Rohstoffe

Rohstoffe: Dunkle Wolken ziehen auf

Energie: Ölpreisverfall dürfte die OPEC bald wieder auf die Probe stellen

Der Brentölpreis ist im gestrigen Handel zeitweise um 6,4% auf 39,3 USD je Barrel gefallen, den tiefsten Stand seit Mitte Juni. Er hat sich danach auch nicht nachhaltig erholt. Ausschlaggegend ist erneut eine höhere Risikoaversion der Marktteilnehmer, wobei die Aktienmärkte stark unter Druck kamen. Weitere hohe Schwankungen an den Finanzmärkten sind angesichts der Sorgen um mögliche Verzögerungen bei der Zulassung von Impfstoffen gegen Covid-19, hoher Bewertungen und unklarer Wirtschaftsaussichten wahrscheinlich. Am Ölmarkt wächst daher auch die Skepsis in Bezug auf eine erwartete weitere Nachfrageerholung in den kommenden Monaten. Wenn man dazu noch einen stärkeren US-Dollar, die recht optimistischen Nachfrageschätzungen der meisten Marktbeobachter und die nach wie vor hohen Netto-Long-Positionen der Großanleger insbesondere bei WTI betrachtet, könnten die Ölpreise vorerst unter Druck bleiben. Gefahr droht auch von der Angebotsseite, wenn die OPEC auf die erneute Preisschwäche und Sorgen nicht reagiert. Der wichtigste Grund für den Ölpreisanstieg seit April war die koordinierte und disziplinierte Umsetzung der freiwilligen Produktionskürzungen der OPEC und ihrer Verbündeten (OPEC+). Doch viel länger können die OPEC-Länder, deren Wirtschaften maßgeblich von den Ölexporten abhängen, diese Kürzungen u.E. nicht mehr hinnehmen. Die Gefahr vom gegenseitigen “Betrügen” und einer unkoordinierten Produktionserhöhung ist daher recht hoch. Wenn schon finanzstarke Länder wie Kuwait finanziell und wirtschaftlich angeschlagen scheinen, wie steht es dann um weniger betuchte OPEC-Staaten wie Nigeria oder Angola? Zum Vergleich: Die Ölproduktion Kuwaits beträgt jetzt fast 2,3 Mio. Barrel täglich bei einer Bevölkerung von 4,3 Mio., während Angola 1,8 Mio. und Nigeria 1,4 Mio. Barrel täglich produziert und 33 Mio. bzw. über 200 Mio. Einwohner hat. In dieser Situation dürfte sich kaum die Frage stellen, ob man zu weiteren freiwilligen Produktionskürzungen angesichts des jüngsten Preisverfalls bereit ist.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold mit spätem Comeback, Platin von WPIC-Äußerungen wenig beeindruckt

