Rohstoffe

Rohstoffe: Sorgen werden größer

Energie: Ölpreise ohne klare Richtung, Erdgaspreis steigt deutlich

Das Hin und Her am Ölmarkt setzt sich fort. Gestern stiegen die Preise um 5%, nachdem sie an den beiden Tagen zuvor um 9% gefallen waren. Heute geben sowohl Brent als auch WTI wieder um bis zu 2% nach. Brent handelt bei rund 106 USD je Barrel, WTI bei 104 USD. Der Gasölpreis fällt am letzten Tag vor dem Kontraktwechsel unter die Marke von 1.100 USD je Tonne. Der bereits deutlich liquidere Juni-Kontrakt handelt bei 1.070 USD. Das US-Energieministerium berichtete gestern einen überraschend kräftigen Anstieg der US-Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche um 8,5 Mio. Barrel. Dass die Ölpreise daraufhin nicht unter Druck gerieten, dürfte am gleichzeitigen weiteren Rückgang der Lagerbestände für Ölprodukte gelegen haben. Die US-Benzinvorräte gingen um weitere 3,6 Mio. Barrel zurück. Die US-Destillatevorräte fielen um 913 Tsd. Barrel und liegen inzwischen nur noch bei 104 Mio. Barrel, dem niedrigsten Stand seit 17 Jahren. Bereits am Tag zuvor hatte die US-Energiebehörde ihre Prognose für die US-Ölproduktion in diesem und im nächsten Jahr nach unten revidiert. Diese soll nun 2022 bei durchschnittlich 11,9 Mio. Barrel pro Tag liegen und 2023 bei 12,85 Mio. Barrel pro Tag. Das sind jeweils rund 100 Tsd. Barrel pro Tag weniger als bislang erwartet. Grund ist ein niedrigeres Ausgangsniveau in den ersten vier Monaten 2022.

Der europäische Erdgaspreis (TTF, 1-Monats-Forward) steigt heute deutlich um 14% auf 107 EUR je MWh. Offenbar bestehen Sorgen, dass die Gaslieferungen über die Ukraine weiter eingeschränkt werden könnten. In den letzten beiden Handelstagen waren sie um rund 27% gefallen, seit sie am Montag ein 6-Monatshoch verzeichnet hatten. Allerdings waren sie gestern noch immer höher als über weite Strecken im April. Möglicherweise versucht die Ukraine, Druck auf Ungarn auszuüben, dem EU-Ölembargo gegen Russland zuzustimmen. Noch immer stellt sich das osteuropäische Land quer und verlangte gestern, dass die Pipelines davon ausgenommen werden. Ungarn bezieht sein Öl größtenteils aus Russland und sein Gas über die Ukraine.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T5MLongOil Brent FutureFaktor: 3
SH2HFPShortOil Brent FutureFaktor: -3
SD2S7RLongOil WTI Light Crude FutureFaktor: 3
SH1YFNShortOil WTI Light Crude FutureFaktor: -3
SB3T5YLongNatural Gas FutureFaktor: 4
SH2HFCShortNatural Gas FutureFaktor: -4
Kein passendes Produkt für Sie dabei? Hier gelangen Sie direkt zur Produktsuche!
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Keine eindeutige Reaktion von Gold auf US-Inflationsdaten

