Rohstoffe

Rohstoffe: Nachfragesorgen überall

Energie: Zu viel des Schlechten am Ölmarkt

Wir haben zuletzt auf die Vielzahl der Risiken hingewiesen, die immer sichtbarer werden: die anhaltend schwache Nachfrage, die Gefahr von weiteren Mobilitätseinschränkungen, Probleme in und Spannungen zwischen den Ländern, die das Kürzungsabkommen unterzeichnet haben, und die steigende Produktion in denen, die dies nicht getan haben. Viele Ölmarktteilnehmer haben alldem angesichts der ausgelassenen Stimmung an den Finanzmärkten lange wenig Beachtung geschenkt. Doch irgendwann wird die Quantität zu Qualität, sprich die Probleme zu groß, um sie zu ignorieren. Das ist offensichtlich jetzt der Fall. Der gestrige DOE-Lagerbericht brachte bereits einige Probleme zum Vorschein. Zwar waren die Schlagzeilen nicht besorgniserregend. Lediglich die Lagerbestände für Benzin sind laut DOE in der letzten Woche um 1,9 Mio. Barrel gestiegen, im Gegensatz zum erwarteten Rückgang um 1,5 Mio. Barrel. Dafür war der Lagerabbau bei Destillaten mit 3,8 Mio. Barrel fast doppelt so stark wie erwartet. Auf den zweiten Blick offenbart sich aber auch das größte Problem, nämlich die anhaltende Nachfrageschwäche. So ist die Benzinnachfrage mit rund 8,3 Mio. Barrel täglich auf den niedrigsten Stand seit Mitte Juni gefallen. Es bleibt abzuwarten, ob dies ein Ausrutscher nach unten ist und mit den Wartungsarbeiten der Raffinerien oder den hurrikanbedingten Unterbrechungen zu tun hat. Zumindest hat dies gestern ausgereicht, den Brentölpreis erstmals seit einer Woche unter 42 USD je Barrel zu drücken. Der WTI-Ölpreis fiel unter 40 USD. Während es viele belastende Faktoren und Risiken gibt, fallen uns nur wenige Ereignisse und Faktoren ein, die einen weiteren Ölpreisrückgang verhindern dürften. Das könnte passieren, wenn z.B. die OPEC und ihre Verbündeten (OPEC+) kurzfristig einen Strategiewechsel verkünden und die Möglichkeit weiterer Produktionskürzungen in Aussicht stellen würden. Doch diese Chance hat die OPEC+ am Montag eigentlich vertan.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Silber und Platin holen gegenüber Gold auf

Unterstützt durch den anhaltend schwachen US-Dollar ist Gold gestern zeitweise auf 1.930 USD je Feinunze gestiegen. Es hat die Gewinne jedoch nicht gehalten und fällt heute Morgen auf 1.915 USD zurück. Hierzu trägt der US-Dollar bei, der seine Abwertung vorerst gestoppt hat. In den USA schwinden jetzt offenbar doch langsam die Hoffnungen, dass der Kongress noch vor der Präsidentenwahl ein neues Hilfspaket für die US-Wirtschaft verabschiedet. Denn selbst wenn sich Demokraten und Republikaner in Kürze einigen sollten, hat der Mehrheitsführer im Senat bereits signalisiert, dass er vor der Wahl keine Abstimmung darüber mehr zulassen wird. Mit der Wahl werden die Karten dann neu gemischt. Sollte Biden neuer US-Präsident werden und die Demokraten die Mehrheit im Senat erobern, könnte ein noch viel größeres Fiskalpaket auf den Weg gebracht werden – die Rede ist von 5 Bio. USD. Davon sollte Gold grundsätzlich profitieren. Dass es heute weniger gefragt ist, könnte auch daran liegen, dass die EU und Großbritannien die Brexit-Gespräche fortsetzen. Ziel ist jetzt, bis Mitte November eine Einigung zu erzielen. Silber ist gestern zeitweise über die Marke von 25 USD je Feinunze gestiegen, gibt aber wie Gold heute Morgen nach. In den letzten Tagen hat sich Silber etwas besser als Gold entwickelt, so dass das Gold/Silber-Verhältnis leicht auf 77 gesunken ist. Auch Platin hat zuletzt gegenüber Gold etwas Boden gut gemacht. Heute Morgen steigt es gegen den Trend im Edelmetallsektor auf knapp 900 USD je Feinunze. Nachdem die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie in den letzten Wochen gehalten hat, hat Platin gestern die 100-Tage-Linie überschritten, was offenbar weiteren Auftrieb gibt.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T60LongSilver FutureFaktor: 6
SB3T6JShortSilver FutureFaktor: -6
SB3T56LongPlatinum FutureFaktor: 5
SB42W6ShortPlatinum FutureFaktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Riesige Überschüsse bei Zink und Blei wegen schwacher Nachfrage

Die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) hat gestern die Reihe der Branchenverbände vervollständigt und neue Prognosen für den Zink- und Bleimarkt veröffentlicht. In beiden Fällen hat sie im Vergleich zu ihrer Herbsttagung vor einem Jahr deutliche Abstriche beim Angebot und bei der Nachfrage vorgenommen. Da diese auf der Nachfrageseite wesentlich größer waren, ergeben sich für beide Märkte hohe Angebotsüberschüsse. Die ILZSG sieht den Überschuss am globalen Zinkmarkt 2020 bei 620 Tsd. Tonnen. Dies ist einer stark fallenden Nachfrage (-5,3%) in nahezu allen Ländern außerhalb Chinas, insbesondere in Europa, wegen der schwachen Autoindustrie geschuldet. Die Zinkraffinadeproduktion soll dagegen trotz einer niedrigeren Minenproduktion leicht steigen und im nächsten Jahr weiter ausgeweitet werden. 2021 soll sich dann auch die Zinknachfrage um 4,2% erholen, so dass der erwartete Angebotsüberschuss auf immer noch sehr hohe 470 Tsd. Tonnen schrumpfen wird. Den Überschuss am globalen Bleimarkt taxiert die ILZSG in diesem Jahr auf 270 Tsd. Tonnen. Der Grund ist derselbe wie bei Zink: eine schwache Nachfrage (-6,5%) wegen des Rückgangs der Automobilproduktion. Die Bleiraffinadeproduktion soll nicht ganz so stark wie die Nachfrage fallen. Im nächsten Jahr soll sie sich merklich erholen. Da die ILZSG den Zuwachs der Nachfrage jedoch höher ansetzt (+4,4%), sinkt der prognostizierte Überschuss auf 190 Tsd. Tonnen. Dies ist aber nach wie vor ein sehr hohes Niveau. Nach diesen Zahlen gibt es aus unserer Sicht rein fundamental betrachtet keinen Grund, dass Zink und Blei auf den aktuell hohen Niveaus von 2.570 USD bzw. 1.800 USD je Tonne notieren. Die Preise profitieren jedoch von der guten Marktstimmung und dem hohen Risikoappetit der Marktteilnehmer.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.