Rohstoffe

Rohstoffe: Gold auf Gipfeltour

Energie: Auch am Gasmarkt sind die USA der neue Grenzproduzent

Während sich die Ölpreise stark von ihren April-Tiefs erholt haben – Brent stieg gestern auf 44 USD je Barrel, den höchsten Stand seit der gescheiterten “OPEC+”-Sitzung Anfang März – bleiben die Gaspreise dies- und jenseits des Atlantiks weiter sehr günstig. In der EU sind die Lager mittlerweile zu rund 78% gefüllt, die in Deutschland und Österreich zu 87% bzw. 89%, so hoch wie nie zuvor zu diesem Zeitpunkt. Schon im letzten Jahr war der Füllstand mit 69% recht hoch, in den Jahren zuvor waren sie zu diesem Zeitpunkt meist nur rund zur Hälfte gefüllt. Die günstigen Preise für verflüssigtes Erdgas (LNG) – der LNG-Kassapreis ist von über 6 USD zu Jahresbeginn auf unter 2 USD je MMBtu gefallen – und die hohen Erdgaslagerbestände in Europa führen dazu, dass die LNG-Exporte aus den USA, die zuvor teilweise von Asien nach Europa umgeleitet wurden, nun stark fallen. Laut EIA und IHS Markit sind die Erdgaslieferungen zu den Verflüssigungsanlagen in den USA vom Hoch bei 9,8 Mrd. Ende März auf unter 4 Mrd. Kubikfuss täglich im Juni gefallen. Die US-LNG-Exporte dürften im Juli auf lediglich 3,2 Mrd. Kubikfuss täglich fallen, nachdem für Juni und Juli mittlerweile mehr als 70 und für August weitere 40 LNG-Tanker storniert wurden. Deshalb würden die LNG-Exportkapazitäten in den USA im Sommer zu weniger als der Hälfte genutzt. Im Januar wurden 74 Ladungen verschifft, so viele wie nie zuvor. Doch dürfte die Wiederbelebung der Nachfrage und eine gewisse Preisstabilisierung – die EU-Gaspreise (nächster Monat, TTF) sind im Juni von 3,6 EUR je MWh auf mittlerweile 5,85 EUR je MWh gestiegen – auch die EU-Gasimporte wiederbeleben. Den US-LNG-Lieferungen kommt dabei wohl eine entscheidende Rolle zu, wobei die USA ähnlich wie am Ölmarkt zum Grenzproduzenten bzw. Exporteur werden.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB9B6RCallOil Brent FutureHebel: 7,1
CL98R2PutOil Brent FutureHebel: 7,2
SB9B6JCallOil WTI Light FutureHebel: 7,1
CL5NRRPutOil WTI Light FutureHebel: 7,2
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold steigt auf höchsten Stand seit Oktober 2012

Der Goldpreis stieg am Morgen auf 1.775 USD je Feinunze und verzeichnete damit das höchste Niveau seit Oktober 2012. Das bisherige 7½-Jahreshoch von Mitte Mai hatte Gold bereits gestern Nachmittag überwunden. Auftrieb geben ein in den letzten Tagen schwächerer US-Dollar und die weiter steigenden Corona-Neuinfektionszahlen. In den letzten 7 Tagen haben sich weltweit durchschnittlich 150.000 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert, so viele wie noch nie. Insbesondere in den USA und in Lateinamerika steigen die Zahlen rasant. In den USA erreichte die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen den höchsten Wert seit Ende April. Allein in der letzten Woche sind die Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche um 25% gestiegen. Mehrere US-Bundesstaaten wie Kalifornien, Texas, Florida und Arizona verzeichneten Rekordanstiege. Der führende US-Virusexperte Fauci sprach in diesem Zusammenhang bei einer Anhörung im US-Kongress von einem “beunruhigenden Anstieg”. Damit steht auch eine weitere Öffnung und Erholung der US-Wirtschaft auf der Kippe. Die zuletzt deutlich nach oben zeigenden US-Konjunkturdaten wie die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes könnten daher ein Muster ohne Wert sein. Weitere Stimulierungsmaßnahmen der US-Regierung und der US-Notenbank könnten erforderlich sein. Die atemberaubende Geldentwertung durch die Ausweitung der Zentralbankliquidität und der Staatsverschuldung würde sich damit fortsetzen. Dies zeigt sich nicht nur in der exponentiell steigenden Fed-Bilanzsumme, sondern auch in einem beispiellosen Geldmengenwachstum. So stieg die Geldmenge M1 in den USA im Mai um 33% gegenüber dem Vorjahr, so stark wie nie zuvor seit Beginn der Datenreihe vor mehr als 60 Jahren. Daher ist es kein Wunder, dass die Anleger Zuflucht in einer wertstabilen Anlage wie Gold suchen und die Gold-ETFs aus diesem Grund beträchtliche Zuflüsse verzeichnen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
CU0E6SLongSilver FutureFaktor: 4
CJ7RLWShortSilver FutureFaktor: -4
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Industriemetalle: Anhaltend hohe globale Aluminiumproduktion wegen China

Das International Aluminium Institute (IAI) hat vorgestern für Mai eine anhaltend hohe Aluminiumproduktion berichtet. Demnach wurden weltweit 5,45 Mio. Tonnen Aluminium hergestellt (175,7 Tsd. Tonnen auf Tagesbasis). Dies waren 0,7% mehr als im Vorjahr. Die Produktionsausweitung ist allein auf China zurückzuführen, wo 1,6% mehr Aluminium hergestellt wurde als vor einem Jahr. Dort wurde erneut die Marke von 100 Tsd. Tonnen pro Tag überschritten. Das IAI setzt dabei für China eine höhere Produktionsrate an als das Nationale Statistikbüro. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet ist die chinesische Produktion damit auf dem Weg, das Rekordniveau aus 2018 zu erreichen bzw. sogar leicht zu übertreffen. In China wurden und werden weiter Produktionskapazitäten aufgebaut. Zudem werden nicht profitabel arbeitende Schmelzen dort subventioniert und so künstlich am Leben erhalten. Gemäß Angaben des Analysehauses Wood Mackenzie waren in China in den vergangenen Monaten zeitweise 70% der Produzenten unter Wasser. Mittlerweile hat sich dort die Situation merklich entspannt, da der Aluminiumpreis an der SHFE nur noch knapp unterhalb der Marke von 14.000 CNY je Tonne notiert, die als durchschnittliche Gewinnschwelle für die chinesischen Schmelzen angesehen wird. Das heißt aber unseres Erachtens auch, dass die vor einiger Zeit angekündigten und zumeist noch nicht umgesetzten Produktionskürzungen in China jetzt nicht mehr erfolgen werden. Die chinesischen Produzenten werden wohl weiter versuchen, das überschüssige Material auf dem Weltmarkt zu verkaufen, auch wenn sich dies im Moment wegen der schwachen Auslandsnachfrage etwas schwieriger gestaltet. Außerhalb Chinas wurde im Mai den IAI-Daten zufolge 0,5% weniger Aluminium hergestellt. Der seit Mitte Mai spürbar gestiegene Aluminiumpreis hat dabei einen stärkeren Produktionsrückgang offenbar verhindert.