Währung

Schwarzer Tag für Rohstoffwährungen, aber kein “risk off”

Schwarzer Tag für Rohstoffwährungen, aber kein “risk off”

Gestern war ein schwarzer Tag an den Aktienbörsen. Im Vergleich dazu verhielt es sich an den Devisenmärkten geradezu gesittet. Hier waren es in erster Linie die Rohstoffwährungen, die ordentlich einen auf den Deckel bekamen, allen voran der russische Rubel. Aber auch die norwegische Krone erlitt den größten Verlust an einem Tag seit zwei Dekaden. Ansonsten gab es keine Anzeichen eines allgemeinen “Risikoausverkaufs”, wie man es an anderen Märkten beobachten konnte. Einige Emerging Market Währungen konnten sogar gegenüber dem US-Dollar aufwerten.

Und tatsächlich erscheint der Konflikt unter den OPEC+-Ländern ein merkwürdiger Auslöser für “risk off”, wird der Ölpreis doch von der Angebotsseite runtergetrieben, was sich zumindest auf die Ölimportierenden Volkswirtschaften positiv auswirken sollte. An der Reaktion zeigten sich dann aber doch tieferliegende Sorgen des Marktes, und zwar in erster Linie in Bezug auf die Konjunktur. Ein Zeichen dafür war die gestrige Entwicklung der langfristigen Inflationserwartungen, die im Euroraum, aber insbesondere in den USA mit dem Ölpreis kollabierten. Das bevorzugte Maß, auf das man blickt, sind die Erwartungen für die Inflation in 5 Jahren für die nächsten 5 Jahre, also die Inflationsentwicklung zwischen 2025 und 2030. In der Regel würde man erwarten, dass diese von einem einmaligen Ölpreiseinbruch heute nicht beeinflusst würden. Das ist aber offensichtlich nicht der Fall, was darauf hindeutet, dass der Markt mit einem dauerhaften Dämpfer der Konjunktur und damit der Inflation rechnet. Und das dürfte kaum mit der Entscheidung Saudi-Arabiens, den Ölpreis runterzutreiben, zu tun haben.

Darüber hinaus befürchte ich, dass es noch nicht vorbei ist mit den Konjunktursorgen. Noch wissen wir schließlich nicht, wie stark die Volkswirtschaften durch den Coronavirus getroffen wurden. Dies dürften wir erst in den nächsten Wochen erfahren, wenn langsam die Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden. Dabei dürften vor allem die Zahlen aus China von Interesse sein, das als erstes Land mit dem Virus zu kämpfen hatte. Die Anspannung an den Märkten wird daher anhalten und ich würde auch nicht ausschließen, dass auch die Devisenmärkte demnächst noch einmal von einer richtigen “risk off”-Welle getroffen werden.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CU54YP Short EUR/USD Faktor: -10
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Norges Bank unter Druck

Bis Ende letzter Woche waren wir noch zuversichtlich, dass die Norges Bank aufgrund einer soliden Wirtschaftslage von einer Zinssenkung absehen könnte. Aber diese Einschätzung ist aufgrund des Ölpreiseinbruchs hinfällig. Zwar ist die Binnenwirtschaft stark, doch die Kombination aus Verunsicherung aufgrund des Coronavirus und nun deutlich niedrigeren Öleinnahmen dürfte das Fass für die Notenbanker zum Überlaufen gebracht haben. Darüber hinaus würde eine Zinssenkung der Norges Bank in das globale Muster reinpassen, in dem die Notenbanken, die noch Zinssenkungsspielraum haben, diesen auch nutzen. Die NOK-Schwäche erscheint insofern gerechtfertigt. Und es ist zweifellos noch nicht gesagt, dass die Jahreshochs in EUR-NOK bereits erreicht wurden. Schließlich ist das Risiko groß, dass sich die Ölpreiskorrektur kurzfristig angesichts einer Corona-bedingten schwachen Nachfrage und der genauen Ausgestaltung des Konflikts zwischen den OPEC+-Mitgliedern fortsetzt. Zumindest das russische Finanzministerium sprach gestern bereits von einem Ölpreis von 25-30$, den die russische Wirtschaft über einen Zeitraum von 6-10 Jahren wohl verkraften könnte.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XMJ Long EUR/NOK Faktor: 10
CU54ZJ Short EUR/NOK Faktor: -10
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CNY: Die „Virusschäden“

USD-CNY war heute Morgen trotz der massiven Verluste der Aktienmärkte über Nacht weitestgehend stabil. Der Markt hat seinen Fokus inzwischen vom Virus auf die wirtschaftlichen Entwicklungen in China verlagert, zumal die Zahl der Covid-19-Neuerkrankungen im Land drastisch zurückging. So meldete China landesweit 19 Fälle, davon 17 in Wuhan und zwei „importierte“ Fälle. Auch wenn noch keine Rede davon sein kann, dass China die Epidemie überstanden hat, haben die Behörden inzwischen etwas Luft, um die „Virusschäden“ zu beseitigen. Zweifellos verfolgt der Markt aufmerksam die Rückkehr des Landes zur Normalität, die sich allmählich wieder einstellt. Beispielsweise waren in den Großstädten in den letzten Wochen wieder mehr und mehr Kraftfahrzeuge unterwegs. Indes sind die hohen Nahrungsmittelpreise ein weiteres aktuelles Sorgenkind. Da Wirtschaft und Logistik des Landes praktisch stillstanden, sanken die Nahrungsmittelpreise nach den chinesischen Neujahrsferien nicht so wie üblich. Die heutigen Inflationszahlen verdeutlichen dieses Phänomen: So blieb die Verbraucherpreisinflation im Februar bei 5,2% (ggü. Vorjahr) hoch. Die Erzeugerpreisinflation dagegen bleibt im negativen Bereich und signalisiert eine schwache Nachfrage der Industrie. Dementsprechend muss China schnellstmöglich zur wirtschaftlichen Normalität zurückkehren, um die virusgeschwächte Wirtschaft wieder neu auszurichten.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU91AP Call USD/CNH Hebel: 6,0
CU9BQK Put USD/CNH Hebel: 6,0
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