Rohstoffe

Rohstoffmärkte außer Rand und Band

Energie: Ölpreise aus Handelsspanne nach oben ausgebrochen

Nach einer recht langen Verschnaufpause sind die Ölpreise gestern aus ihrem seit Juni anhaltenden Seitwärtstrend nach oben ausgebrochen. Brentöl ist dabei auf fast 45 USD und WTI auf 42,4 USD je Barrel gestiegen, der jeweils höchste Stand seit 4½ Monaten. Damit haben sie den Einbruch in Folge der Pandemie mehr oder weniger wettgemacht. Nur der “Vertrauensschaden” in Folge des Preiskriegs der OPEC+ nach dem Zerwürfnis Anfang März ist noch da. Auch dieser könnte angesichts der starken Förderdisziplin der Allianz der Ölexporteure in den letzten Monaten demnächst verschwinden. Doch die Zweifel sowohl in Bezug auf die OPEC+ als auch die mögliche Normalisierung der Nachfrage bleiben. Daten aus dem Irak zeigen in den ersten 20 Tagen im Juli unveränderte Exporte von 2,7 Mio. Barrel täglich, also keinen Rückgang wie vereinbart. Der Oman, der ebenfalls zur OPEC+ gehört, hat im Juni mit 900 Tsd. Barrel täglich sogar über 20% mehr Rohöl exportiert als im Mai. Vor allem aber ist der jüngste Ölpreisanstieg der ausgelassenen Stimmung an den Finanzmärkten geschuldet, nachdem Hoffnungen auf eine Impfstoffzulassung noch in diesem Jahr geschürt wurden und die Regierungen dies- und jenseits des Atlantiks fast im Monatstakt mit neuen billionenschweren Stützungsprogrammen aufwarten. Doch ob sich diese Hoffnungen bewahrheiten und der Ölnachfrage die Rückkehr zur Normalität ermöglichen, ist nicht gewiss. Die Datenlage am Ölmarkt ist dagegen wie oben erwähnt gemischt. Das zeigten auch die Lagerdaten des API gestern Abend. Diese zeigten für letzte Woche einerseits mit 7,54 Mio. Barrel den stärksten Anstieg der US-Rohölvorräte seit acht Wochen und andererseits einen Abbau der Benzinvorräte um 2 Mio. Barrel. Für die heutigen offiziellen DOE-Zahlen erwartet der Bloomberg-Konsens einen Abbau der Rohölbestände um 2,2 Mio. Barrel und einen etwas geringeren Rückgang der Benzinvorräte um 1,5 Mio. Barrel. Im DOE-Wochenbericht wird auch wichtig sein, ob sich die US-Benzinnachfrage weiter erholt hat. Die letzten Meldungen hatten dagegen eine Abschwächung signalisiert.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB9B6PCallOil Brent FutureHebel: 7,6
CL46VPPutOil Brent FutureHebel: 8,6
SB9B6MCallOil WTI Light FutureHebel: 7,5
CL7FZRPutOil WTI Light FutureHebel: 8,6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Wilde Party

Bei Gold und vor allem Silber steppt der Bär: Während sich der Preisanstieg von Gold gestern mit +1,3% noch in Grenzen hielt, zündete Silber sämtliche Raketen und sprang um 7% nach oben. Heute Morgen setzt sich die Rally fort: Gold klettert zeitweise auf 1.865 USD je Feinunze. Es nimmt offenbar Kurs auf sein Rekordhoch von September 2011, das nur noch knapp 60 USD entfernt liegt. Silber springt zwischenzeitlich um weitere 7% auf 22,8 USD je Feinunze nach oben. Es erreicht damit den höchsten Stand seit Oktober 2013. Platin und Palladium nahmen mit +4% bzw. +4,6% gestern ebenfalls an der Party teil, tanzen heute Morgen aber nicht mehr mit. Bei Gold und insbesondere Silber hat sich zuletzt eine enorme Dynamik aufgebaut. Diese dürfte durch technische und spekulative Käufe verstärkt worden sein, nachdem historische Marken überwunden wurden. Dahinter stehen wohl die massiven Unterstützungsprogramme der Zentralbanken und Regierungen, wie zuletzt der 750 Mrd. EUR schwere EU-Wiederaufbaufonds und die Erwartung an ein neuerliches Billionen schweres Konjunkturpaket in den USA. Auf der Suche nach wertstabilen Anlagen werden die Anleger bei Gold und Silber offenbar fündig.

