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Schlechte Stimmung an den Märkten: So reagieren Euro, Dollar, Pfund und Franken

Schlechte Stimmung an den Märkten

Aktienmärkte im Minus, EM-Währungen unter Druck: Die Stimmung an den Finanzmärkten gestern war ziemlich angeschlagen. Als ein Grund für die schlechte Stimmung wird die morgige Fed-Sitzung genannt. Weil es Befürchtungen gibt, dass sich die Fed falkenhafter präsentieren könnte.

Diese Befürchtungen gibt es allerdings schon eine Weile am Markt. Insofern überzeugt dieses Argument irgendwie nicht so richtig. Die geopolitischen Risiken im Zusammenhang mit dem Russland-Konflikt könnten schon eher zu dem Ausverkauf an den Märkten beigetragen haben.

Letztlich könnte es eine Kombination aus diesen Faktoren gewesen sein. Der Markt war teilweise schon weit gelaufen, wie man so schön sagt, und die Sorge vor der Fed und der Russland-Konflikt waren dann in Summe wohl doch zu viel an Unsicherheit.

Bei der Fed haben wir an dieser Stelle schon beschrieben, dass es wohl kaum noch möglich ist, die Märkte auf der restriktiven Seite zu überraschen, da schon viel eingepreist ist. Wahrscheinlich dürfte die Nervosität an den Märkten bis zur morgigen Sitzung bleiben, wirklich neue Erkenntnisse erwarten wir aber nicht.

Der Russland-Konflikt ist schwer vorhersehbar. Oft belasten geopolitische Risiken die globalen Finanzmärkte allerdings nur vorübergehend. Und so hat sich die Stimmung über Nacht wieder aufgehellt. Ob das so bleibt, muss aber natürlich abgewartet werden.

EUR-USD zeigte sich wenig beeindruckt von dem, was gestern an den Märkten los war. Ob die Fed-Sitzung mehr Bewegung in EUR-USD bringen kann, ist fraglich. Denn wie gesagt, es ist schon viel eingepreist und die Fed müsste schon deutlich überraschen, was wir aber für nicht so wahrscheinlich halten.

Bert Brecht, die Fed und die EZB

Gestern habe ich an dieser Stelle die türkische Zentralbank mit der EZB verglichen. Um ehrlich zu sein war der Artikel eher als Lehrstück à la Bert Brecht gedacht denn als ernsthafte Frage. Die Lehre sollte sein: Es kommt nicht auf den aktuellen Realzins an, sondern auf die Aussicht auf künftige Realzinsen.

Ich will zwei Anwendungen diese Lehre erwähnen:

(1) Sie erklärt, warum jüngst der US-Dollar nicht mehr signifikant davon profitieren konnte, dass die Erwartung des Fed-Liftoff (der ersten Fed-Zinserhöhung) von Juni auf März verschoben wurde.

Für die Fed-Entscheidung morgen mag man daraus schließen, dass die Andeutung einer März-Zinserhöhung an sich nicht viel an den USD-Wechselkursen verändern wird zumindest nicht nachhaltig. Was dem Dollar helfen würde, wäre ein Statement und / oder eine Pressekonferenz, aus denen hervorgeht, dass die US-Notenbanker nachhaltig höhere Realzinsen beabsichtigen, als vom Markt erwartet werden.

(2) Es kommt für die EUR-Wechselkurse nicht darauf an, ob die EZB etwas früher als derzeit erwartet ihren Liftoff durchführt oder etwas später. Auch für den Euro wird’s dann eher darauf ankommen, ob der Markt diesen Schritt als qualitative, nachhaltige Wende der EZB-Geldpolitik interpretieren wird oder ob er darin eine zu späte und zu schwache Maßnahme sieht, die die Aussichten auf künftige EUR-Realzinsen allenfalls marginal verbessert.

Ich glaube, der Markt wird die erstere Interpretation wählen. Damit will ich nicht sagen, dass das inhaltlich gerechtfertigt ist. Ich glaube halt nur, dass ein EZB-Zinserhöhungszyklus beeindruckend wirkt selbst wenn er zu spät, zu flach oder zu wenig ausgeprägt erfolgen sollte.

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Pfund-Schwäche übertrieben?

Das Pfund musste gestern nochmals ordentlich Federn lassen. Wir hatten darauf hingewiesen, dass die Erwartungen für Zinserhöhungen der Bank of England schon recht weit gelaufen sind und dass dies Enttäuschungspotenzial birgt. Und da kann auch ein kleiner Auslöser für eine solche Korrekturbewegung bereits ausreichend sein.

Denn auch wenn die Einkaufsmanagerindizes gestern etwas unter den Erwartungen lagen, so waren die Abweichungen vom Bloomberg-Konsens eigentlich nicht so groß. Und das grundsätzliche Bild bleibt intakt: Die Omikron-Welle hat manche Bereiche der Wirtschaft belastet, insgesamt dürfte die Wirtschaft aber nicht so stark darunter gelitten haben und die Konjunkturerholung dürfte sich in den nächsten Monaten fortsetzen.

In Kombination mit einem allgemein angeschlagenen Umfeld an den Finanzmärkten reichte diese kleine Enttäuschung aber schon aus, um das Pfund zu schwächen.

Die gestrige Bewegung scheint übertrieben und gerade zum EUR sehen wir nicht mehr viel Abwärtsspielraum für das Pfund. Denn während die BoE nächste Woche ihren Leitzins ein weiteres Mal anheben dürfte, dürfte die EZB erstmal weiterhin trotz hoher Inflationsraten an ihrem expansiven Kurs festhalten. Dies rechtfertigt unserer Ansicht nach vorerst keine höheren Niveaus in EUR-GBP.

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Wie tolerant ist die SNB?

Der Konflikt mit Russland spitzt sich weiter zu, und der Schweizer Franken wird wieder stärker als sichere Hafenwährung nachgefragt. Viele stellen sich daher erneut die Frage, was die Schweizerische Nationalbank (SNB) tun wird. Bis zuletzt hat sie gesagt, dass der Franken hoch bewertet ist und dass sie bei Bedarf am Devisenmarkt intervenieren wird.

Die letzten Monate suggerieren aber, dass die SNB im Hinblick auf Franken-Stärke wohl toleranter geworden ist. Kein Wunder, denn die Inflationsrate, welche vor zwei Jahren noch tiefrot im Minus lag, ist im letzten Jahr in den positiven Bereich zurückgekehrt und lag zuletzt bei 1,5%. Während die schnell steigenden Preise viele Notenbanken zum Handeln zwingen, befindet sich die SNB ja eigentlich in einer recht komfortablen Situation, denn die Inflation liegt im Zielbereich von 0-2%. Ein stärkerer Franken hilft, den Inflationsdruck abzumildern.

Alles gut also? Im Dezember sagte SNB-Präsident Thomas Jordan, dass ein zu starker Franken die Gefahr erneut negativer Inflationsraten birgt. Und, dass er die höhere Inflation als vorübergehend ansieht. Im Jahresverlauf dürfte die Inflationsrate niedriger sein. Vor diesem Hintergrund ist wohl auch die Sorge über mögliche negative Inflationsraten durch einen stärkeren Franken zu sehen.

Ob die hohe Inflation allerdings tatsächlich nur vorübergehend ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Einige Notenbanken haben bereits eine Kehrtwende vollzogen und sehen die hohe Inflation nicht mehr nur als vorübergehend an. Möglicherweise findet auch bei der SNB ein Umdenken statt und sie bleibt noch eine Weile länger tolerant gegenüber einem stärkeren Franken. Sicher kann man sich diesbezüglich aber leider nicht sein.

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