Rohstoffe

Rohstoffpreise steigen, Risiken bleiben

Energie: Hohe Risiken für den Ölpreis von der Nachfrage- und der Angebotsseite

Begleitet von einem höheren Risikoappetit sind die Ölpreise gestern wieder etwas gestiegen. Doch die möglichen Belastungsfaktoren sowohl auf der Nachfrage- als auch Angebotsseite bleiben nach wie vor bestehen. Die hohen Neuinfektionszahlen und erneute Mobilitätseinschränkungen in Europa könnten die ohnehin niedrigen Nachfrageschätzungen erneut sinken lassen. Auch in Indien, dem drittgrößten Ölimport- und Verbaucherland der Welt, ist die Nachfrage sehr schwach. Im August ging die Ölverarbeitung dort um 26,4% ggü. Vorjahr zurück. Mit 16,15 Mio. Tonnen bzw. umgerechnet 3,82 Mio. Barrel täglich lag die Verarbeitung nochmals 8,7% niedriger als im bereits schwachen Juli. Es überrascht nicht, dass sich nach Einschätzung der Energieexperten von Argus Media die Ölnachfrage erst im Jahr 2023 wieder das Vorkrisenniveau erreichen wird. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind offensichtlich noch stärker als zuvor gedacht. Die Nachfrageschätzung für dieses Jahr wurde allerdings bei 92,3 Mio. Barrel täglich belassen, was einem Rückgang um 8,3 Mio. Barrel täglich ggü. Vorjahr entspricht. Auf der anderen Seite steigt das Angebot an. Die libysche staatliche Ölgesellschaft NOC hat mit Zueitina bereits den dritten Ölhafen im Osten des Landes in weniger als einer Woche geöffnet. Die Produktion dürfte also in Kürze stark steigen. Andere OPEC-Länder, die im Gegensatz zu Libyen an Produktionsquoten gebunden sind, versuchen diese wohl zu umgehen. Zwar hat das irakische Ölministerium gestern Medienberichte über eine Einigung mit der OPEC+-Gruppe zur Erhöhung der Rohölexporte dementiert. Doch scheint das Land auch so seine Exporte im Oktober massiv zu steigern. Manche Händler beziffern den Anstieg der gebuchten Lieferungen auf insgesamt 5 bis 10 Mio. Barrel bzw. bis umgerechnet 300 Tsd. Barrel täglich. Sollte der Irak, immerhin der zweitgrößte Produzent und Exporteur der OPEC, eine Genehmigung für höhere Exporte bekommen, dürfte die ohnehin schwächelnde Förderdisziplin innerhalb der OPEC weiter sinken. Das würde den Ölpreis stark belasten.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Starker US-Dollar kann Goldpreisrückgang nur teilweise erklären

