Währung

Schwarzer Tag in Washington

Unruhen in Washington ohne Konsequenzen für den Devisenmarkt

Es war zu befürchten, dass sich die Zertifizierung der Wahlergebnisse des Electoral Colleges – eigentlich eine reine Formalie – hinziehen würde. Dass gewaltsame Proteste und eine notwendige Evakuierung des Kapitols in Washington den Prozess um Stunden verzögerten und zur Veröffentlichung der TagesInfo im US-Repräsentantenhaus erst der Einspruch gegen die Stimmen aus Pennsylvania debatiert wird, hat so wohl niemand erwartet.

Wären die Bilder und Schlagzeilen der Stürmung eines Parlamentsgebäudes aus irgendeinem anderen Land gekommen, hätten die Märkte wohl mit einem deutlichen Abverkauf der entsprechenden Vermögenswerte reagiert. So war die Reaktion des Devisenmarktes verhalten bis nicht-existent. Vielleicht waren Händler mit den außergewöhnlichen Meldungen aus den USA einfach überfordert. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich der Devisenmarkt inzwischen an ein gewisses Drama aus Washington gewöhnt hat und die Unruhen in dieser Form vielleicht nicht zu erwarten waren, angesichts der Stimmungsmache im Anschluss an die Präsidentschaftswahl am 3. November jedoch nicht unbedingt überraschten. Entsprechend werden die chaotischen Zustände in Washinton vom Devisenmarkt zwar als schockierend angesehen, aber letzendlich als nichts weiter als eine vorübergehende Ablenkung gewertet.

Was den Händlern bleibt ist dementsprechend die Positionierung für einen zukünftigen US-Präsidenten Joe Biden, der sich nicht nur auf eine Mehrheit im Repräsentantenhaus sondern auch auf eine im Senat stützen kann. Denn während Sicherheitskräfte in Washington damit beschäftigt waren, die Ordnung wiederherzustellen, ging in Georgia auch der Senatssitz in der zweiten Stichwahl an den demokratischen Kandidaten. Im neuen Senat stehen also 50 Demokraten 50 Republikanern gegenüber, was der zukünftigen Vize-Präsidentin Kamala Harris die entscheidende Stimme gibt. Damit ist der Weg für weitere Stimulusausgaben frei, auch wenn die Mehrheit zu knapp ist als dass kontroverse Politiikprojekte durchgedrückt werden könnten. Die grundsätzlich jedoch expansivere Fiskalpolitik dürfte nicht nur die wirtschaftliche Erholung unterstützen, sondern auch die Inflation anschieben, was erst einmal für weitere USD-Schwäche spricht.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die US-Notenbank Fed auf die höhere Inflation nicht mit einer Straffung ihrer Geldpolitik reagiert. Genau das signalisiert sie mit ihrem Versprechen, die realisierte Inflation eine Zeit lang über ihrem Inflationsziel von 2% laufen zu lassen, bevor sie Zinserhöhungen in Erwägung zieht. Dass von Seiten der Geldpolitik daher vorerst keine Impulse für den Dollar zu erwarten sind, haben auch die gestern veröffentlichten Minutes zur Dezember-Sitzung der Fed noch einmal unterstrichen. Die Fed hatte – wohl absichtlich wage – in ihrem Dezember-Statement verlauten lassen, dass die aktuellen QE-Käufe beibehalten würden, bis weitere wesentliche Fortschritte zur maximalen Beschäftigung und Preisstabilität erzielt worden seien. Laut den Minutes betonten mehrere Notenbanker, dass eine bevorstehende Anpassung frühzeitig signalisiert werden müsse. Solange das nicht der Fall ist, bleibt die Geldpolitik auf dem Abstellgleis und politische bzw. realwirtschaftliche Erwägungen der Hauptimpulsgeber am Devisenmarkt.

Das ließ sich ganz exemplarisch an den enttäuschenden ADP-Beschäftigungsdaten gestern ablesen. Der überraschende Rückgang der Beschäftigung ließ den US Dollar heftig aufwerten, was sich nur mit der Sorge vor einer langsameren Erholung und dementsprechend der Erwartung einer niedrigeren Inflation erklären lässt. Derart heftige Reaktionen dürften nicht die Regel sein, doch die Bedeutung der Inflationserwartungen für den USD-Wechselkurs wird zunehmend deutlich.

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Starker Aussie droht RBA auf den Plan zu rufen

Der australische Dollar hat 2020 stark beendet und 2021 stark begonnen. Langsam aber sicher bewegt sich AUD-USD in Richtung des 2018er Hochs bei 0,80. Dabei ist es keineswegs nur USD-Schwäche die den Wechselkurs nach oben drückt. Gestützt von niedrigen Corona-Infektionszahlen und anziehenden Rohstoffpreisen legt der Aussie auch handelsgewichtet ordentlich zu und droht damit schon bald die australische Zentralbank (Reserve Bank of Austalia, RBA) auf den Plan zu rufen. Denn die hat den Aussie schon länger genau im Blick, befürchtet sie doch, dass eine zu starke Aufwertung die wirtschaftliche Erholung und Inflationsentwicklung dämpfen könnte.

Dabei hält die RBA eine lockere Geldpolitik weiterhin für angemessen, auch wenn die Corona-Pandemie derzeit unter Kontrolle ist. Erst im November hatte sie noch einmal ihre Geldpolitik weiter gelockert und ihren Leitzins auf 0,1% gesenkt und dies nicht zuletzt auch damit begründet, dass die Zinssenkung zu einem niedrigeren Wechselkurs beitrage. Die RBA betont ganz deutlich, dass sie erst deutliche Verbesserungen, insbesondere am Arbeitsmarkt sehen möchte, bevor sie eine Abkehr von ihrer expansiven Geldpolitik in Erwägung zieht. Auf absehbare Zeit ist das nicht zu erwarten, wie sie auch mithilfe ihrer Zinskurvenkontrolle signalisiert, bei der sie die Rendite 3-jähriger Staatsanleihen auf dem gleichen Niveau wie ihren Leitzins hält. Die RBA wird daher zum jetzigen Zeitpunkt kaum erlauben, dass ein starker Aussie ihre unterstützende Geldpolitik untergräbt. Spätestens bei ihrer nächsten Sitzung Anfang Februar dürfte sich die RBA daher zum Aussie äußern, sollte der Kurs bis dahin nicht deutlich korrigieren. Entsprechend ist das Aufwärtspotenzial in AUD-USD in unseren Augen begrenzt.

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