Rohstoffe

Rohstoffe: Krise wird ausgeblendet

Energie: Nachfrageerholung treibt den Ölpreis nach oben

Der WTI-Preis steigt heute wieder auf 40 USD je Barrel. Diesmal kommt es aber nicht seitens des Angebots, sprich der OPEC, sondern seitens der Nachfrage. Nach Aussage führender Ölhändler, die einen Rückgang der Nachfrage im April um bis zu 30% erwartet hatten, hat sich die Nachfrage zuletzt dynamisch erholt. Im weltgrößten Ölimporteurland China hätte sie sich mittlerweile normalisiert und sei auf das Vorkrisenniveau gestiegen. Auch in Europa und den USA hätte sie sich in den letzten Wochen stark erholt, so dass die Weltölnachfrage aktuell nur 10% unter dem Vorjahresniveau läge. Der Ölmarkt würde damit, eine gute Förderdisziplin der OPEC+ vorausgesetzt, in der zweiten Jahreshälfte in ein starkes Angebotsdefizit hineinlaufen. Doch steht die Nachfrageerholung aus unserer Sicht auf wackeligen Beinen. Zum einen kann sie mit Nachlaufeffekten wie z.B. einer Wiederbefüllung der Lager, teilweise erklärt werden. Zum anderen besteht aktuell die Gefahr einer “zweiten Welle” an Neuinfektionen. Und außerdem werden die langfristigen Effekte der höheren Arbeitslosigkeit und des veränderten Konsumverhaltens durch kurzfristige Stützungsmaßnahmen der Regierungen überlagert. Wir bleiben daher noch skeptisch.

Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB9B6RCallOil Brent FutureHebel: 7,1
CL98R2PutOil Brent FutureHebel: 7,2
SB9B6JCallOil WTI Light FutureHebel: 7,1
CL5NRRPutOil WTI Light FutureHebel: 7,2
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold ohne klare Richtung, weitere ETF-Zuflüsse bei Silber

Gold steigt am Morgen auf 1.730 USD je Feinunze. Damit setzt sich der richtungslose Seitwärtshandel dieser Woche fort. Für einen Ausbruch nach oben mangelt es aktuell an Überzeugung, ein Abrutschen wird durch Kaufen bei Schwäche verhindert. So kommt es, dass Gold diese Woche in einer Spanne von 30 USD stagnierte. Wie wir in den letzten Tagen schrieben, ist die Goldnachfrage ohne die Nachfrage nach ETFs eher verhalten. Und auch bei den ETFs haben sich die Zuflüsse zuletzt abgeschwächt. In dieser Woche liegen sie bei durchschnittlich 1,5 Tonnen pro Tag. In der Vorwoche waren es noch 1,9 Tonnen, im Durchschnitt des laufenden Quartals sind es sogar 5,6 Tonnen pro Tag. Bei Silber setzen sich die kräftigen ETF-Zuflüsse dagegen fort. Gestern kamen laut Bloomberg weitere 90 Tonnen hinzu. In dieser Woche sind es damit schon wieder 212 Tonnen. Gestern vor drei Monaten verzeichnete der Silberpreis bei 11,65 USD je Feinunze ein 11-Jahrestief, was den Startschuss für die beispiellosen ETF-Zuflüsse markierte. Diese belaufen sich seither auf knapp 4.900 Tonnen. Das entspricht mehr als zwei Monaten der weltweiten Minenproduktion. Anders ausgedrückt, zwei Drittel der Minenproduktion ging in den letzten drei Monaten direkt in die ETFs. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass die ETF-Zuflüsse der letzten drei Monate fast den Käufen von Münzen und Barren eines ganzen Jahres entsprechen. Angesichts dessen ist es fast schon erstaunlich, dass der Silberpreis nicht deutlich stärker gestiegen ist, sondern bislang lediglich den Corona-bedingten Einbruch im März wettgemacht hat. Aktuell handelt Silber bei 17,5 USD je Feinunze sogar noch 2% unter dem Niveau zu Jahresbeginn. Auch das Gold/Silber-Verhältnis ist mit knapp 100 weiterhin hoch.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
CU0E6SLongSilver FutureFaktor: 4
CJ7RLWShortSilver FutureFaktor: -4
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Industriemetalle: Preise steigen dank einseitiger Wahrnehmung

