Währung

Rettet die Fiskalpolitik die Konjunktur?

USD: Haben Sie auch das Gefühl, dass momentan alles entgleitet? Es gibt viele Gründe. Die Abkehr der US-Regierung vom Freihandel, von der Politik des starken Dollars und vom Prinzip marktbestimmter Wechselkurse ist einer. Daneben ist es aber auch eine ungewöhnlich hohe Disparität zwischen Eigen- und Fremdbild der Zentralbanken.

Der Markt traut den Zentralbanken nichts mehr zu: weder mittel- bis langfristig die Fähigkeit, Inflation zu steuern (Chart 1), noch Konjunktursteuerung. Letzteres führt dazu, dass der Zentralbanken-Put (die Überzeugung, dass nichts wirklich im Desaster endet, weil die Zentralbanken uns im Fall der Fälle rauspauken würden) ausgepreist werden muss. Das wiederum reduziert den Risikoappetit; und relativ ferne Rezessionsgefahren wirken sofort und stärker als früher.

Das wäre alles nicht so schlimm, wenn nicht die Zentralbanken sich weiterhin in den Allmachts-Phantasien der 1990ern und frühen 2000ern ergehen würden. Glauben sie immer noch, jede konjunkturelle Zuckung wegbügeln zu können? Sie kündigen immer mehr an, immer mehr wird eingepreist. Diese Spirale nimmt kein Ende, solange die Zentralbanker nicht erkennen, dass ihr Spielraum deutlicher eingeschränkt ist als in ihren goldenen Jahren.

Meine Aufgabe als FX-Analyst besteht darin, diesen Wettlauf um die expansivste Geldpolitik zu beobachten. Momentan hat im Vergleich zur Fed die EZB die Nase vorn, weshalb EUR-USD tendenziell unter Druck steht. Die Frage ist nur, wann Europas Währungshütern die geldpolitische Puste ausgeht und ob nach der „Bazooka“, die Olli Rehn vergangene Woche androhte, nicht schnell die Ansicht dominiert, die EZB habe ihr letztes Pulver verschossen.

Am Freitag sorgte der Bericht eines Nachrichtenmagazins für Aufsehen, nach dem die Bundesregierung im Fall einer Rezession von der „schwarzen Null“ (vom Ziel eines ausgeglichenen Haushalts) abweichen will. Dass das schon eine Meldung ist! In Zeiten „antizyklischer Globalsteuerung“ war das so eine Selbstverständlichkeit, dass keine Zeitung dem eine Zeile geopfert hätte. Wenn Rezession kommt, reagiert die Fiskalpolitik expansiv. In den Zeiten, aus denen ich komme, war das Normalität. Aber offensichtlich wird der Bundesregierung ein derartiger Sparfimmel unterstellt, dass der Markt schon reagiert, wenn solche Meldungen kursieren: EUR-USD lief wieder ein klein wenig nach oben. Warum? Offensichtlich wird jetzt, da Geldpolitik als gescheitert gilt, wenigstens der Fiskalpolitik Wirkung zugetraut. An irgendeinem Strohhalm muss man sich ja festhalten. Sagen Sie nur nachher nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt.

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GBP: Ist es wirklich der richtige Zeitpunkt für eine GBP-Erholung? Klar, es gibt eifrige Aktivitäten der Parlamentarier, die unmittelbar nach der Sommerpause aktiv werden müssen, wenn sie die Regierung stoppen wollen, die mit Volldampf in Richtung No-Deal steuert. Und ebenso klar ist, dass eine komfortable Mehrheit im Parlament gegen No-Deal ist. Aber all das ist kaum ein hinreichender Grund für eine GBP-Erholung. All das wissen wir schon lange. Es geht nicht um’s Wollen. Entscheidend wird sein, ob das Parlament Premierminister Boris Johnson wird stoppen können. Das ist angesichts der aktuellen Nachrichtenlage so unklar wie zuvor, weshalb die jüngste GBP-Bewegung eher Ausdruck der Planlosigkeit des Devisenmarktes ist.

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