Rohstoffe

Rohstoffe: Nachfragesorgen dominieren

“Mission erfüllt” könnte man für das erweitere Produktionskartell OPEC+ konstatieren. Angesichts des Preisverfalls dürfte das Kartell nun Bereitschaft signalisieren, gegebenfalls das Ruder wieder rumzureißen. Die Ölpreise dürften dennoch nachfragebedingt unter Druck bleiben. Der Quartalsbericht des WPIC wird den Platinpreis kaum beeindrucken. Maßgeblich bleibt der Abwärtssog am Goldmarkt, an dem aber inzwischen eine kräftige Zinserhöhung der EZB eingepreist sein sollte.

Wochenausblick: OPEC+ wartet ab

Eigentlich hat die OPEC+ ihr Ziel erreicht: Inzwischen sind – zumindest per Plan – die Produktionskürzungen zurückgenommen. Allerdings ist das tatsächliche Angebot weiter deutlich niedriger als geplant (Grafik 1). Daran hat sich auch im August nichts geändert, wie die umfragebasierte Reuters-Schätzung für die teilnehmenden OPEC-Staaten zeigt. Vor allem Angola und Nigeria hinken hinterher, aber auch Saudi-Arabien hat wohl im August den Ölhahn weniger aufgedreht als geplant. Die Zögerlichkeit dürfte dem nun eigentlichen “Problem” des Produktionskartells geschuldet sein: Denn inzwischen fallen die Preise am Markt deutlich. Der Preis für ein Barrel Brentöl rutschte diese Woche auf 93 USD; er notiert damit rund 30 USD niedriger als noch Mitte Juni. Alle drei Energieagenturen sehen auf kurze bis mittlere Sicht eine Überversorgung des Marktes. Insofern – und wohl nicht ganz zufällig während der laufenden Verhandlungen über eine Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Iran – hat Saudi-Arabien schon einmal die Möglichkeit von Produktionskürzungen ins Spiel gebracht. Allerdings dürfte dies vorerst nicht passieren. Dennoch dürften die Produktionsländer ihre Bereitschaft signalisieren, die Fördermenge falls erforderlich kurzfristig anzupassen, und folglich am monatlichen Sitzungsturnus festhalten. Wegen der großen Nachfragerisiken sollte der Ölpreis trotzdem vorerst unter Druck bleiben. Der Monatsbericht der US-Energiebehörde in der nächsten Woche dürfte weiteren Aufschluss geben, da er auch neue Prognosen zur US-Benzinnachfrage enthält. Diese blieb in den letzten Wochen deutlich hinter dem jahreszeitüblichen Niveau zurück. Die Sommerfahrsaison geht in den USA mit dem bevorstehenden Labour Day-Wochenende offiziell zu Ende.

Auch an den Metallmärkten dominieren die Nachfragesorgen; die neuerlichen Einschränkungen im Rahmen der Null-Covid-Politik in China belasten zusätzlich. Der enttäuschende Caixin-PMI lässt magere Exporte erwarten.

Mit Spannung wird an den europäischen Energiemärkten auf das Notfall-Treffen der EU-“Energieminister” gewartet. Den einen gemeinsamen Plan wird es aber wohl nicht geben. Vielmehr wird wohl – wie an den Benzinmärkten – jedes Land seinen eigenen Weg suchen, die Belastung durch die mit den Gaspreisen stark gestiegenen Strompreise abzufedern.