Die US-Inflation ist im April auf +8,3% gegenüber Vorjahr gesunken, womit sie ihren Gipfel überschritten haben dürfte. Der Rückgang war aber weniger deutlich als erwartet. Die Teuerungsrate dürfte unseres Erachtens zwar tendenziell weiter sinken, aber nicht so stark wie von der US-Notenbank erhofft. Die Inflation wird wohl auch höher bleiben als vor der Pandemie, denn zum Beispiel die Lohnkosten steigen wegen des engen Arbeitsmarktes kräftig. Die Fed bleibt daher unter Druck, die Zinsen deutlich anzuheben. Unsere Volkswirte erwarten bei den nächsten drei Sitzungen der Fed Zinserhöhungen um jeweils 50 Basispunkte. Ende des Jahres dürfte der Leitzins bei 3,0% stehen. Die Marktteilnehmer hatten gestern in einer ersten Reaktion die Frage aufgeworfen, ob die Fed nicht noch schneller reagieren muss, also die Zinsen sogar um 75 Basispunkte erhöhen sollte. Daraufhin sind die Anleiherenditen zunächst gestiegen und der Goldpreis kam unter Druck. Mit etwas Abstand zur Datenveröffentlichung haben die Marktteilnehmer ihre Meinung aber offenbar geändert. Die Anleiherenditen sind auch im Zuge starker Verluste an den US-Aktienmärkten kräftig gefallen und Gold hat seine Verluste wieder aufgeholt. Offenbar war Gold zeitweise als wertstabile Anlage nachgefragt, was sich allerdings nicht in den ETFs widerspiegelt. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten auch gestern kräftige Abflüsse. Der jetzt doch recht starke Rückgang der Anleiherenditen – die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist auf 2,84% gefallen – gibt dem Goldpreis heute Morgen bislang keinen Auftrieb. Gold handelt weitgehend unverändert bei gut 1.850 USD je Feinunze. Gemäß Daten des World Gold Council (WGC) gab es im April den vierten Monat in Folge Netto-Zuflüsse in die Gold-ETFs (43 Tonnen). Die Bestände der vom WGC erfassten Gold-ETFs sind dadurch nahe an ihr Rekordhoch von November 2020 herangelaufen. Seither sind die ETF-Bestände laut Bloomberg aber kräftig gefallen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T69LongGold FutureFaktor: 7
SF5DDAShortGold FutureFaktor: -7
Kein passendes Produkt für Sie dabei? Hier gelangen Sie direkt zur Produktsuche!
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Tiefe Sorgenfalten

Die gestrige Erholung der Industriemetallpreise ist heute schon wieder Makulatur. Mit den Preisen geht es recht deutlich bergab. Kupfer ist unter 9.200 USD je Tonne gerutscht. Zink fällt unter 3.600 USD je Tonne und Aluminium gibt auf 2.750 USD je Tonne nach. Unter den Marktteilnehmern herrschen Nachfragesorgen. Diese beziehen sich in erster Linie auf China. In Shanghai steigen die Corona-Infektionszahlen wieder bzw. weiter, was dafür spricht, dass der Lockdown beibehalten wird und damit das Wirtschaftsleben dort stark eingeschränkt bleibt. Daneben ist der viertgrößte chinesische Immobilienentwickler offenbar zahlungsunfähig. Daraufhin sind Befürchtungen aufgekommen, dass es eine neue Welle an Zahlungsausfällen in diesem Sektor geben könnte. Die Bauindustrie ist ein großer Nachfrager nach Rohstoffen, vor allem nach Metallen und Stahl. Vor diesem Hintergrund fällt auch der Eisenerzpreis unter die Marke von 130 USD je Tonne zurück. Der Rückgang der Stahlpreise (in China) hält sich dagegen noch in Grenzen. Die größten Verluste verzeichnet heute Morgen der Zinnpreis: Er ist zeitweise um 7% auf rund 33.300 USD je Tonne gefallen. Dies ist der tiefste Stand seit Anfang Oktober. Mit einem Minus von bislang 17% im Mai ist Zinn der größte Verlierer im Industriemetallsektor. Seit Jahresbeginn stehen Verluste von 14% zu Buche – ebenfalls die größten unter den Industriemetallen. Der Zinnpreis notiert aktuell mehr als 17.000 USD bzw. fast 35% unter seinem Rekordhoch von Anfang März. Dies ist allerdings vor dem Hintergrund zu sehen, dass er von seinem Corona-Tief im März 2020 innerhalb von zwei Jahren um das 3½-fache gestiegen war. Am Zinnmarkt haben sich die Angebotssorgen zerstreut, was sich unter anderem in den Spreads bemerkbar macht. Die Preisdifferenz zwischen dem Kassa-Preis und dem 3-Monats-Forward ist von über 1.000 USD Anfang April auf jetzt rund 200 USD geschrumpft.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6YLong Copper FutureFaktor: 6
SH0ETDShort Copper FutureFaktor: -6
Kein passendes Produkt für Sie dabei? Hier gelangen Sie direkt zur Produktsuche!
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Gold glänzt als sicherer Hafen und Inflationsschutz

Gold verzeichnete einen ausgesprochen guten Start in das Jahr 2022. Der Preis stieg im ersten Quartal um 6 Prozent, was dem stärksten Zuwachs seit dem zweiten Quartal 2020 und dem besten Jahresauftakt seit fünf Jahren entspricht.

Wie die weiteren Aussichten für das gelbe Edelmetall sind, lesen Sie in der Analyse.