Rohstoffe

Rohstoffe: Schlechte Stimmung nahezu überall

Energie: Der Ölmarkt wird nervös

Am Ölmarkt kann man sich den allgemeinen Sorgen nicht entziehen: Die Ölpreise gaben gestern zwei USD bzw. 4% nach. Belastend war vor allem die deutlich gestiegene Risikoaversion infolge der wieder stärker steigenden Neuinfektionen insbesondere in Europa, welche weltweit zu einem Abverkauf an den Aktienmärkten führte und dem US-Dollar Aufwind bescherte. Schließlich treffen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie die Ölnachfrage unmittelbar und entsprechend vergleichsweise stark. Wie zur Bestätigung berichtet Indien, der inzwischen drittgrößte Ölkonsument und Importeur, gestern erneut sehr schwache Importzahlen für Rohöl und Ölprodukte. Laut dem Ölministerium hat das Land im August mit 15,2 Mio. Tonnen (3,58 Mio. Barrel pro Tag) 23% weniger Rohöl als im Vorjahr importiert. Schon davor hat man berichtet, dass die Nachfrage im August um 16% ggü. Vorjahr auf 14,4 Mio. Tonnen (Ölprodukte) gefallen war. Am stärksten ging dabei die Dieselnachfrage zurück.

Doch belastende Faktoren sind nicht nur auf der Nachfrage-, sondern auch auf der Angebotsseite auszumachen: Libyen will seine Ölproduktion in den kommenden Tagen auf gut 300 Tsd. Barrel pro Tag verdreifachen. Laut Meldung von Reuters Eikon wird schon in Kürze ein Tanker mit einer Kapazität von 1 Mio. Barrel den libyschen Hafen al-Hariga erreichen. Libyen, das vor der Hafenblockade zu Jahresbeginn gut 1 Mio. Barrel pro Tag produziert hatte, hat seither mit einer Produktion von unter 100 Tsd. Barrel pro Tag unfreiwillig deutlich dazu beigetragen, das Überangebot am Ölmarkt zu begrenzen. Mit der Rückkehr der libyschen Ölexporte gerät die OPEC+ unter Zugzwang, dieses zusätzliche Angebot durch entsprechende Kürzungen anderswo auszugleichen. Schließlich droht der angestrebte Marktausgleich auch schon durch die zu befürchtende Nachfrageverlangsamung in Gefahr zu geraten. Noch scheint der Ölmarkt von einem handlungswilligen und -fähigen Produktionskartell überzeugt zu sein.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Ausverkauf bei Edelmetallen ohne triftigen Grund

Die Edelmetalle erlebten gestern einen rabenschwarzen Tag. Gold verlor 2% und rutschte zeitweise deutlich unter die Marke von 1.900 USD je Feinunze. Noch schlimmer traf es Silber, das fast 8% abstürzte und zwischenzeitlich unter 24 USD je Feinunze notierte. Platin verlor knapp 5%, womit der Preis deutlich unter die Marke von 900 USD fiel. Bei Palladium belief sich der Verlust auf 3,6%, was den Preis unter 2.300 USD je Feinunze drückte. Die Tagesverluste waren die stärksten seit mehr als einem Monat, wobei sie zwischenzeitlich sogar noch größer waren. Einen spezifischen Auslöser für den plötzlichen Ausverkauf gab es nicht. Der stärkere US-Dollar lastete schon seit dem Vormittag auf den Edelmetallnotierungen. Der Abgabedruck beschleunigte sich am Nachmittag mit der deutlich negativen Eröffnung der US-Aktienmärkte. Dieses Muster könnte auf Zwangsverkäufe seitens von Anlegern zur Generierung von Liquidität hindeuten. Allerdings sind die Netto-Long-Positionen der spekulativen Anleger bei Gold nur etwa halb so hoch wie im Frühjahr. Ähnlich sieht es bei Silber und Platin aus. Eine Rolle könnten auch technische Verkäufe gespielt haben, nachdem wichtige charttechnische Marken nach unten durchbrochen wurden. Die ETF-Anleger haben den Preisrückgang bei Gold dagegen als Kaufgelegenheit erachtet. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten gestern Zuflüsse von 36 Tonnen. Das ist der bislang größte Tageszufluss in diesem Jahr, das bereits ein Rekordjahr bei den ETFs darstellt. Die gestrigen Zuflüsse entsprechen der weltweiten Minenproduktion von vier Tagen. Wir erachten den gestrigen Ausverkauf angesichts der weiterhin positiven Rahmenbedingungen für einen kurzzeitigen Ausreißer und rechnen mit einer schnellen Preiserholung. Dies gilt auch für Platin. Dort kam es gestern ebenfalls zu ETF-Zuflüssen von 14,9 Tsd. Unzen, womit sich die Zuflüsse seit Jahresbeginn auf knapp 400 Tsd. Unzen belaufen. Die robuste ETF-Nachfrage ist ein Grund, weshalb der Platinmarkt in diesem Jahr ein Angebotsdefizit aufweisen dürfte.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T6ELongSilver FutureFaktor: 5
SB3T90ShortSilver FutureFaktor: -5
SB3T5GLongPlatinum FutureFaktor: 3
SB3T9QShortPlatinum FutureFaktor: -3
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SB3T99ShortPalladium FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Starke chinesische Importe treiben den Kupfermarkt ins Defizit

