Rohstoffe

Risikoaversion an den Rohstoffmärkten nimmt dramatisch zu

Energie: Brentölpreis fällt auf Mehrmonatstief unter 39 USD

Die Risikoaversion an den Finanzmärkten hat zuletzt angesichts der rekordhohen Neuinfektionen mit Covid-19 und der Unsicherheit in Bezug auf die US-Wahlen dramatisch zugenommen. Der Abverkauf an den Aktienmärkten und der stärkere US-Dollar haben auch die Ölpreise massiv unter Druck gesetzt, die gestern um über 5% gefallen sind. Mit gerade einmal 38,8 USD je Barrel notiert der Brentölpreis heute Morgen auf dem tiefsten Stand seit Mitte Juni. Wie oft in solchen Situation, wenn eine überaus starke Stimmung am Markt vorherrscht, werden Nachrichten getreu dem Motto “die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters” entsprechend interpretiert. So waren die gestrigen DOE-Zahlen insbesondere im Hinblick auf die Meldung des API vom Vortag gar nicht so schlecht. Zwar sind die US-Rohölvorräte in der letzten Woche um 4,3 Mio. Barrel und damit stärker als erwartet gestiegen. Der Anstieg war aber teilweise höheren Importen und der höheren Ölproduktion geschuldet. Außerdem sind die Bestände für Benzin und Mitteldestillate überraschend stark zurückgegangen und die Benzinnachfrage ist sogar gestiegen. Doch im aktuellen Umfeld ist die Wahrnehmung wichtiger als die Tatsachen. Außerdem fällt es uns schwer, vor lauter Risiken und Belastungsfaktoren kurzfristige stützende Katalysatoren für die Ölpreise zu identifizieren. Denn der günstige Preis allein reicht angesichts der geringen Preiselastizität der Nachfrage nicht aus, um sie wieder steigen zu lassen. Zwar dürfte der jüngste Preisrutsch die OPEC erneut auf den Plan rufen, wobei eine Erhöhung der Ölproduktion ab Januar u.E. zunehmend unwahrscheinlich ist. Vielmehr wären angesichts des schwachen Nachfrageausblicks eigentlich weitere Produktionskürzungen seitens der OPEC und ihrer Verbündeten (OPEC+) notwendig. Doch ob sich die OPEC+ dazu entscheiden kann, bezweifeln wir. Denn die Krise dauert schon (viel zu) lange, so dass die Geduld und Wirtschaftskraft der am Kürzungsabkommen beteiligten Länder schwindet. Alles in allem dürfte der Abwärtssog am Ölmarkt vorerst anhalten.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold im Abwärtssog der Finanzmärkte

Gold hat gestern nicht von der hohen Risikoaversion der Marktteilnehmer im Zuge der Ankündigung neuer Lockdown-Maßnahmen in verschiedenen europäischen Ländern profitiert und ist mit in den Abwärtssog der Finanzmärkte geraten. Es ist zwischenzeitlich um 2% auf ein 4-Wochentief von 1.870 USD je Feinunze gefallen. Dabei ist der Preis auch unter die charttechnisch wichtige 100-Tage-Linie gerutscht, was zu Anschlussverkäufen führte. Anzulasten ist der Preisrutsch dem festen US-Dollar, der als sicherer Hafen gefragt war. Dass Gold von dieser Eigenschaft nicht profitiert hat, erstaunt uns. Der Preisrückgang wurde diesmal nicht als Kaufgelegenheit erachtet: Die ETFs verzeichneten mit 7,6 Tonnen sogar die höchsten Abflüsse seit fünf Wochen. Die industriellen Edelmetalle sind wesentlich stärker gefallen als Gold: Silber brach zeitweise um 5,5% auf 23 USD je Feinunze ein. Palladium rutschte im selben Ausmaß ab. Platin hielt sich mit einem Minus von 3% noch halbwegs. Erst im späten Handel haben sich Gold und Co. etwas erholt.

