Rohstoffe

Rohstoffmärkte: Die Sorgen nehmen wieder zu

Energie: Hiobsbotschaften am Ölmarkt reißen nicht ab, Ölpreis steigt dennoch

Die OPEC erwartet am Ölmarkt eine massive Überversorgung, nachdem sie ihre Prognose für die Weltölnachfrage im ersten Halbjahr um rund 400 Tsd. Barrel täglich reduziert hat. Der Ölmarkt wäre allein im 2. Quartal mit fast 600 Tsd. Barrel täglich überversorgt, weshalb das Technische Komittee letzte Woche Produktionskürzungen von 600 Tsd. Barrel täglich ins Spiel gebracht hat. Doch es ist fraglich, ob sich die OPEC+ darauf einigt und die Kürzungen kurzfristig vollumfänglich umsetzt. Denn der wichtigste Verbündete der OPEC, Russland, hat seine Produktion laut OPEC im Januar um weitere 20 Tsd. auf nun 10,67 Mio. Barrel täglich ausgeweitet. Eigentlich sollte sie laut dem Abkommen vom Dezember auf 10,33 Mio. Barrel täglich sinken.

Einen Hinweis auf den überversorgten Markt bieten die Rohöllagerbestände in den USA, die in der Vorwoche laut DOE massiv um rund 7,5 Mio. Barrel gestiegen sind. Der Anstieg ist teilweise auf eine höhere Produktion, eine schwächere Nachfrage und einen deutlichen Rückgang der Exporte zurückzuführen. Im Laufe des Jahres dürften die USA nachhaltig zu einem Selbstversorger und sogar einem Netto-Ölexporteur werden (Rohöl und Ölprodukte zusammengefasst). Dies bringt einen weiteren wenig beachteten Belastungsfaktor ins Spiel: Schon im Jahr 2015 haben die USA beschlossen, ihre Strategischen Reserven (SPR) zu reduzieren, die für den Fall von Importausfällen seit 40 Jahren gehalten werden. Unter Berücksichtigung der Verkäufe in den letzten drei Jahren und der neuesten Budgetplanung für 2021, die zusätzliche Verkäufe von 15 Mio. Barrel Rohöl beinhaltet, sollten die SPR in den kommenden acht Jahren um rund 250 Mio. Barrel fallen. Gleichmäßig über den Zeitraum verteilt würde dies einem zusätzlichen Angebot von knapp 100 Tsd. Barrel täglich entsprechen. Wir erachten die Menge von fast 400 Mio. Barrel Rohöl, die danach immer noch als SPR gehalten wird, als zu hoch. Ein stärkerer Abbau wäre angesichts der beachtlichen Produktionserfolge möglich. Von dieser Seite “droht” also weiteres Angebotspotenzial.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU3THV Long Brent Oil Future Faktor: 5
CU54XX Short Brent Oil Future Faktor: -5
CU3THU Long WTI Oil Future Faktor: 5
CU54X3 Short WTI Oil Future Faktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Größeres Angebotsdefizit am Platinmarkt als erwartet …

