Rohstoffe

Rohstoffe: Ölpreis steckt die falkenhaften Töne der Fed gut weg

Der Ölpreis bleibt gefangen zwischen Nachfrage- und Angebotssorgen. Nach einem vermutlich noch positiven Wochenauftakt dank steigender chinesischer Rohölimporte dürften die Preise wieder zurück in die Handelsspanne zwischen 90 und 95 USD je Barrel finden. Denn die Nachfragesorgen bleiben. Auch die Metallpreise dürften sich aufgrund der China-Sorgen kaum viel weiter von ihren Tiefs lösen, ebenso wie Gold, das nach den falkenhaften Tönen des Fed-Chefs unter Druck ist.

Wochenausblick: Kein “Game Changer” in Sicht

Der Preis für ein Barrel Brentöl pendelt zurzeit um 95 USD. Eine weitere Erholung der chinesischen Rohölimporte, die zu Wochenbeginn veröffentlicht werden, könnte zwar kurzzeitig Unterstützung geben (Grafik 1). Schließlich dürfte die Aufstockung der Exportquoten die Rohölverarbeitung in China anschieben. Aber neuerliche Lockdown-Maßnahmen dürften keinen allzu großen Optimismus aufkommen lassen. Auch die US-Energiebehörde EIA, die als einzige der drei Energieagenturen schon nächste Woche ihre neuen Prognosen veröffentlicht, dürfte keine richtungsweisenden Impulse geben, denn die Anpassungen dürften sich in Grenzen halten: Die EIA hatte bereits im Vormonat aufgrund der verschlechterten Konjunkturaussichten ihre Erwartungen für die globale Ölnachfrage im nächsten Jahr um 0,5 Mio. Barrel pro Tag zurückgenommen. Für die US-Ölproduktion wird sie schon seit einigen Monaten zunehmend pessimistisch. Die jüngsten Produktionsdaten bestätigten dies: Die US-Ölproduktion zieht nur allmählich an. Die anstehenden Zwischenwahlen in den USA dürften auf kurze Frist die Produktionsbedingungen kaum verändern, selbst wenn die Republikaner in beiden Kammern die Mehrheiten gewännen und damit eine weitere Verschärfung von Umweltvorschriften schwieriger würde. Immerhin: Eine Übergewinnsteuer wäre dann wohl vom Tisch.

An den Metallmärkten ist die Stimmung gedrückt: Der Index der Londoner Metallmärkte kann sich seit Ende September kaum vom Jahrestief lösen. Dass Chinas Handelsdaten hier den Umschwung bringen, ist kaum zu erwarten. Immerhin: Die Kupferimporte erwiesen sich zuletzt als robust. Wenn das so bleibt bzw. diese eventuell sogar anziehen, dürfte dies die Stimmung zumindest stabilisieren.

Im EU-Emissionshandel haben sich die Preise zwar aus dem Tal gelöst, aber das Aufwärtspotenzial bleibt angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes begrenzt. Schließlich überlagern die aktuellen energiepolitischen Probleme umweltpolitische Ambitionen. Das gilt auch für den Fall, dass das EU-Parlament zur Finanzierung des REPower-EU Plans lediglich für ein Vorziehen von künftigen Auktionsvolumina votieren würde statt für eine Freigabe aus der Marktstabilitätsreserve. Letztlich kommen in beiden Fällen kurzfristig mehr Emissionsrechte an den Markt. Auch der Weltklimagipfel COP27 verspricht kaum Aufwind: Die Erwartungen beschränken sich angesichts der geopolitischen Spannungen auf finanzielle Zusagen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD0UN7LongOil Brent FutureFaktor: 5
SH310QShortOil Brent FutureFaktor: -5
SH3P8QLongICE EUA FutureFaktor: 5
SH7A0MShortICE EUA FutureFaktor: -5
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Energie

  • Die Ölpreise haben die falkenhaften Töne der Fed gut weggesteckt. Heute Morgen notiert der Brentölpreis mit knapp 97 USD sogar höher als vor der Fed-Sitzung. Preisstützend bleibt die drohende Angebotsverknappung: Neben der anstehenden Kürzung der OPEC+ sorgen das EU-Embargo und die avisierte Preisobergrenze für russisches Öl für Anspannung am Markt. Bezüglich letzterem haben sich laut einem Reuters-Bericht die G7 Außenminister gestern wohl darauf geeinigt, ein festes Niveau statt eines Korridors festzulegen, um mehr Klarheit zu schaffen. Zudem wurde in Großbritannien das Gesetz verabschiedet, demzufolge ab 5.Dezember die Versicherung von russischen Rohöltransporten verboten ist, die nicht dem Preisdeckel unterliegen. Die EU hat das in ihrem 8. Sanktionspaket verankert.
  • Für Gasölpreise ging es diese Woche zunächst deutlich bergab und dann wieder etwas aufwärts: Der europäische Preis rutschte von gut 1.100 USD zu Wochenbeginn zwischenzeitlich unter 1000 USD und notiert aktuell wieder bei 1.050 USD je Tonne. Der Preisrutsch war teilweise dem Kontraktwechsel zuzuschreiben, denn der Markt ist stark im Backwardation. Aber auch andere Faktoren sorgen für leichte Entspannung: 1) Chinas Dieselexporte sollen nach Einschätzung des Beratungsunternehmens OilChem im November 63% höher ausfallen als im Vormonat; 2) Auch Russlands Dieselexporte sollen im Vorfeld des EU-Embargos nochmal kräftig anziehen: Die Verschiffungen aus den Exporthäfen Noworossijsk am Schwarzen Meer sowie in den Ostseehäfen Primorsk und Wyssozk sollen im November um 28% gegenüber Vormonat auf 2,1 Mio. Tonnen anziehen; 3) In Frankreich wird in immer mehr Raffinerien die Arbeit wieder aufgenommen. Dennoch zeigt die schnelle Preiserholung, die (drohenden) Streiks in anderen europäischen Ländern zuzuschreiben ist, dass die Lage angespannt bleibt: Schließlich sind die ARA Gasölbestände weiterhin deutlich niedriger als zu dieser Jahreszeit üblich.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD2S7VLongOil WTI Light Crude FutureFaktor: 5
SH3QBCShortOil WTI Light Crude FutureFaktor: -5
SQ03U3LongNatural Gas FutureFaktor: 5
SN5C7HShortNatural Gas FutureFaktor: -5
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Edelmetalle

