Rohstoffe

Rohstoffmärkte im Rausch

Energie: Brentöl steigt erstmals seit Anfang März auf 51 USD

Der Brentölpreis hat gestern erstmals seit dem Lockdown-bedingten Einbruch Anfang März die Marke von 50 USD durchbrochen und ist danach rasch bis auf 51 USD je Barrel gestiegen. Wenngleich fundamentale Gründe und Nachrichten für den jüngsten Anstieg fehlen und die Risiken bei der Angebots-Nachfrage-Situation tendenziell überwiegen, sorgt der Preisanstieg selbst für Schlagzeilen. “Die Hausse nährt die Hausse” lautet eine Börsenweisheit, weil immer mehr Marktteilnehmer “auf den Zug aufspringen” und damit für weiteren Preisauftrieb sorgen. Der Konjunkturoptimismus der Finanzmärkte, die anhaltende USD-Schwäche und eine bis dato gute Förderdisziplin der OPEC+ scheinen wichtiger als das Risiko weiterer Mobilitäts- und Handelseinschränkungen auf der Nachfrage- sowie ein möglicher Dissens der OPEC+, eine höhere Produktion außerhalb der Gruppe und massiv gestiegene US-Lagerbestände auf der Angebotsseite. Wir bleiben jedoch eher skeptisch und rechnen mit einer Preiskorrektur im ersten Quartal.

Energie: CO2-Preis erreicht Rekordhoch

An der ICE hat der am Montag auslaufende Dezember 2020-Future mit 31 EUR je Tonne das Rekordhoch von April 2006 erreicht. Das Umfeld für den CO2-Preis bleibt günstig. Pünktlich zum 5-jährigen Jubiläum des Pariser Klimaabkommens dürfte die EU beschließen, den CO2-Ausstoß bis 2030 um 55% ggü. 1990 zu reduzieren, statt wie zuvor um 40%. Details hierzu könnten aber erst im nächsten Jahr ausgehandelt werden. Weitere Unterstützung kommt vom geringeren Angebot, weil die Auktionen der Emissionszertifikate erst Ende Januar oder Anfang Februar 2021 wieder aufgenommen werden sollen. Auch haben sich die Händler wohl vom Optimismus an den Finanzmärkten “anstecken” lassen. Das spricht für einen spannenden Handelsverlauf in den nächsten Wochen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD1CNHLongOil WTI Light FutureFaktor: -6
SB37KXLongICE ECX EUA FutureFaktor: 3
SB37KWLongICE ECX EUA FutureFaktor: -3
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold trotz EZB-Geldschwemme (momentan) nicht gefragt

Gold hat gestern nur kurzzeitig vom schwachen US-Dollar profitiert. Zunächst holte Gold zwar seine anfänglichen Verluste auf, gab bis zum Handelsende dann aber doch wieder nach. Heute Morgen notiert der Goldpreis bei 1.835 USD je Feinunze. Gold in Euro kostet 1.510 EUR je Feinunze. Der US-Dollar wertete als Ergebnis der EZB-Sitzung und -Pressekonferenz ab bzw. der Euro wertete auf. Wie erwartet hat die EZB das Volumen ihres Pandemie-Notkaufprogramms (PEPP) um 500 Mrd. auf 1.850 Mrd. EUR aufgestockt und die Laufzeit um neun Monate bis März 2022 verlängert. Darüber hinaus bietet sie den Banken eine neue Serie längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte (TLTROs) an. Damit finanziert die EZB faktisch weiter die Haushaltsdefizite der Euro-Staaten – den Berechnungen unserer Volkswirte zufolge sogar auch im gesamten nächsten Jahr. Schon seit Ausbruch der Corona-Pandemie entsprechen die Netto-Käufe von Staatsanleihen durch die EZB den Netto-Anleiheemissionen der Euro-Staaten. EZB-Präsidentin Lagarde behielt sich zudem auf der Pressekonferenz vor, die Anleihekäufe sogar noch weiter aufzustocken. Zum (festen) Euro selbst äußerte sie sich dagegen kaum. Das Gelddrucken der EZB geht also munter weiter, wovon Gold als wertstabile Anlage profitieren sollte. Neben der ultra-lockeren Geldpolitik sollte auch die ebenso expansive Fiskalpolitik den Goldpreis unterstützen. Auf dem EU-Gipfel haben sich die Staats- und Regierungschefs auf einen neuen EU-Haushalt für die nächsten sieben Jahre und auf die 750 Mrd. EUR schweren Corona-Hilfen geeinigt. Die Geldschwemme wird unseres Erachtens perspektivisch zu mehr Inflation führen und die Realrenditen von Anleihen (weiter) in den negativen Bereich drücken. Dies sehen wir klar positiv für Gold, auch wenn Gold im aktuellen, von Euphorie gekennzeichneten Marktumfeld weniger gefragt ist.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Eisenerzpreise außer Rand und Band

Angefacht durch den schwachen US-Dollar im Zuge der EZB-Sitzung und -Pressekonferenz (siehe Edelmetalle oben) haben die Industriemetallpreise gestern stark zugelegt und fast alle neue Höchststände erreicht. In den Schatten gestellt wurden sie allerdings von Eisenerz: Erstmals seit Beginn des Futures-Handels im Jahr 2013 ist der Eisenerzpreis an der SGX in Singapur gestern über die Marke von 150 USD je Tonne gesprungen. Heute hat er kurzzeitig die Marke von 160 USD geknackt. Allein im Dezember hat sich Eisenerz um 23% verteuert. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus mittlerweile rund 70%. An der DCE in Dalian hat der Preis ebenfalls ein Rekordhoch markiert. Die Gründe für den Preisanstieg sind dieselben, die wir hier schon häufiger angeführt haben: eine starke Nachfrage wegen der hohen chinesischen Stahlproduktion und Angebotssorgen. Unseres Erachtens hat der Preisanstieg aber schon lange übertriebene Züge angenommen. Er dürfte zudem stark spekulativ getrieben sein. So ist in den letzten Wochen sowohl an der SGX als auch an der DCE die Zahl der offenen Kontrakte deutlich gestiegen. Wohl um die Spekulation etwas einzudämmen erhöht die DCE ab Montag die Margenanforderung für alle Futures-Kontrakte mit Fälligkeit bis Mai 2021 von 11% auf 15%. Wir fragen uns, wie lange die chinesischen Eisenerzkonsumenten den hohen Preisen noch zuschauen. In der Vergangenheit haben sie bei langen und starken Preisanstiegen auf das reichlich vorhandene, aber qualitativ minderwertige inländische Eisenerz zurückgegriffen und so aufgrund ihrer Marktmacht einen Preisrückgang herbeigeführt. Denn die hohen Eisenerzpreise dürften die Margen der Stahlproduzenten spürbar belasten. Zudem hat seit Mitte November auch der Kokskohlepreis an der DCE stark angezogen. Der Preis für Betonstahl in China ist zwar ebenfalls gestiegen, aber längst nicht so stark wie die Eisenerz- und Kokskohlepreise.

onvista Adventskalender: Nur einen DAX-Tipp entfernt von Ihrem Traumpreis

Der onvista Adventskalender wartet mit tollen Gewinnen! Und Sie sind nur einen DAX-Tipp entfernt von Ihrem Traumpreis. Denn ab dem 1. Dezember stecken hinter jedem Türchen attraktive Gewinne wie ein iPhone 12 Pro, eine Playstation 5, eine Apple Watch, eine Nintendo Switch und vieles mehr. Jetzt mitmachen und gewinnen!