Rohstoffe

Rohstoffmärkte zwischen Euphorie und spekulativer Übertreibung

Energie: Ölpreis-Rally auch vom Frost in den USA angeheizt

Das kalte Wetter in den USA wird nun als weitere Erklärung für die hohen Ölpreise angeführt. Tatsächlich hat der Frost in Texas nicht nur die Stromversorgung und die Produktion von über einer Million Barrel Rohöl täglich zum Halten gebracht, sondern auch den Betrieb der Pipelines und anderer Transportwege sowie die Raffinerien an der texanischen Golfküste mit einer Kapazität von über 3,3 Mio. Barrel täglich beeinträchtigt. Doch sehen wir WTI-Ölpreise von 60 USD je Barrel mittelfristig als nicht nachhaltig an. Denn bei diesen Preisen dürfte sich die US-Ölproduktion deutlich dynamischer erholen als erwartet und den Abbau überschüssiger Lagerbestände verzögern.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SD2TALShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD2TAMShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Platin-Rally hat Züge einer spekulativen Übertreibung

Die Preisrally bei Platin setzt sich fort und hat seit gestern sogar noch an Dynamik gewonnen. Zunächst gelang Platin erstmals seit Oktober 2014 der Sprung über die Marke von 1.300 USD je Feinunze, woraufhin der Preis erst richtig durchstartete und in der Nacht bis auf 1.340 USD sprang. Die Preisdifferenz zu Gold hat sich am frühen Morgen zwischenzeitlich auf deutlich weniger als 500 USD je Feinunze verringert, was zuletzt im Mai 2019 der Fall war. War der Preisanstieg bei Platin wegen der vorherigen Unterbewertung und der Erwartung eines erneuten Angebotsdefizits zunächst noch fundamental begründet, nimmt dieser unseres Erachtens mittlerweile Züge einer spekulativen Übertreibung an. Innerhalb von knapp zwei Wochen hat sich Platin um rund 250 USD verteuert, in den letzten fünf Handelstagen um rund 150 USD. Der 14-Tage-RSI ist mittlerweile im überkauften Bereich, was zur Vorsicht mahnt. Die spekulativen Netto-Long-Positionen waren in der Woche zum 9. Februar bereits deutlich gestiegen. Vieles spricht dafür, dass die nächsten CFTC-Daten am kommenden Freitag einen weiteren kräftigen Anstieg des spekulativen Interesses zeigen werden. Aber auch die ETF-Anleger werden vom Preisanstieg angelockt. Die von Bloomberg erfassten Platin-ETFs vermeldeten gestern einen Zufluss von knapp 28 Tsd. Unzen, den bislang stärksten Tageszufluss in diesem Jahr. Der Großteil davon war allerdings auf eine Nachmeldung von Zuflüssen am Freitag zurückzuführen. Seit Jahresbeginn summieren sich die Zuflüsse auf gut 83 Tsd. Unzen. Im Windschatten von Platin verteuerte sich zuletzt auch Palladium auf gut 2.400 USD je Feinunze, den höchsten Stand seit Mitte Januar. Allerdings fällt der Preisanstieg bei Palladium deutlich verhaltener aus. Die Preisdifferenz zwischen beiden Edelmetallen ist auf weniger als 1.100 USD geschrumpft. Zwar ist auch der Palladiummarkt seit Jahren angespannt. Im Gegensatz zu Platin ist dies bei Palladium aber schon hinreichend in dem deutlich höheren Preisniveau eskomptiert gewesen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T56LongPlatin FutureFaktor: 5
SB42W6ShortPlatin FutureFaktor: -5
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SB3T99ShortPalladium FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Zinnpreise außer Rand und Band

