Rohstoffe

Rohstoffmärkte kommen mit blauem Auge davon

Energie: Ölpreis übersteht “flash crash” ohne Blessuren

Die Nachricht über die Rücknahme von US-Sanktionen gegen einige Personen und Gesellschaften, die am iranischen Ölhandel beteiligt waren, hat gestern den Brentölpreis in einer Art “flash crash” unter 71 USD je Barrel fallen lassen. Allerdings hat er sich danach fast genauso schnell erholt und notiert heute Morgen mit 72,5 USD. Die Rückkehr der iranischen Ölexporte hat wohl ihren Schrecken verloren, wenngleich deren Zeitpunkt noch ungewiss ist. Der Marktfokus liegt aktuell scheinbar komplett auf der (starken) Nachfrageerholung. So erwartet die OPEC in ihrem jüngsten Monatsbericht, dass die Ölnachfrage im zweiten Halbjahr 5 Mio. Barrel pro Tag höher ausfallen wird als in der ersten Jahreshälfte und der Ölmarkt trotz der beschlossenen Produktionsausweitung deutlich unterversorgt sein wird. Der Aufwärtstrend am Ölmarkt bleibt also intakt.

EU-Gaspreis auf höchstem Stand (zu diesem Zeitpunkt im Jahr)

Der EU-Gaspreis (TTF, month ahead) notiert mit rund 29 EUR je MWh für diese Jahreszeit so hoch wie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2005 nicht mehr. Gleich mehrere Faktoren unterstützen den Preisanstieg: Zum einen die starke Nachfrage. Zum anderen hat sich das Angebot nicht vollständig erholt, wobei die EU-Gasspeicher aktuell zu 41% und die deutschen sogar nur zu 35% gefüllt sind. Dies ist historisch gesehen ein sehr niedriger Wert zu diesem Zeitpunkt in der Auffüllphase. Auch dürften spekulative Käufe zum Preisanstieg beigetragen haben, wobei die Positionierung der Investmentfonds fast ebenso optimistisch ist wie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2018 nicht mehr. Zu erwähnen ist auch der starke Anstieg der asiatischen Flüssiggaspreise (LNG) auf über 12 USD je MMBtu im Zuge der Energieknappheit in Südchina. Der LNG-Markt wächst mit rasantem Tempo und gleichzeitig nimmt das Handelsvolumen am Spotmarkt massiv zu. Dadurch erhöht sich die Flexibilität und der Einfluss des Marktes, wobei der LNG-Preis zu einer globalen Benchmark mutiert, die die verschiedenen Gasmärkte in Europa, den USA und Asien immer stärker verbindet.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD2S7ULongOil Brent FutureFaktor: 5
SD3353ShortOil Brent FutureFaktor: -5
SD2S7VLongOil WTI Light FutureFaktor: 5
SD2TAPShortOil WTI Light FutureFaktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold nach US-Inflationsdaten wieder bei 1.900 USD