Johnson Matthey hat gestern seinen sehnlichst erwarteten Bericht zur Lage und zu den Aussichten am Platin- und Palladiummarkt veröffentlicht. Demnach wies der globale Platinmarkt im letzten Jahr ein Angebotsdefizit in Höhe von 203 Tsd. Unzen auf. Dieses war deutlich größer als bislang erwartet. Das Defizit kommt hauptsächlich durch eine rekordhohe Investmentnachfrage zustande, die Johnson Matthey auf 1,1 Mio. Unzen beziffert. Alle anderen Nachfragekomponenten waren rückläufig: Autoindustrie -1,8%, industrielle Anwendungen ex Autos -5,4%, Schmuck -7,9%. Die geringere Nachfrage in der Autoindustrie war einer niedrigeren Produktion von Autos mit Dieselmotoren geschuldet, obwohl mehr Platin in einem Katalysator eingesetzt wurde. Außerhalb der Autobranche hat die Industrie ihre rekordhohe Nachfrage des Vorjahres nicht wiederholen können, was im Wesentlichen an der Mineralölindustrie lag. Die Schmucknachfrage war rückläufig, da für Schmuck mehr und mehr Gold nachgefragt wird – ein Trend, der schon seit einigen Jahren zu beobachten ist. Angebotsseitig überkompensierte ein höheres Recyclingangebot zwar die erneut rückläufige Minenproduktion, konnte das Defizit aber nicht verhindern. 2020 soll der Platinmarkt laut Johnson Matthey wieder in einen Angebotsüberschuss drehen, es sei denn, die Investmentnachfrage bleibt in der Nähe ihres Vorjahreswertes. Dies halten wir für unrealistisch. Die von Bloomberg erfassten Platin-ETFs haben seit Jahresbeginn aber immerhin Zuflüsse von gut 30 Tsd. Unzen verzeichnet. Wir sehen für den Platinpreis in diesem Jahr kaum Potenzial nach oben.

… und ein noch höheres Defizit am Palladiummarkt

Am globalen Palladiummarkt belief sich das Angebotsdefizit im letzten Jahr laut Johnson Matthey auf 1,2 Mio. Unzen. Auch dieses war größer als zunächst erwartet. Es ist fast ausschließlich auf die Nachfrage aus der Autoindustrie zurückzuführen, die auf ein neues Rekordhoch gestiegen ist (+10,2%). Hierzu trugen striktere Emissionsvorschriften in fast allen großen Autoabsatzmärkten bei, im Zuge derer der Palladiumgehalt in den Katalysatoren für Benzinmotoren erhöht wurde. Außerhalb der Autoindustrie ist die industrielle Nachfrage um 5,7% wegen einer schwächeren Nachfrage aus der Zahnmedizin und der Elektronikindustrie gefallen. Die Schmucknachfrage war wiederholt rückläufig (-5,4%) und spielt im Gesamtbild keine Rolle mehr. Aufgrund von ETF-Abflüssen war die Investmentnachfrage negativ. Wie bei Platin überkompensierte auch bei Palladium ein höheres Recyclingangebot die geringere Minenproduktion, konnte aber die hohe Nachfrage nicht annähernd befriedigen. 2020 soll das Angebotsdefizit laut Johnson Matthey sogar noch größer werden, da wegen der weiteren Verschärfung der Emissionsrichtlinien noch mehr Palladium in den Katalysatoren eingesetzt werden soll. Johnson Matthey geht insgesamt betrachtet von einer steigenden Palladiumnachfrage in diesem Jahr aus, obwohl die Bemühungen zur Substitution von Palladium wegen der hohen Preise verstärkt werden dürften. Selbst wenn der globale Palladiummarkt 2020 das neunte Jahr in Folge im Defizit bleibt, rechnen wir mit einer deutlichen Preiskorrektur, da der Markt unseres Erachtens zu heiß gelaufen ist.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E6Q Long Palladium Future Faktor: 3
CU3TG7 Short Palladium Future Faktor: -3
CJ7RME Long Platinum Future Faktor: 3
CJ7RL9 Short Platinum Future Faktor: -3
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Industriemetalle: Eingeschränktes Eisenerzangebot wegen schlechten Wetters

Die Industriemetalle verteidigen zwar ihre Gewinne der letzten Tage, legen aber heute Morgen kaum weiter zu. Dies dürfte den etwas schwächeren Aktienmärkten in Asien geschuldet sein. Die Marktteilnehmer zeigen sich heute etwas beunruhigter, nachdem China einen deutlichen Anstieg der bestätigten Viruserkrankungen gegenüber dem Vortag gemeldet hat. Allerdings hat die Regierung eine neue Methodik zur Erfassung der Fälle angewandt, die den Anstieg besonders groß ausfallen ließ. Der Markt geht bislang noch davon aus, dass China das Covid-19-Virus im Verlauf des ersten Quartals weitgehend eindämmen kann. Ein anderer Faktor, der den Anstieg der Metallpreise heute bremst, ist der US-Dollar, der weiter aufwertet. Der handelsgewichtete Dollar-Index ist auf ein 4-Monatshoch gestiegen, der EUR-USD-Wechselkurs notiert sogar auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2017.