Der Zinnpreis ist gestern zeitweise um 5% gestiegen und an die Marke von 25.000 USD je Tonne herangelaufen. Dies war das höchste Niveau seit acht Jahren. Heute Morgen notiert der Preis nicht weit davon entfernt. Gestern war zudem ein „squeeze“ zu beobachten, als sich der Spread zwischen dem Kassa-Preis und dem 3-Monats-Future auf ein Rekordhoch von 6.500 USD ausweitete. Letzte Woche lag er noch bei rund 1.700 USD, was selbst schon ein hoher Wert war. Man kann versuchen, die Bewegungen der letzten Tage und Wochen mit fundamentalen Nachrichten und Daten zu erklären. Das gelingt uns aber nur zum Teil. Auf der einen Seite ist das Angebot derzeit begrenzt. So hat Indonesien laut Angaben des Verbands der indonesischen Zinnexporteure neue Restriktionen zur Bekämpfung des Coronavirus eingeführt, die die Minen- und Schmelzproduktion beeinträchtigen. Daneben herrscht in Indonesien gerade schlechtes Wetter, weswegen schon die Zinnausfuhren im Januar deutlich geringer ausfielen. Der Verband schätzt, dass die Exporte erst im April wieder anziehen werden, wenn sich das Wetter saisonbedingt bessert. Er erwartet ferner, dass Indonesien auch in diesem Jahr „nur“ 66-67 Tsd. Tonnen Zinn exportieren wird, so viel wie in den letzten beiden Jahren. Auf der anderen Seite ist die Nachfrage stark, vor allem aus der Elektronikindustrie, wo Zinn als Lötmittel verwendet wird. Zudem wurden die LME-Lagerbestände fast vollständig abgebaut, auch wenn es gestern erstmals seit langer Zeit eine große Einlieferung in die Lagerhäuser gab. Die International Tin Association geht davon aus, dass der globale Zinnmarkt das gesamte erste Quartal über angespannt bleibt. Neben diesen fundamentalen Gründen sind wir aber auch überzeugt, dass Spekulanten zuletzt Einfluss auf den Preis genommen haben. In dem ohnehin kleinen Zinnmarkt, in dem die Liquidität wegen der chinesischen Neujahrsfeierlichkeiten und des Feiertages in den USA gestern recht gering war, konnte man mit wenig Einsatz wahrscheinlich schon viel bewegen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Energie: CO2-Preise erstmals über 40 EUR

Die CO2-Preise sind erstmals über 40 EUR je Tonne gestiegen. Da die “üblichen Verdächtigen” wie die Wirtschaftsaktivität und die gute industrielle Nachfrage, das Wetter oder die Gaspreise den jüngsten Höhenflug nur zum kleinen Teil erklären können, fällt in den meisten Diskussionen das Wort “Spekulation”. In diesem Zusammenhang wird diskutiert, ob die Europäische Kommission die Marktspekulation eindämmen wird. Zwar ist der direkte Einfluss der Anleger auf den ersten Blick eher gering, wobei der Anteil der Investmentfonds weniger als 4% der sich im Umlauf befindlichen Zertifikate ausmacht. Doch sollte man berücksichtigen, dass die allermeisten Zertifikate nicht zum Verkauf stehen, sondern für den künftigen Bedarf oder zur Absicherung von Terminverkäufen gehalten werden. Außerdem werden nicht alle Spekulanten als “Investmentfonds” deklariert. Zudem ist vor allem die Nachfragedynamik von Bedeutung. So sind allein in der Woche zum 5. Februar laut Bloomberg die Netto-Long-Positionen bei EUAs um rund 15 Tsd. Kontrakte à 1.000 Tonnen CO2 gestiegen. Damit wurde nahezu das ganze Auktionsangebot in diesem Zeitraum durch Anleger absorbiert. Ungeachtet positiver langfristiger Perspektiven halten wir den jüngsten Preisanstieg für übertrieben und rechnen kurzfristig mit einer Korrektur.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD3BU9LongICE ECX EUA FutureFaktor: 4
SB5U9GShortICE ECX EUA FutureFaktor: -4
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
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Rohstoff-Ausblick 2021: Das sind die Aussichten für Gold, Öl und Co.

Trotz der Corona-Krise konnten die meisten Rohstoffpreise 2020 deutlich zulegen. Wie wird es im neuen Jahr weitergehen? Erfahren Sie hier, welche Rohstoffe neue Rekordhochs erreichen könnten und wer es 2021 schwer haben wird. Jetzt lesen!