteure möchte die Zinnausfuhren des Landes besser steuern und hat die Regierung aufgefordert, Staatsvorräte aufzubauen. Sollte der globale Markt überversorgt oder die Preise niedrig sein, könnte dann Material zurückgehalten werden. Das Handelsministerium will den Vorschlag prüfen. Sollte Indonesien die Zinnexporte zukünftig steuern, dürfte sich der Zinnpreis auf höherem Niveau etablieren. Wegen strengerer regulatorischer Vorschriften wird Indonesien laut Verbandsangaben 2019 ohnehin weniger Zinn exportieren. Die Ausfuhren sollen im Vorjahresvergleich um gut 6% auf 72 Tsd. Tonnen fallen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7H Long Kupfer-Future Faktor: 4
CJ3D7Q Short Kupfer-Future Faktor: -4

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