Rohstoffe

Rohstoffmärkte zwischen Hoffen und Bangen

Energie: Ölpreise legen wieder zu, Nachfragesorgen auf dem Rückzug

Die Ölpreise scheinen ihre jüngste Schwächephase schon wieder überwunden zu haben. Seit gestern geht es mit den Preisen wieder aufwärts. Brent stieg am Morgen bis auf 41,7 USD je Barrel, WTI auf 39,3 USD. Seit gestern Nachmittag konnten die Preise somit um bis zu 2 USD zulegen. Sie profitieren dabei von einer Stimmungsaufhellung an den Finanzmärkten, was sich in steigenden Aktienmärkten widerspiegelt. Zudem scheint der Nachfragepessimismus wieder auf dem Rückzug. So soll der Straßenverkehr in einigen Weltmetropolen im Juni das Vorjahresniveau erreicht haben, was für eine Normalisierung der Kraftstoffnachfrage spricht. Wie wir gestern geschrieben hatten, ist die US-Benzinnachfrage in der letzten Woche deutlich gestiegen, auch wenn sie noch immer gut 10% unter dem saisonüblichen Niveau liegt. Darüber hinaus sorgen auch die Ölproduzenten mit ihren Produktionseinschränkungen für preisliche Unterstützung. So sollen die russischen Ölexporte der Sorte Urals aus den drei wichtigsten westlichen Häfen an der Ostsee und am Schwarzen Meer Verladedaten zufolge laut Bloomberg im Juli um 40% gegenüber dem Vormonat auf nur noch 785 Tsd. Barrel pro Tag fallen. Dies spricht für eine weiterhin hohe Förderdisziplin Russlands im Rahmen des “OPEC+”-Kürzungsabkommens. Trotz der seit gestern verzeichneten Gewinne sieht es so aus, dass am Ende der Woche bei den Ölpreisen ein Minus stehen bleibt. Denn die Verunsicherung über die steigenden Corona-Neuinfektionszahlen in den USA ist nicht vollends gewichen (siehe Edelmetalle unten). Zudem könnte die US-Ölproduktion demnächst wieder steigen. Einer Umfrage der Dallas Fed zufolge planen mehr als ein Drittel der befragten US-Ölunternehmen, die wegen der niedrigen Preise ihre Produktion gedrosselt hatten, bis Ende des Monats eine gewisse Produktionsausweitung. Interessant wird zudem sein, ob die Bohraktivität in den USA demnächst wieder steigt. Baker Hughes veröffentlicht aktuelle Daten für diese Woche heute Abend.

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Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
CL98RUCallOil Brent FutureHebel: 7,0
CL450SPutOil Brent FutureHebel: 7,0
CL98RKCallOil WTI Light FutureHebel: 7,0
CL48XSPutOil WTI Light FutureHebel: 7,0
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Investmentnachfrage übertrifft Schmucknachfrage bei Gold

Gold handelt bei 1.760 USD je Feinunze und steht damit vor dem dritten Wochengewinn in Folge sowie dem höchsten Wochenschlussstand seit Oktober 2012. Rückenwind erhält Gold von Sorgen vor einer zweiten Infektionswelle, nachdem die Neuinfektionen in einigen US-Bundesstaaten rasant steigen. In den USA insgesamt erreichte die Zahl gestern mit 37.000 neuen Coronafällen einen Rekordstand. Texas und Florida haben mittlerweile die weitere Öffnung ausgesetzt. Wer aus Corona-Hotspots in den USA nach New York, New Jersey und Connecticut einreisen will, muss sich zuvor für 14 Tage in Quarantäne begeben. Ob sich der Trend besserer Wirtschaftsdaten fortsetzt, bleibt daher abzuwarten. Gestern überraschten die Auftragseingänge für langlebige Güter mit einem stärker als erwarteten Anstieg, während sich der Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe spürbar verlangsamte. Die US-Wirtschaft wird weiterhin auf massive Unterstützung durch Geld- und Fiskalpolitik angewiesen sein. Die damit einhergehende Ausweitung der Zentralbankliquidität und der Staatsverschuldung sprechen weiterhin für eine robuste Nachfrage nach Gold als sicheren Hafen und wertstabile Anlage. Das auf Edelmetalle spezialisierte Researchunternehmen Metals Focus erwartet laut einem in dieser Woche veröffentlichten Bericht, dass die Investmentnachfrage in diesem Jahr deutlich steigen wird. Die ETF-Nachfrage soll sich auf 900 Tonnen mehr als verdoppeln, die Nachfrage nach Münzen und Barren um 9% auf 925 Tonnen zulegen. Die Investmentnachfrage würde damit sogar die Schmucknachfrage in diesem Jahr übertreffen. Letztere soll um 25% auf 1.596 Tonnen sinken. Die Zentralbanken sollen mit 350 Tonnen nur noch etwa halb so viel Gold kaufen wie im Vorjahr. Die Industrie soll 11% weniger Gold nachfragen. Die Schwäche bei den letztgenannten Nachfragekomponenten führt dazu, dass der Goldmarkt laut Metals Focus in diesem Jahr einen Angebotsüberschuss von 690 Tonnen aufweisen soll. Das wäre der siebte Jahresüberschuss in Folge und der größte seit mindestens 2011. Die Bäume für Gold wachsen also trotz allem nicht in den Himmel.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
CU0E6SLongSilver FutureFaktor: 4
CJ7RLWShortSilver FutureFaktor: -4
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Industriemetalle: Sorgen vor Angebotseinengung treiben den Kupferpreis

Während sich die Nachfrage in China und anderswo wieder zu normalisieren scheint, wandert der Blick der Metallmarktteilnehmer auf die Angebotsseite. Insbesondere das Risiko von Produktionsunterbrechungen in den Minenbetrieben in Südamerika, das insbesondere bei Eisenerz, Gold und Kupfer zu den größten Produzenten gehört, rückt dabei immer mehr in den Fokus. Bislang war die Kupferproduktion in Chile, dem weltgrößten Kupferminenproduzentenland, trotz zahlreicher Covid-19 Fälle bei den Minen- und Schmelzenarbeitern verschiedener Produzenten nicht betroffen. Das Land hat im Gegensatz zu vielen anderen südamerikanischen Ländern keine landesweite Quarantäne ausgerufen. Deswegen ist die chilenische Kupferminenproduktion in den ersten vier Monaten des Jahres gestiegen. Doch jetzt verzeichnet das Land sehr hohe Neuansteckungen. Zahlreiche Gewerkschaften beobachten die Situation und die Sicherheit der Arbeiter aktuell sehr genau und gestern ist mit der temporären Schließung des Schmelzers in Chuquicamata der erste prominente Fall aufgetreten. Die Mine gehört mit einer Jahresproduktion von fast 400 Tsd. Tonnen Kupfer jährlich zu den größten weltweit. Die Schätzungen für mögliche Produktionsausfälle in Chile in Folge von Covid-19 gehen von 50 bis 200 Tsd. Tonnen. In Peru hat der nationale Ausnahmezustand im März und April massiv die Produktion von Kupfer und anderen Metallen beeinträchtigt. Die Produktion dort dürfte deshalb in diesem Jahr um bis zu 300 Tsd. Tonnen fallen. Die Sorgen vor einem massiven Produktionsüberschuss am Kupfermarkt noch im März weichten nun der Erwartung eines Defizits aus. Der Kupferpreis ist daraufhin aktuell auf ein Fünfmonatshoch bei knapp 5.950 USD je Tonne gestiegen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ3D7JLongCopper FutureFaktor: 5
CJ3D7RShortCopper FutureFaktor: -5
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