Kupfer hat seinen Aufwärtstrend wieder aufgenommen und die Verluste von Ende letzter Woche zum Großteil wettgemacht. Zum Wochenausklang handelt es bei knapp 5.900 USD je Tonne. Zink und Blei haben sich in dieser Woche ebenfalls verteuert. Die Marktteilnehmer schenken positiven Nachrichten mehr Gehör als negativen. So führte gestern die Mitteilung Chinas, den Virusausbruch in Peking unter Kontrolle zu haben, zu merklich steigenden Preisen. Den weiterhin recht hohen wöchentlichen US-Arbeitslosenzahlen wurde dagegen weniger Beachtung zuteil. Auch scheint keine Rolle zu spielen, dass US-Präsident Trump abermals härtere Töne gegenüber China angeschlagen hat: In einer Twitter-Nachricht benannte er die „vollständige Entkopplung von China unter bestimmten Voraussetzungen“ eine Option. Zuvor hatte er in einem Zeitungsinterview das Coronavirus als „Plage aus China“ bezeichnet.

Unterbrechung der Eisenerzproduktion in Brasilien aufgehoben

In Brasilien hat der weltweit größte Eisenerzproduzent die Erlaubnis erhalten, die Produktion im „Itabira“-Minenkomplex schrittweise wieder aufzunehmen, nachdem er neue Maßnahmen gegen das Coronavirus ergriffen hat. Die Produktion stand damit „nur“ knapp zwei Wochen still und nicht so lange wie zunächst befürchtet. Entsprechend gab das Unternehmen bekannt, nur weniger als 1 Mio. Tonnen Eisenerz verloren zu haben. Während der Produktionsverlust also relativ klein ausfiel, ist der Eisenerzpreis in Singapur gemessen am meist-gehandelten Futures-Kontrakt nur leicht gefallen. Er hält sich noch bei rund 100 USD je Tonne und hat somit noch nicht alle Gewinne seit der Produktionsunterbrechung in Brasilien wieder abgegeben. Offenbar werden neue Produktionsausfälle befürchtet, da die Behörden jetzt die Corona-Maßnahmen des Produzenten in anderen Minen untersuchen. Die aktuell betroffenen Minen im nördlichen Bundesstaat Para machen rund 35% der gesamten Produktion des Unternehmens aus, während der „Itabira“-Minenkomplex im weiter südlich gelegenen Bundesstaat Minas Gerais für etwa 10% der Produktion steht.

CO2-Preis auf Vorkrisenniveau

Heimlich, still und leise ist der CO2-Preis auf fast 25 EUR je Tonne und damit den höchsten Stand seit Februar geklettert. Für die Bewegung der letzten Wochen gibt es wenig fundamentale Erklärungen, denn die Nachfrage bleibt weiter schwach. Doch es gibt offensichtlich auch wenig Gegenwind. Klar könnten nun einige Unternehmen, ob aus der Luftfahrt, der Stahl- oder Zementherstellung ihre überschüssigen Zertifikate verkaufen. Doch im Gegensatz z.B. zur Wirtschaftskrise im Jahr 2009 ist die Liquidität bei vielen Unternehmen diesmal kein Thema, also besteht auch kein Liquidationszwang. Außerdem ist das Thema der Verschärfung der Regeln zur CO2-Reduktion in den kommenden Jahren nach wie vor präsent. Und so wird der CO2-Preis ohne großen Widerstand meist aus spekulativen Gründen nach oben getrieben. Die hohe Liquidität an den Finanzmärkten (die Geldflut, über die wir in den letzten Wochen oft geschrieben haben) findet ihren Weg wohl auch in den Emissionsmarkt. Da der Preisanstieg jedoch fundamental nicht nachvollziehbar ist, dürfte das mittelfristige Potenzial begrenzt sein.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ3F6NLongICE ECX EUA FutureFaktor: 2
CJ3F6RShortICE ECX EUA FutureFaktor: -2
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