Währung

Schon wieder beenden Inflationsdaten eine USD-Rallye

USD: Schon wieder beenden Inflationsdaten eine USD-Rallye

Ein wenig tun die USD-Bullen einem schon leid. Kaum ging’s gestern mit EUR-USD in Richtung 1,1100, machte ihnen wieder eine US-Datenveröffentlichung einen Strich durch die Rechnung. Diesmal waren’s die Konsumentenpreise im Dezember. Freitag waren’s noch die Löhne gewesen. Beide weisen in dieselbe Richtung: dass es nix wird mit “Normalisierung”, dass mehr als ein Jahrzehnt ultra-expansive Geldpolitik nicht annähernd so inflationär wirkt, wie es sein müsste. Und deshalb wohl zum Dauerzustand gerät. Die USA als Hort der Glückseligkeit, in dem wenigstens im Makroökonomischen die “guten alten” Gewohnheiten (wieder) gelten: zumindest das können sich die USD-Bullen abschreiben.

Das heißt freilich nicht, dass der Dollar jetzt abschmiert. Doch geht den USD-Bullen gerade ein weiteres Argument flöten: der US-chinesische Handelskonflikt. Gerade wo seine Wirkung in der US-Handelsbilanz sichtbar wird, einigen sich beide Seiten (siehe unten). Das heißt nicht, dass das US-Handelsbilanzdefizit ab sofort wieder ansteigt. Schließlich bleibt’s bis zur US-Präsidentschaftswahl bei den US-Importzöllen. Doch heißt das, dass die Konsens-Sicht einer langfristigen Eskalation dieses Handelskonflikts graduell weniger überzeugend erscheint. Zumindest erfährt der Dollar von dieser Seite derzeit keine Unterstützung.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CU54YP Short EUR/USD Faktor: -10
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

CHF: Die SNB steht (wieder mal) ziemlich nackt da

Asche auf mein Haupt. Gestern Morgen habe ich es noch nicht ernst nehmen wollen: die Meldung, dass die USA die Schweiz erneut auf die “Watchlist” derjenigen Länder gesetzt haben, die zumindest verdächtigt werden, “Währungsmanipulation” zu betreiben. Kein großes Ding eigentlich. Deutschland, Italien, Irland und Japan sind auch auf der Liste gelandet. Andere auch. In der Schweiz war es lediglich eine Meldung für die Fachpresse. Und die Sonne ist gestern Morgen wie üblich über Zürich aufgegangen, berichtet man.

Der Devisenmarkt sah das freilich anders. Und beim zweiten Nachdenken muss ich zugeben: nicht ohne Grund. Wer weiß schon, welches Land der US-präsidiale Furor als nächstes treffen wird – jetzt, da China erstmal aus der Schusslinie zu sein scheint. So ganz hemmungslos intervenieren kann die SNB wohl nicht mehr. Da aber andererseits – trotz gegenteiliger Beteuerungen der SNB – an der Zinsschraube zumindest im ökonomisch relevanten Bereich kaum noch gedreht werden kann, heißt das: Die SNB steht ziemlich nackt da. Ihre geldpolitischen Instrumente sind ausgeschöpft oder bergen zumindest bei weiterem Einsatz erhebliche Risiken. Und das wiederum öffnet Tür und Tor für alle spekulativen Marktteilnehmer, die es mit den eidgenössischen Zentralbankern aufnehmen wollen.

Wie sehr die Schweizer Währungshüter vor Trump zittern, ist schwer zu beurteilen. Das SNB-Statement gestern war dafür wenig informativ. Das Motiv der Währungsmanipulationen ist diskutierbar. Aber dass die SNB die CHF-Wechselkurse beeinflusst (und sich sogar regelmäßig mit dieser Fähigkeit brüstet) ist unbestreitbar. Und Motive sind kaum belegbar. Nur eines ist ebenfalls klar: Eine Adjustierung der Fiskalpolitik der Schweiz, wie sie das US-Finanzministerium einfordert, wird hoffentlich nicht passieren. Schon jetzt mischt sich der US-Präsident darein ein, woher Deutschland sein Erdgas bezieht. Schon jetzt hält sich alle Welt im vorauseilenden Gehorsam an alle möglichen sinnvollen wie unsinnigen US-Sanktionen, um nur ja nicht selbst in den Bannstrahl der US-Sanktionierer zu geraten. Wenn die Fiskalpolitik der Schweiz auch noch nach der Pfeife der US-Administration tanzen muss und nicht letztendlich dem Schweizer Wahlvolk überlassen bleibt, dann gute Nacht. Dann ist’s nichts mehr mit “frei sein, wie die Väter waren“. So etwas wäre vielleicht (wirklich nur vielleicht!) sinnvoll und gerechtfertigt in einem internationalen makroökonomischen Abstimmungsprozess auf Augenhöhe und zum Vorteil aller. Aber sicher nicht per Straflisten des US-Finanzministers.

So bleibt es seltsam, wie sehr die voraussehbare US-Entscheidung ein Weckruf für den Devisenmarkt war. Aber vielleicht war diese Erkenntnis überfällig.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XL0 Long EUR/CHF Faktor: 5
CU54YZ Short EUR/CHF Faktor: -5
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Auf den Deal, fertig, los!

Am heutigen Tag wird der mit Spannung erwartete Phase-1-Deal zwischen China und den USA unterzeichnet. Nach der Marathonsitzung verständigten sich beide Seiten darauf, sich fürs Erste mit dem Spatz in der Hand zu begnügen und die Taube auf dem Dach später in Angriff zu nehmen. Die Handelsschlagzeilen vollzogen heute Morgen eine weitere Kehrtwende, als Medien berichteten, dass die bestehenden Zölle nach den US-Präsidentschaftswahlen noch eine Weile Bestand haben dürften. Am vereinbarten halbierten Zollsatz für chinesische Waren im Wert von 120 Mrd. $ (erstmals erhoben im September 2019 und später von 15% auf 7,5% gesenkt) soll aber nicht gerüttelt werden. US-Finanzminister Steven Mnuchin erklärte, die Zölle hingen nicht mit den Wahlen zusammen, sondern seien eher mit Blick auf das Phase-2-Abkommen relevant. „Die Zölle werden so lange in Kraft bleiben, bis eine etwaige Phase 2 beginnt. Wenn der Präsident eine Phase 2 schnell herbeiführt, wird er die Aufhebung der Zölle in diesem Rahmen in Betracht ziehen“, machte Mnuchin deutlich. „Falls nicht, wird es keine Zollerleichterungen geben. Mit den Wahlen oder etwas anderem hat das nichts zu tun. Es gibt keine geheimen Absprachen.“ Derartige Töne erinnern an die alte Leier, denn schließlich verkörpern sie die Taktik, China durch weiteren Druck gefügiger zu machen. Bleibt zu hoffen, dass heute nach Unterzeichnung des Phase-1-Deals weitere Einzelheiten durchsickern.

Am Devisenmarkt machte sich in den letzten 24 Stunden ein Stück weit die übliche Volatilität breit. „Sell-the-facts“-Aktivitäten trieben USD-CNY nach oben. Gleichzeitig kam es zu einigen US-Dollar-Verkäufen, zumal bei diesen Transaktionen darauf spekuliert wird, dass China beim Zankapfel Währung weitere Zugeständnisse machen könnte. Da in rund zehn Tagen die Ferien zum chinesischen Neujahr beginnen, dürfte USD-CNY etwas konsolidieren, wenn der Phase-1-Deal unter Dach und Fach ist.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU9PUB Call EUR/CNH Hebel: 5,3
CU8H2V Put EUR/CNH Hebel: 4,0
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