Mit den Industriemetallpreisen hat sich auch der Eisenerzpreis in den letzten Tagen spürbar erholt. Er notiert heute bei gut 86 USD je Tonne. Letzte Woche waren es noch 10 USD weniger. Der weltweit größte Eisenerzproduzent aus Brasilien wird eigenen Angaben zufolge in diesem Quartal wegen schlechten Wetters und Sicherheitsbedenken weniger Eisenerz produzieren als bislang geplant. Die „verlorene“ Produktion soll aber im Jahresverlauf wieder aufgeholt werden. Der Produzent will die virusbedingt schwächere Nachfrage in China nutzen, um seine Lagerbestände wieder aufzufüllen. Nach dem Dammbruch und den angeordneten Minenschließungen Anfang letzten Jahres hatte das Unternehmen auf Vorräte zurückgegriffen, um seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllen zu können. In Australien behindert derzeit ebenfalls schlechtes Wetter die Produktion und vor allem den Transport bzw. die Verschiffung von Eisenerz.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7G Long Copper Future Faktor: 3
CU54EW Short Copper Future Faktor: -3
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Agrar: Auch 2020/21 wohl keine höhere EU-Zuckerproduktion

Für die nächste Saison 2020/21 erwarten die meisten Beobachter ein zweites Angebotsdefizit am globalen Zuckermarkt. Nach mindestens 7 Mio. Tonnen in der laufenden Saison soll dieses dann aber deutlich kleiner ausfallen. In Umfragen beläuft sich der Mittelwert meist auf gut 1 Mio. Tonnen. Diese Erwartung ruht vor allem auf einer deutlich steigenden Zuckerproduktion in Indien. Aber auch in Brasilien soll mehr Zucker hergestellt werden. Zum einen lässt ein guter Mix aus Regen und Sonne eine hohe Zuckerrohrernte erwarten. Zum anderen sind die lokalen Zuckerpreise gestiegen, auch unterstützt durch den rekordtief notierenden Real. Daher dürfte ein höherer Anteil des Zuckerrohrs zu Zucker statt zu Ethanol verarbeitet werden. Dies wird auch nötig sein, um die weltweite Produktion zu steigern. Denn in einer Reihe von Ländern sieht es nicht nach einer nennenswerten Ausdehnung aus – wenn überhaupt. Gestern haben wir bereits auf die kritischen Stimmen zu Thailand verwiesen. Auch in der EU dürfte nach den schwachen Jahren 2018/19 und 2019/20 im kommenden Jahr kein großer Sprung möglich sein. Zwar sind die internationalen Zuckernotierungen gestiegen, aber noch immer ziehen die Preise in der EU nach Angaben der Produzenten nicht ausreichend an, um eine profitable Produktion zu gewährleisten. Die großen Anbieter haben bereits einige Fabriken geschlossen. Alleine in Frankreich wird für die nächste Ernte eine 5-10% kleinere Fläche mit Zuckerrüben bebaut, erwartet der Direktor der Rübenbauervereinigung. Der große französische Produzent Tereos rechnet EU-weit mit einer Einschränkung der Fläche um 2%. Das Handelshaus ED&F Man schätzt die EU-Zuckerproduktion 2020/21 auf 17,5 Mio. Tonnen und damit ähnlich hoch wie die der aktuellen Saison, die die EU-Kommission mit 17,3 Mio. Tonnen angibt (darunter Frankreich 4,8 Mio. und Deutschland 4,2 Mio. Tonnen). Das Analysehaus Green Pool rechnet 2020/21 für die EU sogar nur mit 15,8 Mio. Tonnen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU54EU Long Sugar Future Hebel: 3
CJ3D7B Short Sugar Future Hebel: -3
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