Rohstoffe

Rohstoffepreise zum Wochenausklang unter Druck

Energie: Am Ölmarkt überwiegen die Risiken nach unten

Die Ölpreise haben gestern zwar einen Teil der starken Verluste des Vortages wettgemacht, aber aus unserer Sicht überwiegen die Risiken nach unten. Von der Nachfrageseite gibt es angesichts extrem hoher Neuinfektionen mit Covid-19 – gestern stieg diese Zahl weltweit auf fast 500.000 – wenig Unterstützung. Preisdruck kommt auch von der Angebotsseite durch die steigende Ölproduktion Libyens – Berichten zufolge stieg sie am Mittwoch bereits auf 560 Tsd. Barrel täglich – und einer möglichen Rückkehr des Irans im Falle eines Wahlsieges von Joe Biden. Die Äußerungen des russischen Präsidenten Putin, dass man die vereinbarten Produktionskürzungen im aktuellen Umfang auch über das Jahresende hinaus beibehalten oder sogar ausweiten könne, haben die Ängste vor einer erneuten Überschwemmung des Ölmarktes nicht komplett entkräftet.

Gaspreise steigen weltweit auf Jahreshochs

Die europäischen Gaspreise (Gaspool bzw. NCG, day ahead) klettern auf ein Jahreshoch von über 15 EUR je MWh. Die Preisentwicklungen von Rohöl und CO2, die häufig ausschlaggebend für den Gaspreis sind, können für den Anstieg kaum verantwortlich gemacht werden, da sich beide bestenfalls seitwärts entwickelt haben. Neben Wartungsarbeiten und einigen ungeplanten Ausfällen sowie der kälteren Witterung, die zu Speicherausspeisungen führt – die europäischen Gasbestände haben ihr Hoch am 11. Oktober bei 1.066 TWh bzw. 95,73% der Kapazitäten erreicht und gehen seitdem zurück -, hat vor allem die Entwicklung der Gaspreise anderswo die europäischen Gaspreise beflügelt. In den USA sind die Gaspreise erstmals seit Januar 2019 auf 3 USD je MMBtu gestiegen. Die Spot-Flüssiggaspreise (LNG) in Asien kletterten beflügelt von einer stärkeren Nachfrage ebenfalls auf Jahreshochs.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
SB5U85LongNatural Gas FutureFaktor: 6
SB5B64ShortNatural Gas FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold ist gerade weniger attraktiv, weltgrößtes Goldvorkommen liegt in Russland

Gold ist gestern zeitweise wieder unter 1.900 USD je Feinunze zurückgefallen, da der US-Dollar einen Teil seiner vorherigen Verluste aufgeholt hat. Ebenso haben die US-Anleiherenditen weiter angezogen, was Gold als Anlagealternative weniger attraktiv macht. Womöglich auch deshalb haben die ETF-Investoren gestern den dritten Tag in Folge Positionen verkauft. In den letzten drei Tagen summieren sich die Abflüsse auf 7,6 Tonnen. Auch einige spekulative Finanzinvestoren könnten weitere Long-Positionen geschlossen haben. Einen Eindruck hierüber gibt die CFTC-Statistik heute Abend.

Der größte russische Goldproduzent hat gestern bekannt gegeben, das weltweit größte Goldvorkommen zu besitzen. Dieses befindet sich in Sibirien und soll nach neuen Untersuchungen, die internationalen Standards entsprechen, 40 Mio. Unzen (knapp 1.250 Tonnen) wirtschaftlich abbaubare Reserven enthalten. Dies sei mehr als ein Viertel der gesamten russischen Goldreserven im Boden. Das Vorkommen wurde bereits Anfang der 1960er-Jahre entdeckt und in den 70er-Jahren erkundet. Es soll in den nächsten Jahren erschlossen werden und das russische Unternehmen strebt eine jährliche Produktion von rund 1,6 Mio. Unzen (50 Tonnen) an. Bis das Gold den Weltmarkt erreicht, werden aber noch viele Jahre vergehen. In diesem Jahr soll die globale Goldminenproduktion laut Einschätzung des auf die Analyse der Edelmetalle spezialisierten Research-Hauses Metals Focus um 4,6% auf 3.368 Tonnen fallen. Dies ist den virusbedingten zeitweisen Schließungen von Minen anzulasten. Im nächsten Jahr soll die Minenproduktion dank der hohen Goldpreise und hohen Margen der Produzenten um fast 9% auf 3.664 Tonnen steigen. Dies wäre ein Rekordwert.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
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Industriemetalle: Eisenerzpreis zwischen robuster Nachfrage und steigendem Angebot

Der Eisenerzpreis hat seine zwischenzeitliche Korrektur offenbar beendet und notiert an der SGX in Singapur bei rund 115 USD je Tonne. Unterstützung erhält er wohl von der rekordhohen Stahlproduktion in China. Das Nationale Statistikbüro berichtete Anfang der Woche einen Anstieg der Stahlproduktion im September um 10,9% gegenüber Vorjahr auf 3,09 Mio. Tonnen pro Tag – ein Allzeithoch. Dies war bereits der vierte Monat in Folge, in dem China mehr als 3 Mio. Tonnen Stahl täglich hergestellt hat. Die Stahlproduktion ist auf das Gesamtjahr hochgerechnet auf Rekordkurs. Der Weltstahlverband veröffentlicht heute seine Daten zur globalen Stahlproduktion. Entsprechend der hohen Produktion fragen die chinesischen Stahlhersteller viel Eisenerz nach, was sich in den letzten Monaten in außerordentlich hohen Eisenerzimporten widerspiegelte. Dadurch sind allerdings auch die Lagerbestände gestiegen, die derzeit bei rund 128 Mio. Tonnen liegen. Der robusten Nachfrage steht zudem ein spürbar steigendes Eisenerzangebot gegenüber, was die Marktteilnehmer in ihrer Betrachtungsweise anscheinend außen vor lassen. In den letzten Tagen haben zwei der drei größten Eisenerzproduzenten für das dritte Quartal eine deutlich höhere Eisenerzproduktion bzw. -verkäufe gemeldet. Alle drei befinden sich eigenen Angaben zufolge auf gutem Weg, die selbstgesteckten Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Im Falle des Produzenten aus Brasilien bedeutet dies einen weiteren deutlichen Produktionsanstieg im laufenden Quartal. Entsprechend dürfte der seewärtige Eisenerzmarkt besser versorgt sein, zumal in China nun die saisonal nachfrageschwächere Zeit bevorsteht. Wir gehen daher wie der Markt – die Eisenerz-Terminkurve ist in Backwardation – von einem Rückgang der Eisenerzpreise in den nächsten Monaten aus.