Rohstoffe

Rohstoffmärkte: US-Konjunkturprogramm im Fokus

Energie: Iran steigert Ölexporte deutlich

Der Brentölpreis stieg gestern um ca. 1 USD aud 42,5 USD je Barrel. Trotz leichter Verluste behauptet sich der Preis heute noch oberhalb von 42 USD. Rückenwind geben Hoffnungen auf ein neues Konjunkturstimulierungsprogramm in den USA (siehe Edelmetalle unten), wodurch sich die Nachfrageperspektiven aufhellen würden. Zudem tragen diese Hoffnungen unmittelbar zu einer besseren Marktstimmung bei, was sich in gestiegenen Aktienmärkten widerspiegelte. Auch davon profitieren die Ölpreise. Das Aufwärtspotenzial wird allerdings durch steigende Corona-Neuinfektionszahlen in den USA und in Europa begrenzt. Auch die Meldung, dass mittlerweile mehr als 1 Mio. Menschen an den Folgen der Pandemie gestorben sind, belastet am Morgen unterschwellig. Zudem sorgt eine Nachricht für Aufmerksamkeit, wonach der Iran im September bis zu 1,5 Mio. Barrel Rohöl pro Tag exportiert haben soll. Davon berichtet eine Firma, die sich auf die Erfassung der Öltanker spezialisiert hat. Dieser Firma zufolge würden sich die iranischen Ölexporte damit im Monatsvergleich verdoppelt haben. Zudem wäre es das höchste Niveau seit 1½ Jahren. Zwei andere Firmen berichten zwar von deutlich geringeren iranischen Öllieferungen. Aber auch diese würden merklich höher sein als noch im Mai. Diese Nachrichten dürften in den USA mit Aufmerksamkeit registriert werden. Schließlich würde es dem Iran damit gelungen sein, die strikten US-Sanktionen zu umgehen. Das zusätzliche iranische Öl käme zu einem Zeitpunkt an den Markt, an dem die Nachfrage schwächelt und mit Libyen ein weiteres Land an den Ölmarkt zurückkehrt. Dies kann möglicherweise auch erklären, weshalb der wieder ausgebrochene Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan noch nicht für Nervosität am Ölmarkt gesorgt hat. Dadurch könnten rund 600 Tsd. Barrel Rohöl gefährdet sein, die täglich durch Pipelines vom Kaspischen Meer zur Verladung ans Mittelmeer und Schwarze Meer geleitet werden.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold legt wieder zu, Hoffnung auf US-Stimulierungspaket

Der Goldpreis stieg in der Nacht bis auf 1.890 USD je Feinunze, womit er vom gestrigen Tief rund 40 USD zulegen konnte. Ein wichtiger Umstand dürfte dabei der etwas schwächere USD gewesen sein, da die Korrelation zwischen Gold und USD zuletzt sehr ausgeprägt war. Zudem scheint im US-Kongress Bewegung in die festgefahrene Debatte um ein weiteres billionenschweres Corona-Stimulierungspaket zu kommen. Die Demokraten haben ein Hilfspaket in Höhe von 2,2 Bio. USD vorgelegt und darin auch Zugeständnisse an die Republikaner gemacht. Ob es noch diese Woche zur Abstimmung kommt, bleibt abzuwarten. Der Druck auf die Abgeordneten nimmt allerdings zu. In fünf Wochen werden das Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt. Keiner der Abgeordneten wird sich dann vorwerfen lassen wollen, aus parteitaktischen Gründen notwendige staatliche Hilfen verweigert zu haben. Sollte es ein neues Stimulierungspaket geben, würde dies die öffentlichen Schulden in den USA weiter in die Höhe treiben. Diese steigen wegen der bereits beschlossenen Hilfsmaßnahmen schon jetzt so stark wie noch nie seit dem Ende des 2. Weltkrieges, was die Fed zu umfangreichen Anleihekäufen zwingt und Inflationssorgen schürt. So stieg die US-Geldmenge M1 im August als Folge der ultralockeren Geldpolitik der Fed um 40% gegenüber dem Vorjahr. Vor diesem Hintergrund erscheint es fast schon aberwitzig, dass Gold gegenüber dem USD zuletzt so stark unter Druck geraten war. Dies scheinen auch die ETF-Anleger so zu sehen, die gestern erstmals seit einer Woche wieder Bestände aufbauten. Seit Monatsbeginn sind bislang rund 48 Tonnen in die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs geflossen. Das ist zwar deutlich weniger als in den fünf Monaten bis einschließlich Juli, aber etwas mehr als im August. Dies ist auch deshalb bemerkenswert, weil der Goldpreis vor dem größten Monatsverlust seit November 2016 steht. Die ETF-Anleger sehen darin offensichtlich keinen Grund, Gold den Rücken zu kehren.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
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Industriemetalle: Aluminium – lokale Defizite, globale Überschüsse

Die chinesischen Aluminiumimporte sind im Sommer massiv gestiegen. Allein im August hat China mit 430 Tsd. Tonnen achtmal soviel Aluminium wie im August 2019 und sogar mehr als in den ersten neun Monaten 2019 zusammen eingeführt. So viel Aluminium in einem Monat hat China nur im April 2009 importiert, als an der Spitze der Weltfinanz- und Wirtschaftskrise chinesische Händler und Behörden den Gunst der Stunde genutzt und bei günstigen Preisen um 1.300-1.400 USD je Tonne zugeschlagen haben, um ihre kommerzielle und strategische Bestände aufzubauen. Zwischen März und August lagen die Aluminiumeinfuhren mit fast 1,5 Mio. Tonnen mehr als fünfmal so hoch wie im Vorjahr. Ebenfalls erstmals seit 2009 ist China seit Juli ein Netto-Importeur von (Roh-)Aluminium geworden, wenngleich die Netto-Importe im August bei nur 34 Tsd. Tonnen lagen. Die hohen chinesischen Importe könnten auch teilweise erklären, warum trotz einer Überversorgung des Marktes die Aluminiumpreise zwischen Mai und August dennoch von 1.500 USD auf 1.800 USD je Tonne steigen konnten. So ist aut IAI die Produktion in den ersten acht Monaten des Jahres dank China um 1,4% ggü. Vorjahr gestiegen, während die Nachfrage coronabedingt einbrach. Diesmal überraschen die hohen Importe Chinas. Denn für die Überversorgung sorgt aktuell ebenfalls China, wo die Produktion auf Hochtouren läuft. Dank einer mehr als nur auskommlichen Marge – im Durchschnitt verdienten die Aluminiumschmelzen in China laut SMM zuletzt 180 USD je Tonne – ist die chinesische Aluminiumproduktion in den ersten acht Monaten um fast 3% gestiegen, wobei China mittlerweile 57% der weltweiten Aluminiumproduktion verantwortet. Eine weitere Erklärung für die hohen Preise dürfte die jüngste Nachfragestärke sein, die zu einer geringeren physischen Verfügbarkeit führt, wie man an den hohen physischen Prämien weltweit ablesen kann. Dazu trägt bei, dass die günstigen Lager- und Finanzierungskosten dazu geführt haben, dass ein großer Teil der Bestände in Finanzierungsgeschäften gebunden ist. Außerdem ist die Gefahr von weiteren Handelseinschränkungen hoch, nachdem die Europäischen Kommission letzte Woche entschieden hat, ab Mitte Oktober vorläufige Antidumpingzölle von bis zu 48% auf Aluminium-Strangpressprofile aus China einzuführen. Alles in allem ist das Potenzial für Aluminiumpreise nach unten trotz der massiven Überversorgung begrenzt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.