Rohstoffe

Rohstoffe: Warten auf die OPEC+

Morgen trifft sich die OPEC+ zu ihrer turnusmäßigen monatlichen Sitzung. Die OPEC+ produzierte bis zuletzt deutlich weniger als vorgesehen, sodass eine weitere graduelle Anhebung der Produktionsziele sinnvoll erscheint, um diese Lücke zu verringern. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am vergangenen Freitag unter Berufung auf gut informierte Quellen berichtete, scheint es dafür aber keine Mehrheit zu geben. Der jüngste Preisrückgang könnte die OPEC+ vorsichtiger machen, da dieser auf neuerliche Nachfragesorgen im Zuge enttäuschender Konjunkturdaten aus China zurückzuführen war, dem immerhin zweitgrößten Ölverbrauchsland der Welt. Auch die Nachricht, dass die Ölproduktion in Libyen erstmals seit fast vier Monaten wieder ihr Normalniveau erreicht hat, könnte gegen eine nochmalige Produktionsausweitung sprechen.

Thema der Woche: OPEC+-Sitzung mit ungewissem Ausgang

Morgen treffen sich die Ölminister der OPEC+ zu ihrer turnusmäßigen monatlichen Sitzung. Dabei wird über die Produktionsmenge im September entschieden. Mit dem Vorziehen der eigentlich für September vorgesehenen Produktionserhöhung um 430 Tsd. Barrel pro Tag auf Juli und August sind auf dem Papier sämtliche Produktionskürzungen von 9,7 Mio. Barrel pro Tag vom Mai 2020 wieder rückgängig gemacht. Allerdings produzierte die OPEC+ bis zuletzt deutlich weniger als vorgesehen, sodass eine weitere graduelle Anhebung der Produktionsziele sinnvoll erscheint, um diese Lücke zu verringern. Denn nur so können Länder mit freien Förderkapazitäten wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Produktion weiter erhöhen, ohne gegen das Abkommen zu verstoßen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am vergangenen Freitag unter Berufung auf gut informierte Quellen berichtete, scheint es dafür aber keine Mehrheit zu geben. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Position Russlands. Der neue OPEC-Generalsekretär hat die große Bedeutung Russlands für den Erfolg des OPEC+-Abkommens bekräftigt. Ohne Zustimmung Russlands dürfte es somit keine Entscheidung zugunsten einer nochmaligen Erhöhung der Produktionsquoten geben. Dass auch die Saudis weiterhin an einer Kooperation mit Russland interessiert sind, legen deren jüngste kräftige Preisanhebungen für Abnehmer in Asien und Europa nahe. Denn dadurch wird russisches Öl für asiatische Abnehmer noch günstiger und der Umstieg auf nicht-russisches Öl für europäische Abnehmer erschwert.

Der deutliche Preisrückgang seit gestern könnte die OPEC+ vorsichtiger machen, da dieser auf neuerliche Nachfragesorgen im Zuge enttäuschender Konjunkturdaten aus China zurückzuführen war, dem zweitgrößten Ölverbrauchsland der Welt. Auch die Nachricht, dass die Ölproduktion in Libyen erstmals seit fast vier Monaten wieder ihr Normalniveau erreicht hat, könnte gegen eine nochmalige Produktionsausweitung sprechen. Denn dadurch kommen immerhin rund 600 Tsd. Barrel pro Tag an libyschem Öl zurück an den Markt, das im Juni und Juli noch gefehlt hat. Allerdings prognostizierte die OPEC in ihrem Juli-Monatsbericht auf Basis der Ölproduktion im Juni für das zweite Halbjahr noch ein Angebotsdefizit von mehr als 1 Mio. Barrel pro Tag. Nur wenn die OPEC+ ihre Ölproduktion im Juli und August planmäßig um rund 650 Tsd. Barrel pro Tag erhöht haben sollte und Libyen seine Ölproduktion bis zum Jahresende konstant bei 1,2 Mio. Barrel pro Tag hält, was beides nach den Erfahrungen der letzten Monate sehr unwahrscheinlich ist, wäre der Ölmarkt ausreichend versorgt. Wir erachten den Ausgang der OPEC+-Sitzung daher als völlig offen, wobei mehr für eine Beibehaltung der aktuellen Produktionsmenge spricht. Dies sollte zu einer Preisstabilisierung beitragen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Energie

  • Die Ölpreise gerieten zum Wochenauftakt wegen Nachfragesorgen nach schwächeren chinesischen Konjunkturdaten kräftig unter Druck. Zudem droht mit dem Besuch der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Pelosi, in Taiwan eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und China, den beiden größten Ölverbrauchsländern der Welt. Brent verbilligte sich um 9% auf weniger als 100 USD je Barrel. Am Freitag hatte der September-Kontrakt noch bei 110 USD je Barrel geschlossen. Der Großteil des Preisrückgangs war allerdings darauf zurückzuführen, dass der Oktober-Kontrakt als neuer Referenzkontrakt zum Zeitpunkt des Kontraktwechsels rund sechs USD niedriger notierte als der inzwischen ausgelaufene September-Kontrakt. Der WTI-Preis fiel ohne die Besonderheit des Kontraktwechsels von am Freitag in der Spitze erreichten 102 USD je Barrel bis auf 92,5 USD. Damit markierten beide Ölpreise den niedrigsten Stand seit Mitte Juli.
  • Die Ölproduktion in Libyen ist dem Ölminister des nordafrikanischen Landes zufolge zuletzt wieder auf 1,2 Mio. Barrel pro Tag gestiegen und hat damit das höchste Niveau seit Anfang April erreicht. Seither hatten andauernde Blockaden von Ölfeldern und Häfen zu einer Halbierung der Produktionsmenge geführt. Zeitweise war die Produktion sogar nahezu vollständig lahmgelegt. Im Juli wurde eine Einigung mit den protestierenden Gruppen erzielt, die eine Wiederaufnahme der Ölproduktion und der Ölexporte ermöglicht hat. Ob und wie lange diese halten wird, bleibt nach den Erfahrungen der letzten Jahre abzuwarten. Das zusätzliche Öl aus Libyen sollte zu einer Entspannung des Angebots in Europa beitragen. Die Brent-Terminkurve hat sich nach dem Auslaufen des September-Kontrakts bereits merklich abgeflacht.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD2S7ULongOil Brent FutureFaktor: 5
SH310NShortOil Brent FutureFaktor: -5
SD1XJFLongOil WTI Light Crude Future Faktor: 5
SH3QBCShortOil WTI Light Crude Future Faktor: -5
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Edelmetalle

