Rohstoffe

Rohstoffe: Wie geht es weiter am Ölmarkt?

Thema der Woche: Ausreichend versorgter Ölmarkt, aber Umsetzung des EU-Embargos bleibt Herausforderung

Am Ölmarkt wurden die Gewinne der Vorwoche inzwischen wieder abgegeben. Der Preis für ein Barrel Brentöl steuerte auf das 7-Monatstief vor zwei Wochen zu, hat sich aber dank einer allgemein etwas besseren Stimmung an den Finanzmärkten immerhin wieder auf gut 90 USD erholt. Neben den Nachfragesorgen belastet die Tatsache, dass der Ölmarkt bereits jetzt ausreichend versorgt ist. Im August war das Ölangebot laut Zahlen der Internationalen Energieagentur um knapp 800 Tsd. Barrel gegenüber Vormonat auf 101,3 Mio. Barrel pro Tag gestiegen. Das Überangebot in der zweiten Jahrehälfte beziffert die IEA auf knapp 1 Mio. Barrel pro Tag.

Die gute Versorgung ist unter anderem auch Russlands robuster Ölproduktion zuzuschreiben. Die tägliche Fördermenge lag im August nur knapp 450 Tsd. Barrel unter dem Vor-Kriegsniveau. Im August stiegen die russischen Ölexporte sogar wieder leicht gegenüber Vormonat um 200 Tsd. Barrel auf 7,6 Mio. Barrel pro Tag. Rund 2 Mio. Barrel pro Tag weniger als zu Jahresbeginn nahmen Europa, USA, Japan und Korea ab (Grafik 1). Eingesprungen dafür ist vor allem Indien, das mit 1 Mio. Barrel nun 900 Tsd. Barrel pro Tag mehr Öl aus Russland bezieht als zu Jahresbeginn. Auch die Türkei hat ihre Importe spürbar aus Russland deutlich erhöht. China hatte zwischenzeitlich mit 2,2 Mio Barrel pro Tag ebenfalls mehr Rohöl aus Russland bezogen (verglichen mit knapp 1,7 Mio. Barrel pro Tag zu Jahresbeginn); im August waren es aber nur 1,8 Mio. Barrel.

Die EU blieb im August mit Ölimporten (Rohöl und Produkte) in Höhe von 2,8 Mio. Barrel pro Tag wichtigster Abnehmer von Russland. Bis zum Beginn des Embargos für Rohöl im Dezember 22 bzw. für Ölprodukte im Februar 2023 ist also noch einiges an Neuausrichtung zu leisten. Die USA hat in den letzten Monaten ihre Rohölausfuhren nach Europa deutlich gesteigert und hat damit als Lieferant mit Russland fast gleichgezogen. Vor diesem Hintergrund ist es vielleicht auch eine kleine Entlastung für den europäischen Markt, dass das US-Energieministerium gestern angekündigt hat, die Freigabe der strategischen Reserven bis in den November zu strecken.

Derweil hat sich auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in ihrem Quartalsbericht mit den Gefahren auseinandergesetzt, die von der Begrenzung der russischen Ölexporte (auch für andere Rohstoffsektoren) ausgehen. In diesem Zusammenhang weist sie u.a. darauf hin, dass mit dem Anstieg der Volatilität an den (europäischen) Energiemärkten auch die Zahl der offenen Kontrakte deutlich zurückgegangen sei (Grafik 2). Das sei wohl auch auf die teuren Besicherungspflichten (initial margins) zurückzuführen. Die geringere Zahl an offenen Kontrakten ist laut der Autoren vor allem deshalb problematisch, weil dies wohl nicht auf ein geringeres spekulatives Engagement zurückzuführen sei, sondern auf weniger Absicherungsaktivitäten (Hedging). So sei die Anzahl der Endverbraucher mit offenen Long-/Short Positionen von Februar bis Mai gefallen und tendiert seither seitwärts, während die Anzahl derjenigen, die sich mehr auf der spekulativen Seite engagieren würden, über den gesamten Zeitraum konstant geblieben wäre. Wenn aber Produzenten/Konsumenten die Risiken nun verstärkt in die eigenen Bilanzen nähmen, könne dies längerfristig negative Folgen für die Angebotssicherheit haben.

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Produktidee: Faktor-Optionsscheine
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SB3T6ALongOil Brent FutureFaktor: 5
SH310QShortOil Brent FutureFaktor: -5
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Energie

