Währung

Schwächt Trump den Dollar letztlich doch?

USD: Eigentlich wäre nach der Aufregung in den letzten Tagen erst einmal Durchschnaufen am Devisenmarkt angesagt. Aber der US-Präsident wird nicht müde, die Fed zu kritisieren, und das auch noch in einem gefühlt immer schärferen Ton. Plötzlich ist nach den Zinssenkungen in Neuseeland, Thailand und Indien nicht mehr China das Problem für Trump („our problem is not China“), sondern die eigene Notenbank, die sich standhaft weigert, seinen Ratschlägen zu folgen. Sie solle die Zinsen schneller und stärker senken, twittert der Präsident, das Ganze gewürzt mit mehr oder weniger direkten Vorwürfen der Inkompetenz der Fed.

Wir alle kennen allmählich die Wutausbrüche und verbalen Entgleisungen des US-Präsidenten, auch gegenüber der Fed. Aber je öfter und stärker sie kommen, desto mehr wirken sie offensichtlich auf den US-Dollar, der gestern in einer Initialreaktion erst einmal an Boden verlor. Dabei ist letztlich nicht wirklich relevant, ob Trump den Fed-Chairman Jerome Powell wirklich absetzen kann oder nicht. Allein die Tatsache, dass der präsidiale Druck immer größer wird, lässt den Markt fürchten, dass es vielleicht doch irgendwann dazu kommen könnte. Schließlich mussten wir schon in den letzten Tagen erfahren, dass sich die Ansichten in der US-Administration schnell um 180 Grad drehen können: Noch im Mai stellte das US-Finanzministerium in seinem offiziellen Bericht fest, dass China von den drei Kriterien, die bestimmen, ob ein Land als Währungsmanipulator bezeichnet wird, nur eines erfüllt – das des Handelsbilanzüberschusses. Das hinderte die US-Administration aber nicht daran, China wenige Wochen später jetzt doch zum Währungsmanipulator zu erklären, obwohl sich an den Kriterien und deren Erfüllung bzw. Nichterfüllung nichts geändert hat.

Das Zynische an dieser ganzen Konstellation ist: Die Risiken, die sich aus dem von Trump angezettelten globalen Handelskonflikt ergeben, sorgen dafür, dass Zentralbanken weltweit expansiver werden. Auch die Fed. Denn je härter sich Trump im Kampf mit China zeigt, desto stärker steigen die Risiken für die US Wirtschaft und desto eher und schneller wird die Fed die Zinsen senken. Und sich damit natürlich auch immer wieder dem Vorwurf des US-Präsidenten aussetzen müssen, dass er ja sowieso Recht hatte und sie schon länger auf ihn hätte hören sollen. Obwohl letztlich er selbst, indem er die florierende US Wirtschaft gefährdet, der Auslöser einer Welle an expansiverer Geldpolitik ist. Und damit irgendwann in letzter Konsequenz auch den Dollar schwächt. Eine klassische Tragödie inklusive Hybris.

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