  • Der Goldpreis befindet sich auf Erholungskurs. In der Nacht stieg der Preis auf 1.780 USD je Feinunze. Das ist das höchste Niveau seit vier Wochen. Vom in der vorletzten Woche verzeichneten 16-Monatstief ist der Preis um 100 USD gestiegen, seit der Fed-Zinserhöhung Mitte letzter Woche um 60 USD. Begünstigt wird der Preisanstieg durch einen deutlichen Rückgang der realen US-Anleiherenditen. Diese nähern sich wieder der Nulllinie. Zum einen sind die Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen wegen der zunehmenden Rezessionssorgen gesunken. Lagen sie Mitte Juli noch bei mehr als 3%, so sind es inzwischen 2,55%. Zum anderen kam es zu einem Anstieg der marktbasierten Inflationserwartungen. Im Zuge dessen hat sich auch der US-Dollar merklich abgeschwächt. Spekulative Finanzanleger, die zuvor in Erwartung eines weiteren Preisrückgangs Shortpositionen aufgebaut hatten, dürften sich von diesen wieder trennen, was ebenfalls preissteigernd wirkt. Für die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs endete in der letzten Woche zudem eine Serie von 21 Tagen mit ununterbrochenen Abflüssen. Im gesamten Monat Juli verringerten sich die ETF-Bestände laut Bloomberg um 94 Tonnen. Das sind die stärksten Abflüsse in einem Monat seit März 2021. Zuletzt kam es an drei Tagen in Folge zu Zuflüssen, was auf einen Stimmungswechsel bei den ETF-Anlegern hindeuten könnte.
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WKNTypBasiswertMerkmale
SD3APGLongGold FutureFaktor: 5
SF5DDDShortGold FutureFaktor: -5
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Industriemetalle

  • Die Metallpreise haben in der zweiten Julihälfte ihre starken Verluste vom Monatsbeginn größtenteils wieder wettgemacht. Der Kupferpreis stieg gestern bis auf 7.970 USD je Tonne und hat sich damit vom Tief Mitte Juli rund 1.000 USD entfernt. Zink erreichte mit gut 3.300 USD je Tonne das höchste Niveau seit Ende Juni. Die enttäuschenden chinesischen Einkaufsmanagerindizes vom Wochenende, der offizielle PMI fiel im Juli sogar unter die Marke von 50 und signalisiert damit eine Kontraktion im verarbeitenden Gewerbe, blieben zunächst weitgehend folgenlos. Erst im späteren Handelsverlauf und heute gab der Kupferpreis wegen der geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China auf weniger als 7.700 USD nach. Der Preisrückgang hält sich damit verglichen mit Rohöl in Grenzen. Dahinter stehen offenbar Erwartungen, dass Stimulierungsmaßnahmen zur Unterstützung des angeschlagenen Immobilienmarktes aufgrund der schwachen Daten wahrscheinlicher geworden sind und möglicherweise noch größer ausfallen könnten. Dazu passt auch, dass China das bisherige Wachstumsziel von 5,5% weiter als Orientierung versteht. Bei Kupfer kommen preisunterstützende Angebotsmeldungen dazu. So berichtete der staatliche chilenische Kupferproduzent Codelco einen Rückgang der Kupferproduktion im ersten Halbjahr um 7,5% gegenüber dem Vorjahr. Zudem hat ein weiterer großer Rohstoffproduzent seine Prognose für die Kupferproduktion in diesem Jahr gesenkt.
  • Die indonesische Regierung will im laufenden Quartal eine Exportsteuerauf Nickelroheisen (NPI) und Ferronickel einführen. Das sagte ein hochrangiger Offizieller am Montag. Ziel ist es, die Exporterlöse zu steigern und die inländische Produktion von höherwertigen Produkten zu fördern. Indonesien hatte im Jahr 2020 bereits ein Exportstopp für unverarbeitete Nickelerze eingeführt, um den Bau von Schmelzen im Land zu forcieren. Genaue Details zur Ausgestaltung der Steuer gibt es noch nicht. Sie dürfte sich voraussichtlich an den Preisen für Nickel und für Kohle orientieren. Letztere geht in der Produktion als Energieträger ein. Sollte es zu einer Exportsteuer kommen, dürfte sich dadurch das Angebot auf dem Weltmarkt verknappen, da Indonesien ein bedeutender Produzent von NPI ist. Der Nickelpreis ist möglicherweise auch deshalb zuletzt wieder auf rund 25.000 USD je Tonne gestiegen. Höher notierte er zuletzt Ende Juni.
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WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6BLongCopper FutureFaktor: 5
SH0ETJShortCopper FutureFaktor: -5
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