Der Platinpreis steht aufgrund des fallenden Goldpreises unter Druck und fiel auf ein 2-Jahrestief von 825 USD je Feinunze. Der World Platinum Investment Council (WPIC) veröffentlicht am kommenden Montag seine neuen Prognosen für den Platinmarkt. Im Mai rechnete der WPIC für dieses Jahr mit einem Angebotsüberschuss von 627 Tsd. Unzen (Grafik 2). In einem Researchbericht im Juli sprach der WPIC davon, dass der Überschuss wegen einer stärkeren Nachfrage aus der Automobilindustrie deutlich geringer ausfallen oder gar vollständig verschwinden könnte. Begründet wurde das mit einem höheren Platineinsatz in den Katalysatoren im Zuge strengerer Abgasvorschriften in China sowie einer verstärkten Substitution von Palladium durch Platin. Diese Effekte würden deutlich schwerer wiegen als der durch Lieferkettenprobleme und eine schwächere Konjunktur verursachte Rückgang der Automobilproduktion. Allerdings berücksichtigte der WPIC darin nicht die beträchtlichen Abflüsse aus den Platin-ETFs. Diese summieren sich seit Jahresbeginn mittlerweile auf rund 420 Tsd. Unzen. Bislang unterstellte der WPIC in seiner Prognose für das gesamte Jahr lediglich Abflüsse von 50 Tsd. Unzen. Kommt es hier zu einer beträchtlichen Aufwärtsrevision, würde sich das in einer deutlich geringeren Investmentnachfrage widerspiegeln. Es ist daher keineswegs ausgemacht, dass der WPIC seine Prognose für den Angebotsüberschuss so stark senken wird wie in dem Bericht angedeutet. Es bedarf vielmehr einer stärkeren Nachfrage aus der Automobilindustrie, damit der Überschuss nicht größer ausfällt. Wir erwarten daher nicht, dass der Platinpreis nennenswert profitieren kann.

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Energie

  • Die OPEC produzierte auch im August deutlich weniger Rohöl als vereinbart. Laut einer Reuters-Umfrage betrug die Abweichung der zehn an die Produktionsquoten gebundenen Länder (OPEC-10) 1,4 Mio. Barrel pro Tag. Davon entfielen insgesamt 1 Mio. Barrel pro Tag auf Angola und Nigeria. Die OPEC-10 erhöhte die Produktion im August um 300 Tsd. Barrel pro Tag. Möglich wären gut 400 Tsd. Barrel pro Tag gewesen. Mit der Produktionserhöhung im August hätten sämtliche Kürzungen in Folge der Corona-Pandemie vom Mai 2020 wieder rückgängig gemacht werden sollen, was aufgrund geschrumpfter Produktionskapazitäten in vielen Ländern bei weitem nicht gelungen ist. Die OPEC insgesamt weitete ihre Ölproduktion im letzten Monat dagegen recht deutlich um 690 Tsd. auf 29,58 Mio. Barrel pro Tag aus. Dies war in erster Linie auf Libyen zurückzuführen, das seine Produktion nach dem Ende der Blockade von Ölfeldern und Ölhäfen deutlich steigern konnte. Libyen war von den vorherigen Produktionskürzungen ausgenommen und unterliegt daher keinen Produktionsvorgaben. Laut einer Bloomberg-Umfrage stieg die Ölproduktion der OPEC-10 im August zwar etwas stärker um 370 Tsd. Barrel pro Tag, blieb damit aber ebenfalls etwas hinter der zugesagten Ausweitung zurück. Die Abweichung vom vereinbarten Produktionsziel war mit 1,2 Mio. Barrel pro Tag auch gemäß dieser Umfrage beträchtlich.
  • Das Gemeinsame Technische Komitee (JTC) der OPEC+ prognostiziert für das Jahr 2022 laut Angaben von Reuters einen Angebotsüberschuss von 400 Tsd. Barrel pro Tag. Zuvor war man noch von einem um 500 Tsd. Barrel pro Tag höheren Überangebot ausgegangen. Für 2023 erwartet das JTC sogar ein Angebotsdefizit von 300 Tsd. Barrel pro Tag. Auch dies stellt eine erhebliche Abwärtskorrektur dar. Zuvor wurde mit einem Angebotsüberschuss von 900 Tsd. Barrel pro Tag gerechnet. Die Abwärtsrevisionen sind auf niedrigere Annahmen für das Ölangebot zurückzuführen. Dabei wurden vom JTC die deutlich niedrigeren Produktionsmengen einiger OPEC-Länder berücksichtigt (siehe oben). Angesichts der deutlich angespannteren Markteinschätzung ist die zuletzt von Saudi-Arabien ins Spiel gebrachte Produktionskürzung kaum zu rechtfertigen.
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SD2S7VLongOil WTI Light Crude FutureFaktor: 5
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Edelmetalle

