Rohstoffe

Rohstoffpreise von Biden-Plan unbeeindruckt

Energie: Wird die OPEC-Disziplin unter finanziellen Engpässen leiden?

Der Brentölpreis konnte seinen Anstieg in Richtung 60 USD gestern nicht fortsetzen und notiert heute Morgen mit 55,5 USD je Barrel rund 2 USD unter seinem 10-Monatshoch von Mittwoch. Zwar dürfte das gestern durch Biden veröffentlichte Konjunkturmaßnahmenpaket von 1,9 Bio. USD das Vertrauen der Märkte in die US-Konjunktur und die Hoffnung auf eine höhere Ölnachfrage stärken. Doch zugleich sorgen Hiobsbotschaften von der Coronavirus-Front – z.B. verschärfte Mobilitätseinschränkungen oder die mittlerweile weltweit 2 Mio. gemeldeten Toten – für Unsicherheit. Die OPEC hat in ihrem Monatsbericht die Nachfrageschätzung für das 1. Quartal 2021 überraschend angehoben. Der Bedarf an OPEC-Öl steigt daraufhin ebenfalls, so dass der Ölmarkt im laufenden Quartal ein Defizit von ca. 1,5 Mio. Barrel pro Tag aufweisen dürfte und einen höheren Ölpreis rechtfertigt (siehe auch unseren 1-Seiter in der aktuellen Ausgabe der “Woche im Fokus”). Die fiskalische und finanzielle Situation der meisten OPEC-Länder ist aktuell sehr ernst. Laut EIA sind die Netto-Ölexporterlöse der OPEC bereits im Jahr 2019 um 17% ggü. Vorjahr auf rund 595 Mrd. USD gesunken. Im letzten Jahr dürften die Exporteinnahmen wegen des massiven Preisrückgangs und der Produktionskürzungen gemäß EIA auf nur 323 Mrd. USD gefallen sein, den niedrigsten Stand seit 18 Jahren. Im Rekordjahr 2012 betrugen die Netto-Einnahmen mehr als 1,2 Bio. USD. Der massive Rückgang der Erlöse sorgt für einen enormen Druck auf die Regierungen der OPEC-Länder, die maßgeblich von den Öleinnahmen abhängig sind, und gleichzeitig steigende Sozialausgaben finanzieren sowie öffentliche Dienstleistungen unterstützen müssen. Bis zuletzt war die Umsetzung der vereinbarten Produktionskürzungen hoch, wie auch der OPEC-Monatsbericht bestätigte. Aufgrund der angespannten finanziellen Situation und angesichts höherer Preise dürften viele OPEC-Länder versucht sein, ihre Produktion und Exporte wieder stärker zu steigern, was wiederum die Preise mittelfristig unter Druck bringen sollte.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD1CNHShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold tritt auf der Stelle, Platin holt weiter auf

