Rohstoffe

Rohstoffe: Gold als sicherer Hafen gefragt

Energie: Risikoaversion setzt Ölpreise unter Druck

Die Ölpreise erlitten gestern den zweiten Rückschlag binnen weniger Tage. Vom Tageshoch im frühen Handel bei knapp 89 USD je Barrel rutschte Brent bis zum Abend auf 85 USD ab. Letztlich ging Brent bei 86,3 USD aus dem Handel, was einem Minus von knapp 2% entsprach. Bei WTI verlief die Preisentwicklung ähnlich. Die Ölpreise reagierten damit auf den starken Anstieg der Risikoaversion, was sich auch am Ausverkauf an den Aktienmärkten widerspiegelte. Es ist daher wahrscheinlich, dass spekulative Finanzanleger Long-Positionen geschlossen haben, um Gewinne mitzunehmen. Laut CFTC und ICE waren die spekulativen Netto-Long-Positionen bei WTI und Brent in der letzten Berichtswoche abermals gestiegen. Bei Brent gab es in den vergangenen vier Wochen immerhin einen Positionsaufbau von gut 80%. Die geopolitischen Krisenherde wie der Russland-Ukraine-Konflikt und die angespannte Sicherheitslage im Mittleren Osten und die damit verbundenen Angebotsrisiken dürften einem stärkeren Preisrückgang allerdings entgegenstehen. Zudem sieht der staatliche saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco die Ölnachfrage wieder nahe des Vor-Pandemie-Niveaus. Die hohen Preise hätten bislang auch nicht zu einer geringeren Nachfrage der Verbraucher geführt.

Energie: Nervosität am europäischen Gasmarkt nimmt wieder zu

Während andernorts die Preise wegen steigender Risikoaversion fallen, legen sie am europäischen Gasmarkt zu: Der nächstfällige Monatskontrakt des Benchmarkpreises TTF zog gestern in der Spitze um fast 19% auf über 94 EUR je MWh an. Nervosität schüren die zunehmenden Spannungen im Ukraine-Konflikt. Die Bemühungen auf diplomatischer Ebene gehen zwar weiter. Und zudem betonte gestern ein Sprecher des Kremls nochmals, dass Russland immer ein verlässlicher Partner gewesen sei, der auch in schwierigen Zeiten Energiesicherheit garantiert habe. Aber immer mehr Analysten warnen vor Anspannungen am Gasmarkt. Hinzu kommen kurzfristige Nachrichten: Nachdem sich in den letzten Wochen wohl auch dank hoher LNG-Lieferungen der Unterhang der europäischen Vorräte zu der zu dieser Jahreszeit üblichen Füllmenge etwas verringert hatte, heißt es nun, dass LNG-Tanker wieder Richtung Asien umschwenken würden, weil dort höhere Preise gezahlt würden. Derweil bleiben auch Verbrauch und Pipeline-Lieferungen im Fokus: Mildere Temperaturen und Meldungen etwas höherer Pipeline-Lieferungen aus Russland lassen die Preise am Morgen zeitweise wieder unter 90 EUR je MWh rutschen. Die Lage bleibt angespannt.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T50LongOil Brent Future Faktor: 4
SD3V9LShortOil Brent Future Faktor: -4
SB3T5XLongWTI Light Crude Future Faktor: 4
SH0EUTShortWTI Light Crude FutureFaktor: -4
SB3T44LongNatural Gas Faktor: 2
SB3T7TShortNatural Gas Faktor: -2
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
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Edelmetalle: Gold als sicherer Hafen gefragt, Rückzug der ETF-Investoren bei Silber