Weiterhin schwache Goldnachfrage im Osten und starke im Westen

Die gestern veröffentlichten Daten der Schweizer Zollbehörde zu den Goldexporten haben erneut die schwache physische Goldnachfrage in Asien bestätigt. Nach China hat die Schweiz im Juni bereits den vierten Monat in Folge gar kein Gold mehr ausgeführt, nach Hongkong nur noch mehrere hundert Kilogramm. Auch die Exporte nach Indien lagen in den letzten drei Monaten jeweils unter einer Tonne. Im ersten Halbjahr hat die Schweiz nur noch 19 Tonnen Gold nach China und lediglich 27 Tonnen Gold nach Indien ausgeführt. Dies waren 78% bzw. 84% weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Einbruch der Exporte nach Asien ist zum einen auf das Coronavirus und die Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus zurückzuführen. Im Zuge der Lockdown-Maßnahmen mussten viele Juweliere ihre Geschäfte schließen, so dass sie deutlich weniger Gold nachgefragt haben. Zum anderen sind die rekordhohen Goldpreise in lokaler Währung für die schwachen Goldexporte der Schweiz mitverantwortlich. Diese haben in China und Indien auf der Konsumentenseite zu spürbar mehr Kaufzurückhaltung geführt. Große Mengen Gold (68,3 Tonnen) hat die Schweiz dagegen erneut in die USA geliefert. Dahinter steht die äußerst starke ETF-Nachfrage. In den USA ist der weltweit größte Gold-ETF, SPDR Gold Trust, beheimatet. Während die Goldnachfrage im Osten also weiter schwach bzw. kaum vorhanden ist, ist sie im Westen anhaltend hoch. Bei der Nachfrage im Westen handelt es sich aber vorwiegend um Investmentnachfrage, die nicht immer als stabil gilt. Sie ist jedoch seit Monaten der Treiber des Goldpreises. Wir halten daher Preisrücksetzer jederzeit für möglich.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
CU0E6SLongSilver FutureFaktor: 4
CJ7RLWShortSilver FutureFaktor: -4
CU0E6QLongPalladium FutureFaktor: 3
CU3TG7ShortPalladium FutureFaktor: -3
CJ7RMELongPlatinum FutureFaktor: 3
CJ7RL9ShortPlatinum FutureFaktor: -3
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Industriemetalle: Metallmärkte noch gut versorgt

Wie die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) berichtete, wiesen der globale Zink- und Bleimarkt in den ersten fünf Monaten des Jahres Angebotsüberschüsse auf. Bei Zink übertraf das Angebot die Nachfrage demnach um 223 Tsd. Tonnen. Zur gleichen Zeit im Vorjahr gab es noch ein Defizit in Höhe von 109 Tsd. Tonnen. Zum jetzigen Überschuss trugen sowohl eine höhere Produktion als auch eine geringere Nachfrage bei: Die Produktion ist im Vorjahresvergleich um 1,6% gestiegen, die Nachfrage um 4,4% gefallen. Das Coronavirus hatte bisher also wesentlich größere Auswirkungen auf die Nachfrage – es hat zinkintensive Sektoren wie die Stahlindustrie hart getroffen – als auf das Angebot. Der Überschuss am Bleimarkt belief sich den ILZSG-Daten zufolge von Januar bis Mai auf 23 Tsd. Tonnen. Im Vorjahr war der Markt nach fünf Monaten nahezu ausgeglichen. Bei Blei ist die Nachfrage stärker gefallen als das Angebot (-4,7% ggü. -4,2%). Das Coronavirus hat auch hier Sektoren getroffen, die für gewöhnlich viel Blei nachfragen, allen voran die Autoindustrie. Der globale Kupfermarkt war ebenfalls noch gut versorgt. Gemäß Daten der International Copper Study Group (ICSG) betrug der Angebotsüberschuss in den ersten vier Monaten des Jahres 59 Tsd. Tonnen (saisonbereinigt 73 Tsd. Tonnen). Zur gleichen Zeit im Vorjahr gab es noch ein hohes Defizit. Der aktuelle Überschuss ist auf eine schwache Nachfrage zurückzuführen, die laut ICSG Corona-bedingt um 2,5% gefallen ist. Die Raffinadeproduktion zeigte sich dagegen fast unverändert gegenüber Vorjahr, ebenso die Minenproduktion. Allerdings war Letztere im April rückläufig, was auf Produktionsdrosselungen in Peru im Zuge der Bekämpfung des Coronavirus dort zurückzuführen war. Sollte auch in anderen Ländern wie zum Beispiel Chile weniger Kupfer produziert werden, könnte sich der Markt für Kupferkonzentrat spürbar anspannen. Dies hätte dann auch Auswirkungen auf die Raffinadeproduktion. Der Kupferpreis hat eine solche mögliche Entwicklung unseres Erachtens bereits vorweggenommen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ3D7JLongCopper FutureFaktor: 5
CJ3D7RShortCopper FutureFaktor: -5
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