  • Der Goldpreis ist in den letzten Tagen spürbar unter Druck geraten und rutschte gestern unter die Marke von 1.700 USD je Feinunze auf ein 6-Wochentief. Den Monat August schloss Gold mit einem Minus von gut 3% ab, was dem fünften Monatsrückgang in Folge entsprach. Eine derartige Verluststrecke hatte es zuletzt vor vier Jahren gegeben. Die hohen Inflationsraten stellen sich aktuell als preisbelastend heraus, da sie die Zentralbanken zu stärkeren Zinserhöhungen veranlassen könnten. So wird angesichts des Anstiegs der Inflationsrate in der Eurozone im August auf ein Rekordniveau von 9,1% inzwischen auch für die EZB-Sitzung in der kommenden Woche eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte für möglich erachtet. Weiterhin preisbelastend sind die anhaltenden Verkäufe seitens der ETF-Anleger. Die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verringerten sich im August um weitere 45,6 Tonnen. Damit verzeichneten die ETFs in den vergangenen vier Monaten Abflüsse.
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SB3T6GLongGold FutureFaktor: 5
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Industriemetalle

  • Die Industriemetallmärkte standen diese Woche merklich unter Druck. Der LMEX Index ist seit vergangener Woche um etwa 7,5% gefallen. Zwar fielen die Einkaufsmanagerindizes aus China gemischt aus. Der offizielle Index lag leicht über den Erwartungen, dafür der Caixin Index leicht darunter. Beide befinden sich jedoch mittlerweile unter der Marke von 50 und damit im Kontraktionsbereich, was Sorgen bezüglich der Konjunkturabschwächung weiteres Futter geben dürfte. Hinzu kam die Nachricht, dass über die 21-Millionen-Einwohner-Stadt Chengdu ein Coronabedingter Lockdown verhängt wurde. Dies ist die größte Stadt seit Shanghai, die abgeriegelt wurde. Auch wenn die wirtschaftlichen Folgen weit weniger schlimm ausfallen dürften als im Frühjahr, so führt dieses Beispiel einmal mehr vor Augen, wie präsent das Corona-Risiko in China nach wie vor ist, womit die Unsicherheit unter privaten Haushalten und Unternehmen hoch bleiben und die Nachfrage schwach bleiben dürfte.
  • Der Kupferpreis (3-Monats-Kontrakt an der LME) ist infolge der Nachrichten aus China (siehe oben) mittlerweile in Richtung 7.500 USD abgesackt. Die Produktionszahlen aus Chile für den Monat Juli konnten den Preisverfall gestern kurzzeitig etwas abfedern. So verzeichnete der weltweit größte Minenproduzent einen Rückgang der Produktion um 7% gegenüber dem Vormonat und 8,6% gegenüber dem Vorjahr. Auch die Aussichten für das zukünftige Angebot aus Chile sind wenig rosig. Der Präsident des staatlichen Kupferproduzenten Codelco führte die geringere Produktion mitunter auf niedrigere Erzgehalte in den Minen zurück. Seiner Ansicht nach seien Investitionen in “strukturelle Projekte” notwendig, um das Produktionsniveau zu halten. Kurzfristig dürften jedoch die Nachfragesorgen im Fokus bleiben und den Kupferpreis belasten.
  • Jüngste Nachrichten aus der chinesischen Region Yunnan, ein wichtiger Standort für die Aluminiumproduktion, dürfte Angebotssorgen verstärkt haben. Ein lokaler Energieversorger hat gewarnt, dass die Wasserversorgung aktuell 50% unter normalen Niveaus liegt. Zwar wurden bislang noch keine Stromausfälle gemeldet, jedoch erhöht sich das Risiko für diese, sofern die Trockenheit anhalten sollte. Die Region soll Schätzungen zufolge 12,7% der gesamten Aluminiumproduktion des Landes ausmachen.
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