Schwächste Goldnachfrage in einem Quartal seit über einem Jahrzehnt

Wie der World Gold Council (WGC) heute Morgen berichtete, ist die globale Goldnachfrage im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 19% auf 892 Tonnen gefallen. Dies ist die geringste Menge seit elf Jahren. Grund hierfür war die schwache Schmucknachfrage, die um 29% auf 333 Tonnen zurückging. Diese liegt seit dem Ausbruch des Coronavirus im Frühjahr vor allem in Asien am Boden. Aber auch in fast allen anderen Ländern/Regionen war sie stark rückläufig, was der WGC auf die (rekord-)hohen Preise und logistische Schwierigkeiten im Zuge der Corona-Pandemie zurückführt. In China wurde 25% weniger Goldschmuck nachgefragt als im Vorjahr, in Indien sogar 48% weniger. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die Schmucknachfrage aber in beiden Ländern erholt und der WGC geht davon aus, dass sie in den nächsten Quartalen weiter anziehen wird. Die Zentralbanken – in diesem Fall Usbekistan und die Türkei – haben erstmals seit fast zehn Jahren netto Gold verkauft (12 Tonnen). Stark hat sich dagegen einmal mehr die Investmentnachfrage präsentiert, auch wenn sie nicht an ihr außerordentlich hohes Niveau des Vorquartals herangekommen ist. Gegenüber Vorjahr stand dennoch ein Plus von 21% auf 495 Tonnen zu Buche. Darin enthalten sind eine anhaltend starke Nachfrage nach Münzen und Barren (+49% auf 222 Tonnen) sowie ETF-Zuflüsse von 273 Tonnen. Getrieben wurde die Investmentnachfrage laut WGC durch die starke Nachfrage nach Gold als sicherer Hafen vor allem in westlichen Absatzmärkten. Die Investmentnachfrage war damit in allen drei Quartalen in diesem Jahr deutlich größer als die Schmucknachfrage. Dies war in der Vergangenheit eher die Ausnahme.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T60LongSilver FutureFaktor: 6
SB3T6JShortSilver FutureFaktor: -6
SB3T56LongPlatinum FutureFaktor: 5
SB42W6ShortPlatinum FutureFaktor: -5
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SB3T99ShortPalladium FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Angebotssorgen beflügeln Nickelpreis

Bevor der LME-Nickelpreis gestern im Zuge der allgemein höheren Risikoaversion an den Finanzmärkten unter Druck geriet, ist er zeitweise um 2,5% auf 16.300 USD je Tonne nach oben gesprungen. An der SHFE war der Preisanstieg zwischenzeitlich noch deutlich größer. Der größte philippinische Nickelproduzent und -exporteur hatte zuvor angekündigt, eine seiner Minen wegen neuer Coronavirus-Fälle bis zum 10. November komplett zu schließen. Dies hat Sorgen über einen Versorgungsengpass geschürt. Auf den Philippinen steht die Regenzeit an, die ohnehin das Angebot begrenzt. Nachdem Indonesien zu Jahresbeginn den Exportstopp von unbehandelten Erzen wieder eingeführt hat, sind die Philippinen Chinas wichtigster Nickelerzlieferant. Im September hat China noch große Mengen Nickel importiert. Gemäß Daten der Zollbehörde sind die Einfuhren von Nickelerz im Vergleich zum Vorjahr zwar um 13% auf 6,2 Mio. Tonnen gefallen, dies war aber die größte Menge seit fast einem Jahr. Mit einem Anteil von 88% kam der Großteil des Nickelerzes von den Philippinen, die eine rekordhohe Menge nach China verschifft haben. Der chinesische Datenanbieter SMM bezeichnet die Nickelerzvorräte in China allerdings als niedrig. Bei vielen Schmelzen würden die Bestände weniger als drei Monate ausreichen. Und ab November könnte sich die Lage wegen der Regensaison auf den Philippinen noch verschlechtern, da diese den Abbau und Transport des Nickelerzes beeinträchtigt. Chinesische NPI-Produzenten könnten sich daher gezwungen sehen, in den nächsten Monaten ihre Produktion zu drosseln. Möglicherweise auch deshalb hat China im September viel Ferronickel importiert. Die von der Zollbehörde berichteten 341 Tsd. Tonnen war eine Rekordmenge. Hauptlieferant hiervon war Indonesien (75% Anteil), wo die Schmelzkapazitäten ausgebaut werden.