Rohstoffe

Rohstoffe im Bann der Finanzmärkte

Energie: Ölmarkt reagiert bislang gelassen auf mögliche Rückkehr Libyens

Die Ölpreise starten mit deutlichen Minuszeichen in die neue Handelswoche. Brent rutscht am Morgen auf 42 USD je Barrel, WTI auf 40 USD. Dabei dürfte es sich um Gewinnmitnahmen handeln, nachdem Brent und WTI mit gut 8% bzw. 10% den jeweils stärksten Wochengewinn seit Anfang Juni verzeichneten. Die Meldung vom Freitag, dass der abtrünnige libysche General Haftar der Wiederaufnahmen der Ölexporte und der Ölproduktion Libyens zugestimmt hat, setzte die Ölpreise bislang kaum unter Druck. Dabei hätte diese Meldung durchaus das Potenzial, den Ölmarkt stärker zu belasten. Da Libyen von den Produktionskürzungen der OPEC+ ausgenommen und daher nicht an die Vorgaben des Abkommens gebunden ist, könnten demnächst rund 1 Mio. Barrel pro Tag zusätzliches Rohöl an den Markt kommen, für das eigentlich kein Bedarf besteht. Um den angestrebten Marktausgleich nicht zu gefährden, müsste die OPEC+ das Ölangebot daher an anderer Stelle entsprechend kürzen. Ob sich dies angesichts der sichtbaren Schwierigkeiten einiger Länder bei der Umsetzung der Produktionskürzungen bewerkstelligen ließe, bleibt abzuwarten. Dass der Ölmarkt bislang eher gelassen auf die Nachricht aus Libyen reagiert hat, dürfte mit der Skepsis zu tun haben, ob es tatsächlich zu der Wiederaufnahme der Ölexporte und der Ölproduktion kommt. Denn seit der Schließung der Öleinrichtungen vor acht Monaten hat es schon einige Male derartige Verlautbarungen gegeben, ohne dass sie letztendlich eintraten. Unterstützung erhält der Ölpreis durch die Entwicklung eines weiteren Tropensturms im Golf von Mexiko, der im Laufe der Woche zu neuerlichen Beeinträchtigungen der dortigen Ölproduktion führen könnte. Die Sturmentwicklung kann auch ein Grund für das unterschiedliche Anlegerinteresse bei Brent und WTI sein. Während die spekulativen Netto-Long-Positionen bei Brent im Zuge des Preisrückgangs in der vorletzten Woche auf den tiefsten Stand seit Ende März gefallen sind, stiegen sie bei WTI merklich an.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold sollte von beginnendem Abwertungswettlauf profitieren

Gold handelt zum Wochenauftakt wenig verändert bei 1.950 USD je Feinunze. Der Einfluss des USD-Wechselkurses war in den letzten Wochen dominierend, so dass sich die Beruhigung dort auch auf den Goldpreis niederschlägt. Das ultra-taubenhafte Statement der Fed zur künftigen Ausrichtung der Geldpolitik – keine Zinserhöhung bis mindestens 2023, sehr hohe Hürden für eine Zinserhöhung danach – hat den USD bislang nicht weiter unter Druck gesetzt. Ein Grund hierfür ist, dass sich die EZB verbal gegen eine weitere Aufwertung des Euro stellt. Somit hat ein Abwertungswettlauf zwischen USD und EUR begonnen, dem durchaus noch andere Währungen folgen könnten. Denn eine zu starke Währung kann angesichts der negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Inflation derzeit kaum eine Zentralbank gebrauchen. Gold sollte in einem derartigen Umfeld als Sieger hervorgehen, da dieses nicht auf Knopfdruck vermehrt werden kann wie USD, EUR oder andere Papiergeldwährungen. Das zeigt auch ein Blick auf die Geldmengenentwicklung. Die Geldmenge M1 stieg in den USA im August um 40% gegenüber dem Vorjahr. In der Eurozone lag der entsprechende Anstieg im Juli “nur” bei 13,5%. Die Daten für August werden von der EZB am Freitag veröffentlicht. Diese dürften eine weiterhin hohe monetäre Dynamik aufweisen. Zum Vergleich, das weltweite Goldangebot steigt pro Jahr um ca. 2,5%. Fed-Chef Powell erscheint morgen und an den darauffolgenden Tagen vor verschiedenen Kongressausschüssen zu Anhörungen über Corona-Hilfen. Dabei dürfte er die Kongressabgeordneten zu einem neuen Fiskalpaket drängen, nachdem die Fed mit ihrer neuen geldpolitischen Ausrichtung das ihr Mögliche zur Konjunkturstimulierung getan hat. Die Ausrichtung von Geld- und Fiskalpolitik bleibt somit extrem expansiv. Der Boden für weitere Zugewinne beim Goldpreis ist somit bereitet.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
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Industriemetalle: Kupferpreis steigt auf 27-Monatshoch

Der LME-Industriemetallindex ist mittlerweile auf den höchsten Stand seit April 2019 geklettert und liegt fast auf einem 2-Jahreshoch. Rückenwind erhalten die Metallpreise durch die überraschend schnelle wirtschaftliche Erholung weltweit und einen schwächeren US-Dollar. So ist die Industrieproduktion Chinas, dem mit Abstand größten Verbraucher- und Importland für Industriemetalle, im August um 5,6% ggü. Vorjahr gestiegen, der stärkste Anstieg in diesem Jahr. Doch zeigen die Fundamentaldaten wegen der schwachen Konjunktur in anderen Schwellenländern bei fast allen Metallen laut WBMS recht hohe Produktionsüberschüsse. Denn die von vielen erwarteten Produktionsausfälle in Folge der Corona-Pandemie hielten sich in Grenzen. Eine wichtige Ausnahme scheint der Kupfermarkt zu sein, wo das Angebot in den ersten sieben Monaten des Jahres stärker als die Nachfrage zurückgegangen ist. Zwar hat sich die Kupferproduktion zuletzt wieder erholt. Doch liegen die LME-Kupferlagerbestände weiterhin nah dem tiefsten Stand seit 2005. Auch scheint die Marktversorgung angespannt, wobei sich der LME-Kupfermarkt aktuell in einer stark aufgeprägten Backwardation befindet, d.h. der Kassakurs liegt höher als die Terminkontrakte. Die Preisdifferenz zwischen dem Kassakurs und dem 3-Monats-Kontrakt an der LME ist zuletzt mit 40 USD je Tonne auf den höchsten Stand seit März 2019 gestiegen. Diese Konstellation wird häufig als Zeichen der Verknappung interpretiert, weil man für “den Spatz in der Hand” mehr zu zahlen bereit ist als für “die Taube auf dem Dach”. Getrieben wird die Entwicklung vor allem durch den Preisanstieg selbst, wobei der LME-Kupferpreis heute Morgen auf ein 27-Monatshoch von fast 6.880 USD je Tonne steigt. Die Anleger dürften ebenfalls zum Preisanstieg beigetragen haben. Laut CFTC sind deren Netto-Long-Positionen bei Kupfer an der COMEX per Mitte September ebenso auf ein 27-Monatshoch gestiegen. Wir erachten den aktuellen Optimismus bei Kupfer als überhöht und rechnen mit einer Preiskorrektur.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6BLongCopper FutureFaktor: 5
SB3T94ShortCopper FutureFaktor: -5
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