Der Goldpreis erlebte gestern eine Berg- und Talfahrt. Zunächst ging es wegen eines aufwertenden US-Dollar bis zum Nachmittag auf ein 2-Wochentief von 1.906 USD je Feinunze nach unten. Zu einem Test der Marke von 1.900 USD kam es jedoch nicht. Stattdessen sprang der Preis bis zum Abend zeitweise bis auf 1.940 USD nach oben. Hier dürfte der erneute Abverkauf der US-Technologieaktien eine Rolle gespielt haben, der vom weltweit führenden Hersteller von Elektroautos angeführt wurde. Der starke Anstieg der Risikoaversion an den Finanzmärkten ließ auch die weitere Aufwertung des US-Dollar in den Hintergrund treten, die Gold fortan kalt ließ. Die gestrige Preisbewegung bei Gold machte außerdem deutlich, dass Preisrückgänge nach wie vor Kaufinteresse bei den ETF-Anlegern hervorrufen, statt für Verkäufe zu sorgen. Denn die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten gestern Zuflüsse von 3,5 Tonnen. Das war immerhin der zehnte Tageszufluss in Folge, auch wenn diese nicht mehr das Ausmaß haben wie im Juli. Im Schlepptau von Gold rutschte auch Platin ab und fiel trotz positiver Aussagen des World Platinum Investment Council zwischenzeitlich unter die Marke von 900 USD je Feinunze. Im Zuge des späteren Preisanstiegs bei Gold eroberte aber Platin diese Marke zurück. Der WPIC äußerte sich zuversichtlich zu den Aussichten für die Platinnachfrage aus der Automobilindustrie. So dürfte die Nachfrage nach Diesel- und Hybridfahrzeugen wegen der strengeren CO2-Vorgaben steigen. Etwa drei Viertel der derzeit in der EU verkauften Elektrofahrzeuge ist bereits mit einem Hybridantrieb ausgestattet, wo Platin zum Einsatz kommt. In China sollte der Platinanteil in den Katalysatoren wegen strengerer Emissionsvorschriften steigen. Zudem könnte es in bestimmtem Benzinmotoren mit niedrigen Temperaturen zur Substitution von Palladium zu Platin kommen. Viel Potenzial sieht der WPIC zukünftig auch beim Wasserstoffantrieb via Brennstoffzelle. Hier kommt ebenfalls Platin zum Einsatz.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T5GLongPlatinum FutureFaktor: 3
SB3T9QShortPlatinum FutureFaktor: -3
SB3T5QLongPalladium FutureFaktor: 3
SB3T9RShortPalladium FutureFaktor: -3
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Industriemetalle: Unterschiedliche Tendenzen in großen Kupferproduzentenländern

Im Zuge der allgemein höheren Risikoaversion an den Finanzmärkten korrigierten gestern auch die Metallpreise. Zink und Blei verloren jeweils deutlich mehr als 3%, Kupfer und Nickel gaben knapp 2% nach. Offenbar hallten die Äußerungen von US-Präsident Trump vom Vortag nach, der von einer „Entkopplung“ von China sprach und so Unsicherheit schürte.

Die chilenische Zentralbank hat Anfang der Woche überraschend geringe Kupferexporte des Andenlandes für August gemeldet. Sie hat zwar keine Menge, sondern nur den Wert der Kupferausfuhren (2,76 Mrd. USD) angegeben, dieser lag aber klar unter dem des Vormonats. Da der Kupferpreis im August jedoch im Durchschnitt etwas höher war als im Juli, lässt dies auf eine geringere Menge schließen. Das könnte auch bedeuten, dass Chile im August weniger Kupfer produziert hat (Daten hierzu werden gegen Ende des Monats veröffentlicht). Sofern die August-Zahlen kein Ausrutscher sind, hätten sich die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus offenbar mit großer Verzögerung negativ in den Minen bemerkbar gemacht. Andernorts hat sich die Kupferproduktion dagegen deutlich von den Corona-bedingten Ausfällen erholt, so zum Beispiel in Peru. Peru ist hinter Chile der weltweit zweitgrößte Kupferminenproduzent. Gemäß Angaben des Energie- und Bergbauministeriums lag sie im Juli nur noch gut 2% unter Vorjahr. Im Tiefpunkt im Mai waren es über 40% gewesen. Die peruanischen Behörden hatten Mitte Mai nach zweimonatigem Stillstand die Wiederinbetriebnahme der Tagebau-Minen gestattet. Große Untertagebau-Minen durften im Juni ihren Betrieb wieder aufnehmen, kleinere im Juli. Neben der Kupferproduktion wurde unter anderem auch die Zinkproduktion in Peru wieder deutlich ausgeweitet. Den Ministeriumsangaben zufolge lag sie im Juli 5,6% über Vorjahr. Im April und Mai war sie dagegen noch um 86% bzw. 76% eingebrochen. Peru ist hinter China der weltweit zweitgrößte Zinkminenproduzent.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6BLongCopper FutureFaktor: 5
SB3T94ShortCopper FutureFaktor: -5
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