Der US-Dollar scheint seinen Höhenflug vorerst beendet zu haben, was Gold und Co. zugute kommt. Der Goldpreis erholt sich am Morgen auf 1.870 USD je Feinunze, steht aber dennoch mit einem Minus von rund 4% vor dem größten Wochenverlust seit Mitte August. Silber hat in dieser Woche 13% verloren, Platin 7,5%. Beide Edelmetalle stehen damit vor dem jeweils größten Wochenverlust seit dem coronabedingten Ausverkauf Mitte März. Schaut man sich die Entwicklung von Gold und EUR-USD genauer an, so zeigt sich erst seit Mitte Juli ein hoher Gleichlauf. Der Goldpreisanstieg zuvor bis auf 1.800 USD je Feinunze geschah ohne größeres Zutun des Wechselkurses. Die letzten 250 USD des Goldpreisanstiegs bis Anfang August gingen mit einem kräftigen Anstieg von EUR-USD um rund 5 US-Cent einher. Von diesem Anstieg hat EUR-USD in dieser Woche etwa die Hälfte rückgängig gemacht. Gold hat dagegen etwa drei Viertel des Anstiegs seit Mitte Juli korrigiert, d.h. Gold ist zuletzt deutlich stärker gefallen als es die Wechselkursentwicklung nahegelegt hätte. Dies könnte mit nachlassenden Inflationssorgen wegen steigender Corona-Neuinfektionen zu tun haben. Denn wenn dadurch die wirtschaftliche Erholung ins Stocken gerät und die Menschen ihre sozialen Kontakte wieder stärker einschränken, lässt auch der Preisdruck nach. Die außerordentlich hohe monetäre Dynamik kommt somit nicht bei den Verbraucherpreisen an. Heute Abend könnten die CFTC-Daten Aufschluss darüber geben, ob der Preisrutsch zu Beginn dieser Woche durch spekulative Verkäufe ausgelöst wurde. In den letzten drei Tagen dürften ETF-Abflüsse von insgesamt 16 Tonnen zum Preisrückgang beigetragen haben, die den massiven Zufluss zu Wochenbeginn allerdings nicht mal zur Hälfte wettmachen konnten. China hat im August auf Nettobasis lediglich 1,2 Tonnen Gold aus Hongkong importiert. Die Netto-Importe in den ersten acht Monaten belaufen sich auf mickrige 19 Tonnen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch mehr als 200 Tonnen. Im Monatsvergleich gestiegene Importe und Exporte machen allerdings Hoffnung auf eine Belebung in den kommenden Monaten.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T6ELongSilver FutureFaktor: 5
SB3T90ShortSilver FutureFaktor: -5
SB3T5GLongPlatinum FutureFaktor: 3
SB3T9QShortPlatinum FutureFaktor: -3
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SB3T99ShortPalladium FutureFaktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Zinkmarkt bleibt stark überversorgt

Nach Informationen der International Lead & Zinc Study Group (ILZSG) wies der globale Zinkmarkt in den ersten sieben Monaten des Jahres einen Angebotsüberschuss von 265 Tsd. Tonnen aus. Im Vorjahreszeitraum stand dagegen ein Angebotsdefizit von 141 Tsd. Tonnen zu Buche. Zwar ging die Minenproduktion in den ersten sieben Monaten des Jahres von 7,36 Mio. auf 6,8 Mio. Tonnen zurück. Die geringere Verfügbarkeit von Zinkkonzentrat hat auch erwartungsgemäß die Verarbeitungs- und Schmelzgebühren (TC/RC) massiv gesenkt. Mittlerweile verlangen die chinesischen Schmelzen laut SMM Verarbeitungsgebühren (TC) von teilweise weniger als 130 USD je Tonne. Zu Jahresbeginn lagen diese noch bei über 300 USD. Normalerweise geht der Rückgang der TC/RC-Gebühren mit einem steigenden Preis für raffiniertes Zink einher, weil ein geringeres Angebot auf eine höhere Nachfrage trifft. Doch diesmal haben die hohen (Raffinade-)Preise die Auslastung der Schmelzkapazitäten in China in die Höhe steigen lassen, so dass die weltweite Metallproduktion von Zink im Jahresvergleich nahezu unverändert bei rund 7,7 Mio. Tonnen geblieben ist. Auf der anderen Seite ist jedoch die Nachfrage coronabedingt auf rund 7,4 Mio. Tonnen eingebrochen. Und so hatten wir in diesem Jahr ein ungewöhnliches Phänomen, dass die Preissteigerung nicht von einer starken Nachfrage begleitet wurde, sondern von der Erwartung eines geringeren Konzentratangebots wegen der Einschränkungen bei den Minen und beim Transport. Das ganze Jahr verbrachte der LME-Markt daher in einer Contango-Situation, d.h. die Terminpreise lagen höher als die Kassapreise, meist ein Zeichen einer guten Versorgung. Wie auch bei den anderen Metallen war vor allem das Geschehen in China für den 40%-igen Preisanstieg bei Zink seit Ende März verantwortlich. Dort ist die Versorgungslage zudem etwas angespannter, wobei die Lagerbestände laut SMM zuletzt mit 137,3 Tsd. Tonnen auf den niedrigsten Stand seit Januar gefallen sind. Wir erachten den Anstieg der Zinkpreise als übertrieben und rechnen mit einer Preiskorrektur.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.