Die Industriemetallpreise waren nicht gänzlich immun gegen den Abverkauf an den Aktienmärkten und haben gemessen am LME Industriemetallindex knapp 1,7% verloren. Heute erholen sich die Preise angeführt von Kupfer wieder. Den Daten der International Copper Study Group (ICSG) zur Folge hat der Kupfermarkt in der ersten Jahreshälfte ein Defizit von 235 Tsd. Tonnen verzeichnet. Im ersten Quartal bestand dagegen noch ein Überschuss von 130 Tsd. Tonnen. Eine Normalisierung der Nachfrage – der augenscheinliche Kupferverbrauch stieg allein von Mai auf Juni von 2,09 Mio. auf 2,25 Mio. Tonnen – gepaart mit den Produktionsausfällen – vor allem wegen der coronabedingten Minenschließungen in Peru, die zu einem Rückgang der dortigen Minenproduktion um 20% im 1. Halbjahr, führten – hat die Marktbilanz gedreht. Für den Nachfrageanstieg war vor allem China verantwortlich, dessen Nettoimporte und der Verbrauch von Kupferraffinade um 31% bzw. 9% zunahmen. Außerhalb Chinas ist der Verbrauch im Jahresvergleich dagegen um 9% gesunken, am stärksten in Japan (-12%) und in der EU (-10%). Bereinigt um die Veränderungen der chinesischen zollfreien Lager war das Angebotsdefizit in der ersten Jahreshälfte laut ICSG sogar höher bei etwa 278 Tsd. Tonnen. Doch auch in China ist der tatsächliche Verbrauch bei Weitem nicht so stark gestiegen wie die Importe oder die augenscheinliche Nachfrage. Den Preisanstieg bei Kupfer in diesem Jahr halten wir daher für überzogen und rechnen mit einer Korrektur in den kommenden Monaten.

Neben Kupfer dürfte man heute Nickel aufmerksam verfolgen. Tesla-Chef Elon Musk – Zurückhaltung und Bescheidenheit sind nicht unbedingt Eigenschaften, die man mit ihm verbindet – hat den heutigen Tesla Battery Day nicht weniger als “verrückt” bezeichnet. In dessen Rahmen dürften neue Batterie-Designs vorgestellt werden, bei denen der Nickelanteil stark steigen könnte. Mittel- bis langfristig rechnen wir damit, dass die Nickelnachfrage seitens der Batterietechnik von einem aktuell niedrigen einstelligen prozentuellen Anteil auf mehr als die Hälfte steigen und damit ausschlaggebend sein wird.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6BLongCopper FutureFaktor: 5
SB3T94ShortCopper FutureFaktor: -5
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