Gold handelt am Morgen wieder bei 1.900 USD je Feinunze, nachdem es gestern im Tief bis auf 1.870 USD abgerutscht war. Rückenwind gibt ein deutlicher Rückgang der US-Anleiherenditen auf gut 1,4%, das niedrigste Niveau seit Anfang März. Diese Entwicklung ist umso erstaunlicher, da die US-Inflationsdaten für Mai gestern erneut nach oben überrascht haben. Die Verbraucherpreise insgesamt lagen 5,0% höher als im Vorjahr, die ohne Energie und Nahrungsmittel 3,8% höher. Letzteres war der stärkste Anstieg seit 29 Jahren. Zwar spielten erneut Basiseffekte eine Rolle, da die starken coronabedingten Preisrückgänge aus dem Vorjahr aus der Berechnung fielen. Die hohen Vormonatsveränderungen lassen aber auch auf erneut kräftige Preiserhöhungen schließen. Der Markt glaubt offenbar der Fed, dass dieser Preisauftrieb nur vorübergehend ist und daher nicht mit einer vorzeitigen Abkehr von der ultra-lockeren Geldpolitik beantwortet werden muss. Für Gold ist das ein geradezu optimales Umfeld: Die Inflation steigt, die Renditen bleiben wegen mangelnder Aussichten auf steigende Zinsen niedrig, und die Realzinsen rutschen immer tiefer in den negativen Bereich. Heute Nachmittag wird sich zeigen, ob die Verbraucher die entspannte Sicht der Fed teilen. Denn die Universität von Michigan veröffentlicht im Rahmen ihrer Umfrage zum Verbrauchervertrauen auch neue Zahlen zu den Inflationserwartungen. Im letzten Monat waren diese nach dem Inflationssprung kräftig gestiegen. Im Durchschnitt der kommenden 12 Monate rechneten die Verbraucher mit einer Inflationsrate von 4,6%, im Zeitraum von in 5-10 Jahren mit durchschnittlich 3,0%, was deutlich über dem Inflationsziel liegt. Dies könnte auch die Goldnachfrage ankurbeln, da sich die privaten Haushalte gegen Kaufkraftverlust werden schützen wollen. Die gestrige EZB-Sitzung erwies sich für den Markt als non-event. Laut EZB-Präsidentin Lagarde wurde über eine Rücknahme der Anleihekäufe nicht einmal diskutiert. Für das dritte Quartal kündigte die EZB weiterhin signifikante Käufe an. Die EZB dürfte an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik noch deutlich länger festhalten als die Fed, was ebenfalls positiv für Gold zu werten ist.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6GLongGold FutureFaktor: 5
SB3UAAShortGold FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: China vor der Freigabe von Staatsreserven

Die Metallpreise haben gestern nach den US-Inflationsdaten (siehe Edelmetalle oben) ihre Verluste aufgeholt und teilweise sogar ins Plus gedreht. Auch heute Morgen zeigen sie sich von ihrer freundlichen Seite. Dabei ignorieren sie Meldungen aus China. Denn Insider-Kreisen zufolge werden die chinesischen Behörden in Kürze Staatsreserven von Metallen freigeben, um die Rohstoffpreise abzukühlen. Angeboten werden sollen demnach Kupfer, Aluminium und Zink. Das Material kann bis zum Ende des Jahres auf Monatsbasis in bestimmten Mengen angefordert werden. Mit diesem Schritt wirken die Behörden auch der physischen Knappheit entgegen, die aktuell gerade bei Aluminium zu beobachten ist. In zwei großen Aluminium produzierenden Provinzen Chinas wurde zuletzt die Energiezuteilung rationiert, was zu Angebotsausfällen geführt haben dürfte. Die Freigabe von Staatsreserven könnte die Aluminiumpreise belasten. Ursprünglich war von 500 Tsd. Tonnen die Rede. Die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg verweisen heute aber auf eine Ausarbeitung des unabhängigen Research-Instituts CRU, wonach es sogar 800-900 Tsd. Tonnen werden könnten. An der SHFE in Shanghai steigt der Aluminiumpreis heute allerdings deutlich auf 19.000 CNY je Tonne (umgerechnet rund 2.970 USD). Er liegt damit noch gut 7% unter seinem 13-Jahreshoch von Anfang Mai. An der LME in London kostet eine Tonne Aluminium 2.500 USD, etwa 4% weniger als im Hoch vor gut einem Monat. Auf einen aktuell angespannten Aluminiummarkt deutet die Terminkurve hin, die in Backwardation ist. Der Spread zwischen dem Kassa-Preis und dem 3-Monats-Forward hatte sich gestern zeitweise auf 20 USD je Tonne ausgeweitet (die höchste Preisdifferenz seit 1½ Jahren), ist anschließend aber wieder zusammengelaufen. Auch die weiter gestiegenen physischen Prämien deuten eine Knappheit an – zumindest regional –, sofern die Käufer unmittelbar Aluminium beziehen möchten.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6BLongCopper FutureFaktor: 5
SD5RM9ShortCopper FutureFaktor: -5
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Sponsoren der Fußball-EM: Welche Aktien profitieren vom Megaevent?

Am 11. Juni startet die UEFA-Europameisterschaft. Grund genug, um ausgewählte Aktien von Sponsoren unter der charttechnischen Lupe zu betrachten. Erfahren Sie hier mehr dazu, welche Aktien bei der »Aufstellung« im Depot interessant sein könnten.