Gold war gestern in dem lange Zeit von hoher Risikoaversion geprägten Marktumfeld als sicherer Hafen gefragt und hat sich daher bei rund 1.840 USD je Feinunze behauptet. Dass der Goldpreis jedoch kaum zulegen konnte, lag wohl am festen US-Dollar. Im späten Handel haben zudem die US-Aktienmärkte sämtliche Verluste wieder aufgeholt und die Anleiherenditen sind gestiegen, was ebenfalls höheren Goldpreisen entgegenstand. Der große Zufluss in die Gold-ETFs, über den wir hier gestern berichtet haben, scheint eine Eintagsfliege gewesen zu sein. Gestern haben die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs „nur“ Zuflüsse von knapp einer Tonne verzeichnet, was uns angesichts des unruhigen Marktumfelds etwas verwundert. Offenbar trauen einige Marktteilnehmer dem Braten noch nicht. Heute beginnt jedoch auch die zweitägige Sitzung der US-Notenbank Fed, von der sie sich Signale für die zukünftige US-Geldpolitik erhoffen. Daher dürften viele erst noch abwarten, bevor sie neue Positionen eingehen. Während sich der Goldpreis gehalten hat, ist der Silberpreis gestern etwas unter Druck geraten. In Anbetracht der Schwäche der Industriemetallpreise fiel der Rückgang mit 1,3% aber moderat aus. Wind schlug Silber seitens der Finanzinvestoren entgegen: Die ETF-Anleger haben laut Bloomberg 130 Tonnen Silber abgezogen, was der bislang stärkste Tagesabfluss in diesem Jahr war. Die Bestände der von Bloomberg erfassten Silber-ETFs liegen jetzt auf dem tiefsten Stand seit Dezember 2020. Und auch die spekulativen Finanzinvestoren könnten Gewinne mitgenommen haben, nachdem sie laut der CFTC-Statistik in der Woche zum 18. Januar ihre Netto-Long-Positionen bei Silber noch deutlich ausgeweitet hatten und so wohl zum Preisanstieg in der Beobachtungsperiode beigetragen haben.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SF5DDULongGold Future Faktor: 5
SF5DDDShortGold Future Faktor: -5
SF5DDSLongSilver FutureFaktor: 3
SF5DDHShortSilver FutureFaktor: -3
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Industriemetalle: Nickelpreis bricht ein, Zinkmarkt unterversorgt

Der anfänglich verhaltene Handelsstart der Metalle hat sich gestern zu einer ausgeprägten Korrektur ausgeweitet. Der Nickelpreis hat in der Spitze fast 8% beziehungsweise 1.900 USD verloren und ist zeitweise auf 22.100 USD je Tonne abgerutscht. Am Handelsende stand noch ein Minus von 6,8% zu Buche. Dies war der stärkste Preisrückgang seit März letzten Jahres. Heute Morgen ist der Nickelpreis vorübergehend unter 22.000 USD gefallen. Er notiert aber noch immer auf einem unseres Erachtens hohen Niveau und ist zugleich noch gut 6% höher als zu Jahresbeginn. Die Zuspitzung der Ukraine-Krise hat offenbar zu einer deutlich höheren Risikoaversion der Marktteilnehmer geführt, die sich auch in merklich gefallenen Aktienmärkten widerspiegelte. Neben der höheren Risikoaversion hat bei Nickel wohl eine Rolle gespielt, dass der weltgrößte Edelstahlproduzent damit begonnen hat, Nickelmatte aus seinen Anlagen in Indonesien nach China zu verschiffen, wo es dann zu Nickelsulfat verarbeitet und in Batterien für Elektroautos verwendet werden kann. Dies hat zu der Erwartung geführt, dass die Knappheit des für die Batterien benötigten hochwertigen Nickels etwas gemildert wird.

Gemäß Daten der International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) war der globale Zinkmarkt im letzten Jahr von Januar bis November unterversorgt. Das Angebotsdefizit wird auf 126 Tausend Tonnen taxiert, nach einem Überschuss von rund 480 Tausend Tonnen im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Auf ihrer Herbsttagung im Oktober ging die ILZSG noch von einem Überschuss im Gesamtjahr aus. Dieser wird unseres Erachtens wohl nicht mehr erreicht werden, auch weil mittlerweile führende Zinkhersteller Produktionskürzungen in Europa angekündigt haben. Das Zinkangebot wurde im Beobachtungszeitraum nur leicht ausgeweitet, während die Nachfrage deutlich zulegte. Der globale Bleimarkt war von Januar bis November den ILZSG-Daten zufolge noch gut versorgt (Überschuss von 54 Tausend Tonnen). Im Vergleich zum Vorjahr hat sich aber auch der Bleimarkt angespannt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Jahresausblick: 20 Trends für 2022

Nach dem ereignisreichen Jahr 2021 blicken Investoren erwartungsvoll auf 2022. Die Sorgen über die Corona-Variante Omikron, der Kurswechsel der US-Notenbank und die Unruhe am chinesischen Immobilienmarkt dürften weiter für Spannung sorgen. Starten Sie gut informiert ins neue Börsenjahr und erfahren Sie, welche 20 Trends die Märkte weltweit bewegen werden. Jetzt lesen!