Rohstoffe

Rohstoffmärkte: Ein neuer Sturm zieht auf

Energie: Ölpreise legen kräftig zu, Streik in Norwegen und Hurrikan in den USA

Die Ölpreise legten zum Wochenauftakt fulminant zu. Brent stieg um 5% und setzte seinen Anstieg in der Nacht weiter fort. Gleiches gilt für WTI, das sich gestern sogar um knapp 6% verteuerte. Brent handelt am Morgen bei 41,5 USD je Barrel, WTI bei 39,5 USD. Damit wurden die kräftigen Verluste von Ende letzter Woche größtenteils wieder wettgemacht. Rückenwind gibt ein freundliches Marktumfeld, was sich in steigenden Aktienmärkten und einem schwächeren US-Dollar ausdrückt. Zudem weitet sich der Streik in der norwegischen Öl- und Gasindustrie aus. Inzwischen sind sechs Öl- und Gasfelder in der Nordsee geschlossen. Der Produktionsausfall beläuft sich Industrieangaben zufolge auf 330 Tsd. Barrel pro Tag bzw. 8% der norwegischen Öl- und Gasproduktion. Berechnungen von Reuters zufolge sollen 60% davon auf Erdgas entfallen, was erklärt, dass die Erdgaspreise bislang stärker auf den Streik reagiert haben als die Ölpreise. Zudem ist zu berücksichtigen, dass das geringere Ölangebot in Norwegen durch ein höheres in Libyen aufgefangen wird. Dort lag die Ölförderung gestern bei 290 Tsd. Barrel pro Tag und damit nochmals 20 Tsd. Barrel pro Tag höher als zuvor gemeldet. Neben Norwegen könnte es in dieser Woche auch Produktionsausfälle im Golf von Mexiko geben, wo sich ein weiterer Hurrikan gebildet hat, der auf den griechischen Buchstaben Delta lautet. Dieser ist der vierte Sturm in diesem Jahr, der den Golf von Mexiko erreicht und der zehnte, der in den USA an Land gehen wird. Dies hat es zuvor noch nie gegeben. Zudem ist es der 25. benannte Sturm des Jahres. Nur im Jahr 2005 waren es noch drei Stürme mehr. Allerdings wurde diese Zahl damals erst später im Jahr erreicht. Die diesjährige Hurrikansaison könnte also in die Geschichtsbücher eingehen. Angesichts dessen sind die Preisausschläge bei Öl in diesem Sommer und Herbst bislang moderat geblieben, was an der reichlichen Versorgung liegen dürfte.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
SB5U85LongNatural Gas FutureFaktor: 6
SB5B64ShortNatural Gas FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Schwächerer US-Dollar und ETF-Zuflüsse schieben Edelmetalle an

Gold kämpft weiter mit der Marke von 1.900 USD je Feinunze. Gestern war der Versuch erfolgreich, so dass Gold sie überwinden konnte. Unterstützung erhielt Gold dabei vom schwächeren US-Dollar sowie von weiteren ETF-Zuflüssen. Gestern verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs erneut drei Tonnen Zuflüsse. Die Aufwärtsbewegung setzt sich heute Morgen allerdings nicht fort. Der Gesundheitszustand von US-Präsident Trump hat sich so weit verbessert, dass er aus dem Krankenhaus entlassen wurde und ins Weiße Haus zurückgekehrt ist. Damit ist ein Teil der zuvor aufgekommenen Verunsicherung aus dem Markt gewichen. Die anderen Edelmetalle haben gestern im Fahrwasser von Gold zugelegt. Mit jeweils über 2% sind Silber, Platin und Palladium dabei deutlich stärker gestiegen als Gold. Auch für sie geht es heute Morgen zunächst nicht weiter nach oben. Vom scharfen Einbruch vorletzte Woche hat sich Silber mittlerweile aber erholt und etwa die Hälfte der Verluste aufgeholt. Es handelt bei gut 24 USD je Feinunze. Durch die jüngste Outperformance von Silber ist das Gold/Silber-Verhältnis wieder unter 80 gefallen. Die Silber-ETFs erfreuten sich gestern sogar noch weitaus größerer Beliebtheit als die Gold-ETFs: Sie registrierten mit fast 400 Tonnen den größten Tageszufluss seit Juli. Platin notiert bei rund 900 USD je Feinunze. Für Platin war wichtig, dass es die charttechnisch wichtigen 100- und 200-Tage-Linien schnell zurückerobern konnte. Wie Silber hat es in etwa die Hälfte der zuvor erlittenen Verluste wettgemacht. Die Preisdifferenz zu Gold beträgt aber nach wie vor gut 1.000 USD. Palladium wiederum hat fast alle Verluste aufgeholt und ist auf dem Weg zu seinem Mehrmonatshoch von gut 2.400 USD je Feinunze. Auch Palladium verzeichnete gestern mit 8.600 Unzen nennenswerte ETF-Zuflüsse.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T5GLongPlatinum FutureFaktor: 3
SB3T9QShortPlatinum FutureFaktor: -3
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Industriemetalle: Robuste Nachfrage in China unterstützt Zinnpreis

Anders als die Ölpreise haben die Metallpreise gestern nur unterproportional von der besseren Marktstimmung und dem schwächeren US-Dollar profitiert. Kupfer und Zink haben ihre zwischenzeitlichen Verluste aber immerhin eingedämmt und den Handel nur leicht im Minus beendet. Positiv stachen Nickel und Zinn heraus, die zum Handelsende jeweils um rund 1,5% zulegten. Zinn hat gestern dabei wieder die Marke von 18.000 USD je Tonne überwunden. Es hat somit seinen Einbruch von vorletzter Woche fast vollständig aufgeholt. Aus charttechnischer Sicht hat dem Zinnpreis geholfen, dass in den letzten Tagen die 100-Tage-Linie gehalten hat. Letzte Woche hatte die International Tin Association (ITA) von einem Anziehen der Zinnnachfrage in China berichtet. China ist mit einem Anteil von fast 50% der mit Abstand größte Zinnkonsument weltweit. Zinn wird unter anderem als Lötmittel in der Halbleiterindustrie eingesetzt und China ist der weltgrößte Produzent von Halbleitern. Laut Aussagen der ITA haben derzeit aber die chinesischen Zinnraffinerien Probleme, die Nachfrage zu befriedigen. Denn Myanmar, Chinas Hauptlieferant von Zinnkonzentrat, kämpft neben den Coronavirus-Restriktionen aktuell auch mit Überschwemmungen. Laut ITA sind mehr als die Hälfte der Minen dort überflutet. Die angespannte Situation, die schon seit zwei Monaten besteht, soll demnach im Oktober noch anhalten. Daher könnte China wieder verstärkt am Weltmarkt Zinnraffinade kaufen. Mit Ausnahme von August hat China dieses Jahr bereits in jedem Monat große Mengen Zinnraffinade importiert. Dass es in China derzeit offenbar nicht genügend Angebot gibt, zeigt auch der seit Mitte September zu beobachtende Abbau der Zinnvorräte in den SHFE-Lagerhäusern.