Gold handelt am Morgen bei 1.850 USD je Feinunze und damit etwa in der Mitte des Handelskorridors dieser Woche. Eine nennenswerte Erholung vom Preisrutsch Ende letzter und Anfang dieser Woche lässt nach wie vor auf sich warten. Dieser stehen weiterhin ein festerer US-Dollar und die deutlich gestiegenen US-Anleiherenditen entgegen, auch wenn letztere in den vergangenen Tagen etwas zurückgekommen sind. Dazu haben auch Kommentare von Fed-Vertretern beigetragen. Nach Fed-Vize Clarida ist gestern auch Fed-Chef Powell Erwartungen entgegengetreten, die US-Notenbank könnte schon bald das Tempo der Anleihekäufe reduzieren. Dafür sieht Powell weiterhin keinen Anlass, da die Ziele der Fed bei weitem nicht erreicht sind. Dafür muss die Inflation erst für längere Zeit über 2% liegen. Einen Beitrag dazu könnte die Fiskalpolitik leisten. Der künftige US-Präsident Biden hat in der Nacht ein Stimulierungspaket im Umfang von 1,9 Bio. USD vorgestellt. Darin enthalten sind verschiedene Maßnahmen wie die Erhöhung und Verlängerung der Auszahlungen von Arbeitslosenhilfe. Der Goldpreis profitiert bislang nicht von dieser Ankündigung. Stattdessen verzeichneten die Gold-ETFs gestern den zweiten Tag in Folge beträchtliche Abflüsse. Diese beliefen sich auf gut 13 Tonnen, wovon wiederum 10,5 Tonnen auf den SPDR Gold Trust entfielen. Damit sind alle Zuflüsse seit Jahresbeginn wieder aufgezehrt. Der SPDR Gold Trust hat inzwischen sogar 10 Tonnen Abflüsse zu verzeichnen. Dies zeigt eine skeptische Grundhaltung der ETF-Anleger gegenüber Gold. Deutlich besser präsentierte sich zuletzt Platin. Dieses erreichte gestern mit gut 1.120 USD je Feinunze fast wieder das 4-Jahreshoch von letzter Woche. Auch wenn Platin heute um 2% fällt, hat sich die Preisdifferenz gegenüber Gold auf 750 USD verringert. Niedriger war sie zuletzt im Februar letzten Jahres.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T56LongPlatinum FutureFaktor: 5
SB42W6ShortPlatinum FutureFaktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
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Industriemetalle: China exportiert wieder mehr Aluminium und Stahl

Nach der Importseite gestern werfen wir heute einen Blick auf die Exportseite der chinesischen Handelsbilanz. Daten der chinesischen Zollbehörde zufolge hat China im Dezember mit 456 Tsd. Tonnen wieder mehr Aluminium und Aluminiumprodukte exportiert als in den Monaten zuvor. Die Ausfuhren waren so hoch wie zuletzt im März und nur leicht unter dem Vorjahresniveau. Damit wird das aus der nahezu rekordhohen Produktion resultierende und überschüssige Aluminium offenbar wieder verstärkt auf den Weltmarkt geworfen. Im Gesamtjahr 2020 lagen die Exporte mit 4,86 Mio. Tonnen allerdings 15% unter Vorjahr, da die chinesischen Händler zeitweise eine seltene Arbitrage-Möglichkeit zwischen der SHFE und LME ausnutzten und große Mengen Aluminium auf dem Weltmarkt gekauft hatten. Im Sommer war das Land sogar zwei Monate lang Netto-Importeur von Aluminium, was zuletzt während der Wirtschaftskrise 2009 der Fall war, als China ebenfalls opportunistische Käufe getätigt hat. Seit September exportiert China unter dem Strich wieder Aluminium und die Netto-Exporte sind auf dem Weg zurück zu einem „normalen“ Niveau. Wir gehen davon aus, dass China auch in diesem Jahr viel Aluminium ausführen wird, da der chinesische Aluminiummarkt laut Einschätzung des unabhängigen Research-Instituts CRU weiter und damit das dritte Jahr in Folge im Überschuss ist. Dies sollte weitere Preissteigerungen zumindest bremsen. Neben Aluminium hat China im Dezember auch deutlich mehr Stahlprodukte exportiert (4,85 Mio. Tonnen). Die Ausfuhren sind bereits den vierten Monat in Folge gestiegen und haben das höchste Niveau seit April erreicht. Sie lagen zudem erstmals seit März wieder über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Im letzten Jahr wurden insgesamt aber nur noch 53,7 Mio. Tonnen Stahl ausgeführt. Dies lag zum einen an der höheren Nachfrage in China selbst und zum anderen an der verhaltenen Nachfrage nach chinesischem Stahl im Ausland im Zuge der Corona-Pandemie.

Jahresausblick: 20 Trends für 2021

Nach dem ereignisreichen Jahr 2020 blicken Investoren gespannt auf 2021. Wird der Impfstoff gegen das Corona-Virus den gewünschten Erfolg bringen und sich die Rally an den internationalen Börsen fortsetzen? Starten Sie gut informiert ins neue Börsenjahr und erfahren Sie, welche 20 Trends die Märkte weltweit bewegen werden. Jetzt lesen!