  • Achterbahnfahrt am Goldmarkt: Der Goldpreis konnte im Zuge der FOMC-Zinsentscheidung zunächst zulegen, nachdem die Notenbank signalisierte, dass sie ihr Zinserhöhungstempo bereits zur Dezember-Sitzung drosseln könnte. Allerdings wendete sich das Blatt während der Pressekonferenz, da Fed-Chair Jay Powell darauf hinwies, dass die Geschwindigkeit der Zinserhöhungen weniger wichtig sei, sondern es vielmehr auf den finalen Zinsgipfel ankommen würde. Und dieser würde laut Einschätzungen der Notenbanker wohl höher liegen als sie noch im September unterstellt hatten. Laut den letzten Prognosen hatte die Mehrheit im FOMC das Zinsniveau im kommenden Jahr noch bei 4,6% gesehen, was nur etwas geringer war als der Markt (auf Basis des Fed Funds Futures) eingepreist hatte. Darüber hinaus sei das Ziel der Fed, den Realzins in positives Territorium zu bringen. Das bedeutet, dass der Leitzins solange auf hohem Niveau verharren wird, bis die Inflationsrate unter dieses gefallen ist. Insgesamt fiel die FOMC-Sitzung also falkenhafter aus als erwartet, was sich in höheren Zinserwartungen wie auch einem festeren Dollar widerspiegelte und weshalb der Goldpreis zum Schluss niedriger notierte. Kurz vor seinem Jahrestief hat Gold dann wieder gedreht und erneut zugelegt: Der heutige US-Arbeitsmarktbericht könnte die Erholung schon wieder ausbremsen.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SN4ZYVLongGold FutureFaktor: 10
SH2G4PShortGold FutureFaktor: -10
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Industriemetalle

  • Die Stimmung an den Industriemetallmärkten wurde kurzzeitig durch Spekulationen gehoben, dass China eine Lockerung ihrer Null-Covid-Strategie in Erwägung zieht. Demnach soll auf Wunsch des Präsidenten über verschiedene Öffnungsstrategien diskutiert worden sein. Allerdings kam das Gerücht aus einer überaus fragwürdigen Quelle (ein Screenshot, der über Social Media Accounts geteilt wurde). Aber auch, dass die Nationale Gesundheitskommission Chinas nochmals die aktuelle Null-Covid-Strategie bestätigte, konnte die Stimmung nicht trüben. Erst mit der falkenhaften FOMC-Sitzung gaben die Preise an den Industriemetallmärkten wieder nach. So wies Fed-Chair Jerome Powell während der Pressekonferenz darauf hin, dass die zinssensitiven Sektoren die höheren Zinsen bereits zu spüren bekommen würden, darunter der US-Immobilienmarkt. Dieser dürfte mit der Aussicht auf noch stärker steigende Zinsen weiter unter Druck geraten, was wiederum die Nachfrage nach Industriemetallen belasten sollte.
  • Kupfer legte zuletzt aber wieder deutlich zu und notiert mit 7.750 USD je Tonne nun ebenfalls höher als vor der Fed-Sitzung. Auftrieb geben Angebotssorgen, nachdem der Betreiber der peruanischen Las Bambas-Mine stärkere Produktionskürzungen angekündigt hat. Die Mine steht für 2% des globalen Kupferangebots. Zudem meldet Chiles staatliche Kammer Cochilco, dass im September die Produktion im wichtigsten Produzentenland Chile um 4,3% gesunken sei.
    Derweil hat sich ein weltweit führender Metallhändler verpflichtet, deutsche Kunden über die nächsten fünf Jahre mit bis zu 500 Tsd. Tonnen an nicht-russischen Metallen zu versorgen. Dies folgt wohl den Bemühungen der deutschen Regierung, mittels Kreditgarantien an Rohstoffhandelshäuser die Versorgung des Landes mit wichtigen Rohstoffen auch nach einem Boykott von Importen aus Russland zu gewährleisten. Dies könnte etwas Entlastung für die europäischen Kupferprämien bringen, die angesichts der rückläufigen Produktion in Europa unter Aufwärtsdruck standen.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6BLongCopper FutureFaktor: 5
SH0ETJShortCopper FutureFaktor: -5
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DAX-Tief erst im März 2023?

In der Vergangenheit markierte der DAX im März 2003, März 2009 und März 2020 jeweils Tiefpunkte infolge von Rezessionen. Zurzeit gibt es gemischte Signale: Ifo-Index, DAX-Kurs-Gewinn-Verhältnis und pessimistische Profi-Investoren sprechen für den Aktienkauf. Dagegen raten die immer restriktivere US-Geldpolitik und ambitionierte Gewinnmargen-Erwartungen, weiterhin abzuwarten. Der Bärenmarkt dürfte noch anhalten. Wiederholt sich also die Geschichte und Anleger sehen das DAX-Rezessionstief erneut im März?

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