Währung

May bleibt im Amt, der Devisenmarkt wartet ab

GBP: Theresa May hat es geschafft. Mit 325 zu 306 Stimmen sprach ihr das Parlament gestern Abend nach heftigen Debatten das Vertrauen aus. Ein Problem weniger, denn allein aufgrund der Zeit, die sie in Anspruch nehmen, hätten Neuwahlen die Wahrscheinlichkeit eines No Deal Brexit erhöht. Aufgrund dessen hat auch das Pfund nicht auf das Ergebnis reagiert. May versprach im Anschluss an die Abstimmung, gleich abends noch mit den Parteichefs zu sprechen, was sie mit den Sozialdemokraten sowie der Schottischen und Waliser Partei auch umsetzte. Labour Chef Corbyn lehnt Gespräche mit May hingegen ab, solange sie einen harten Brexit nicht ausschließt. Jetzt geht es darum, bis Montag Plan B auszuarbeiten und darauf hinzuarbeiten, dass das Parlament diesem dann zustimmt, um einen Austritt ohne Abkommen zu verhindern. Das bedeutet dunkle Ringe unter roten Augen für May und ihr Kabinett, die die Stunden bis Montag früh nutzen müssen, um etwas für die Mehrheit Akzeptables vorlegen zu können, und zwar auch für die eigenen konservativen Reihen. Zumindest bis zum Wochenschluss dürften wir im Pfund Ruhe haben, schließlich sind die Chancen auf einen weichen Brexit wieder etwas gestiegen. Zeit zum Durchschnaufen, bevor es in die nächste Runde geht. Bleiben Sie dran.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV0V44 Long EUR/GBP Faktor: 5
CV0V49 Short EUR/GBP Faktor: -5

NOK: Steigt die Wahrscheinlichkeit für einen ungeordneten Brexit, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Norges Bank ihren für März geplanten Zinsschritt verschiebt – gute Wirtschaftslage und positiver Inflationstrend hin oder her. Denn sie sieht in einem ungeordneten Brexit erhebliche Risiken für ihre Prognosen. Sie wird nächste Woche anlässlich ihrer Zinssitzung ihre Sichtweise zwar erst einmal nicht ändern, aber im Statement vermutlich auf die gestiegenen Risiken hinweisen – auch wenn die Regierung Mays dank der gestrigen Abstimmung jetzt die Chance hat, einen Plan B vorzulegen, so dass doch noch ein „weicher Brexit“ möglich ist. Mit dem Verweis auf die Risiken hat die Norges Bank auf der Sitzung am 22. März, also eine Woche vor dem Austrittsdatum des UK aus der EU, dann alle Optionen offen, schließlich ist das „Verunfallungsrisiko“ beim Brexit noch nicht vom Tisch. Investoren sollten deshalb nicht aus den Augen verlieren, dass die Geschehnisse im UK auch Auswirkungen auf den Zinspfad der Norges Bank und die NOK haben können.

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CE9MCR Long EUR/NOK Faktor: 5
CE9MCS Short EUR/NOK Faktor: -5

SEK: Was die Inflation anbelangt, kann die Riksbank entspannt sein. Denn sie bleibt, wie die Dezember-Zahlen zum Wochenanfang zeigten, unerschütterlich am Inflationsziel von 2%. Auch der Trend hat sich wieder bei 2% stabilisiert. Das spricht dafür, dass die Riksbank an ihrem – zugegebenermaßen sehr langsamen Zinserhöhungszyklus – festhalten wird. Vor Herbst wird sie aber kaum erneut aktiv werden. Sollte sich in der Zwischenzeit der wirtschaftliche Ausblick eintrüben, wird sie sogar länger pausieren. Da bei trüben Wirtschaftsaussichten aber auch die EZB wohl noch länger zögern würde, den Leitzins anzuheben, spricht die Tatsache, dass die Riksbank im Normalisierungsprozess vor der EZB liegt, so oder so für einen moderaten Aufwärtstrend der Krone. Ein Risikoszenario ist dabei jedoch ein Anspringen der Risikoaversion aufgrund eines ungeordneten Brexit, die die Krone belasten würde. Solange dies aber nicht absehbar ist, dürfte die Krone ihren Zinsvorteil gegenüber dem Euro nach und nach ausspielen, insbesondere im Fall guter Konjunkturdaten.
Als Randnotiz sei noch angemerkt: Es ist geschafft! Dem alten und voraussichtlich neuen Ministerpräsident Stefan Löfven wird es vier Monate nach der Wahl bei der Parlamentsabstimmung morgen endlich gelingen, eine rot-grüne Minderheitsregierung zu bilden. Da Minderheitsregierungen oder auch prekäre Mehrheiten in Schweden aber seit langem an der Tagesordnung sind, hat Politik nur in großen Ausnahmefällen Einfluss auf die Krone. Diesmal trotz der langen Hängepartie nicht.

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CV0V4C Long EUR/SEK Faktor: 5
CV0V4F Short EUR/SEK Faktor: -5

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