  • China hat noch nicht über die Aufstockung der Exportquoten entschieden, aber schon im August haben die Exporte an Benzin und Diesel einen deutlichen Satz nach oben gemacht. Die Dieselexporte kletterten auf 830 Tsd. Tonnen, was laut Bloomberg täglichen Ausfuhren von 200 Tsd. Barrel entspricht. Es waren die höchsten Exporte seit Juli 2021. Auch die Benzinausfuhren legten zu, auf 1,12 Mio Tonnen, den höchsten Stand seit März. Der Gasölpreis war u.a. aufgrund der Aussicht auf erhöhte Dieselexporte aus China in der letzten Woche um 15% eingebrochen, hat sich inzwischen aber wieder auf knapp 980 USD je Tonne erholt. Eine hohe Nachfrage aufgrund des Brennstoffwechsels vor allem in Europa sowie niedrige Vorräte bleiben eine wichtige Unterstützung.
  • Der europäische Gaspreis TTF ist am Morgen auf 171 EUR je mWh gefallen, das niedrigste Niveau seit 2 Monaten. Maßgeblich dafür sind wohl die steigenden Gasvorräte. Inzwischen liegt auch in Europa der Füllstand der Gasspeicher mit knapp 86% inzwischen über dem 5-Jahresdurchschnitt. Der deutsche Wirtschaftsminister Habeck hatte sich zudem bezüglich der Versorgungslage im Winter zuversichtlicher geäußert, nicht ohne aber auf die Notwendigkeit von Einsparungen im Gasverbrauch einerseits und der Bedeutung der Temperaturen im Winter andererseits hinzuweisen.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD2S7VLongOil WTI Light Crude FutureFaktor: 5
SH3QBCShortOil WTI Light Crude FutureFaktor: -5
SH2SLDLongNatural Gas FutureFaktor: 5
SN5C7HShort Natural Gas FutureFaktor: -5
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Edelmetalle

  • Der Goldpreis hat sich seit seinem diesjährigen Hoch bei 2050 USD die Feinunze mittlerweile um fast 20% abgeschwächt. Der Auslöser für den jüngsten Rutsch waren Spekulationen über stärker steigende Zinsen in den USA, nachdem sich die Inflation dort im August als hartnäckiger erwies als angenommen. Darüber hinaus waren in den letzten Tagen auch zunehmend falkenhafte Töne aus den Reihen der EZB zu hören. So wies Chefvolkswirt Philip Lane darauf hin, dass die Notenbank ihre Leitzinsen im Kampf gegen die hohe Inflation noch mehrere Male erhöhen werde. Er schloss dabei nicht aus, dass der Euroraum in eine milde Rezession rutschen werde. Im Vorfeld der FOMC-Sitzung am Mittwoch hat sich der Preis des gelben Edelmetalls etwas stabilisiert. Auch die wegen des Begräbnisses der Queen geschlossene Londoner Börse LBMA dürfte den richtungslosen Handel zu Beginn der Woche begünstigt haben.
  • Die Edelmetalle Silber, Platin und Palladium haben sich dem Schwächeanfall von Gold in der letzten Woche weitgehend entzogen. Die unterschiedlichen Tendenzen könnten auch den spekulativen Investoren zu verdanken sein. So zeigen die jüngsten CFTC-Daten zumindest per letzten Dienstag, dass sich die kurzfristigen Finanzanleger bezüglich Gold wieder skeptischer wurden: Die Netto-Short Positionen sind inzwischen wieder auf gut 18 Tsd. Kontrakte gestiegen. Auch am Silber- und am Platinmarkt sind die Finanzinvestoren zwar mehrheitlich pessimistisch, aber hier wurden die (Netto-)Shortpositionen zuletzt abgebaut. Bei Palladium sind Long- und Shortpositionen der spekulativen Finanzanleger nahezu ausgeglichen.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SF5DDULongGold FutureFaktor: 5
SF5DDDShortGold FutureFaktor: -5
SN4ZYHLongSilver FutureFaktor: 5
SF5DDEShortSilver FutureFaktor: -5
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Industriemetalle

  • Passend zu den starken Aluminium-Produktionszahlen aus China, zeigten sich auch die Aluminium-Exporte im August robust. Zwar fielen sie zum Vormonat um rund 17%, verharrten damit jedoch auf einem nach wie vor hohen Niveau. Zum Vorjahr stand ein Plus von 10% zu Buche. Dies dürfte Sorgen hinsichtlich einer angespannten Angebotslage aufgrund der Produktionsausfälle in Europa deutlich lindern und den Aluminiumpreis deckeln. Solange jedoch das Risiko einer Ausweitung der hitzebedingten Produktionsausfälle in der chinesischen Region Yunnan, die Schätzungen zufolge 1/8 der gesamten Aluminium-Produktion Chinas ausmacht, fortbesteht, erscheint auch ein deutlicher Preisrückgang kurzfristig unwahrscheinlich.
  • Die International Lead and Zinc Study Group hat die Juli-Zahlen vorgelegt. Am Zinkmarkt hat eine Erholung der Nachfrage den Markt im Juli ins Defizit rutschen lassen. Dennoch wurde für die ersten sieben Monate des laufenden Jahres insgesamt nun aufgrund von Revisionen in den Vormonaten mit 83 Tsd. Tonnen ein höherer Überschuss ausgewiesen als beim letzten Bericht im August. Trotz der Überversorgung in den ersten sieben Monaten erachten wir den Zinkpreis aufgrund der Produktionskürzungen in Europa als gut unterstützt. Der Verband der Nicht-Eisen Produzenten, Eurometaux, hatte in einem Brandbrief an die EU-Kommission von der Leyen festgestellt, dass die Hälfte der Zink- und Aluminiumindustrie in der EU aufgrund der Energiekrise geschlossen sei. Am Bleimarkt wurde für Januar bis Juli ein Angebotsüberschuss von 25 Tsd. Tonnen ausgewiesen.
Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6BLongCopper FutureFaktor: 5
SH0ETJShortCopper FutureFaktor: -5
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