Rohstoffe

Rekordnachfrage trifft auf Rekordproduktion

Energie: Der gestrige Lagerbericht des DOE hat den massiven Rückgang der US-Rohöllagerbestände um über 10 Mio. Barrel in der letzten Woche bestätigt, enthielt aber auch weitere interessante und wichtige Details. Denn für den massiven Abbau war vor allem der Rückgang der Rohölimporte um über 1,3 Mio. Barrel täglich verantwortlich, auf den die meisten Beobachter auch ihr Augenmerk richteten. Zum dritten Mal in diesem Jahr haben die USA laut der Wochenstatistik des DOE in einer Woche weniger als 6 Mio. Barrel Rohöl täglich importiert. Wirklich bemerkenswert ist dabei, dass es von Februar 1996 bis Februar dieses Jahres keine einzige solche Woche gegeben hat. Das ist ein klarer Hinweis auf eine höhere Unabhängigkeit der USA von Ölimporten, insbesondere wenn man die hohen US-Exporte von Ölprodukten berücksichtigt. Denn ein großer Teil der Rohölimporte wird in den USA verarbeitet und anschließend wieder exportiert, so dass die USA nicht nur der weltgrößte Verbraucher, sondern zugleich auch der größte Exporteur von Ölprodukten ist. Natürlich trägt auch eine stark steigende Produktion, die laut DOE in der letzten Woche einen neuen Rekord von 12,5 Mio. Barrel täglich erreicht hat, zur Energieautarkie der USA bei. Die negative Preisreaktion auf den Produktionsrekord halten wir jedoch für voreilig. Aus unserer Sicht sind die (positiven) Entwicklungen auf der Nachfrageseite aktuell mehr von Bedeutung. So sind die Lagerbestände sowohl von Benzin als auch von Mitteldestillaten in der letzten Woche um jeweils über 2 Mio. Barrel gefallen. Die implizite Benzinnachfrage hat demnach mit 10,6 Mio. Barrel täglich ein neues Rekordhoch erreicht. Dies dürfte den Ölpreis weiterhin unterstützen.

Im Übrigen hat das DOE jüngst seine Schätzungen für den Energieverbrauch in den USA für das Vorjahr aktualisiert. Demnach ist dieser auf einen neuen Rekord von 101,3 Billiarden Btu gestiegen, der letzte Rekord wurde im Jahr 2007 aufgestellt. Rohöl bleibt mit einem Anteil von 36% der wichtigste Energieträger. Gleichzeitig ist der Transport mit 37% der wichtigste Verbrauchssektor.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Politische Risiken geben Gold weiteren Auftrieb. Der Preis für eine Feinunze ist heute Morgen auf 1.550 USD gestiegen. Die britische Königin schickt auf Bitte von Premierminister Johnson das Parlament ab spätestens 12. September in eine ca. einmonatige Zwangspause. Dies hat die Sorgen der Marktteilnehmer größer werden lassen, dass es Ende Oktober zu einem ungeordneten Brexit kommt. Denn die Zwangspause verkürzt den Brexit-Kritikern im Parlament stark die Zeit, einen ungeordneten Brexit zu verhindern. Gold in Britischen Pfund ist daraufhin wieder an sein Rekordhoch von vor gut zwei Wochen herangelaufen. Ein neues Allzeithoch hat Gold in Euro markiert: Mit 1.399 EUR je Feinunze ist die psychologisch wichtige 1.400 EUR-Marke in unmittelbare Nähe gerückt. Der Preisanstieg von Gold wurde einmal mehr von kräftigen ETF-Zuflüssen begleitet (9,4 Tonnen). Silber ist weiter im Höhenflug und auf 18,6 USD je Feinunze gestiegen. Dies bedeutet allein im August ein Plus von 14%. Silber hat dabei gegenüber Gold weiter Boden gut gemacht.

Im Edelmetallsektor stach gestern überraschend Platin heraus: Es ist um 4,1% auf über 900 USD je Feinunze gestiegen. Heute Morgen legt es weiter zu und erreicht mit 915 USD ein 4-Monatshoch. Wie schon bei Silber am Tag zuvor ging der Preisanstieg von Platin gestern mit einem sehr hohen Handelsvolumen am Futures-Markt einher. Es war doppelt so hoch wie sonst üblich. Dies deutet unseres Erachtens auf spekulative Käufe hin. Palladium ist dagegen gestern leicht gefallen. Beide Edelmetalle hatten zuvor Nachrichten aus China ignoriert, wonach der chinesische Staatsrat Maßnahmen beschlossen hat, die den heimischen Konsum ankurbeln sollen. Diese zielen vor allem auf den Automobilsektor ab. So soll in bestimmten Regionen die Begrenzung von Autokäufen gelockert oder ganz aufgehoben und der Kauf von Autos mit alternativen Antriebsformen gefördert werden.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold Future Faktor: -10
CU0E6W Long Silver Future Faktor: 5
CJ7RLV Short Silver Future Faktor: -5
CJ7RMS Long Palladium Future Faktor: 5
CU3THB Short Palladium Future Faktor: -5
CU0E6X Long Platinum Future Faktor: 5
CJ7RL7 Short Platinum Future Faktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Während die meisten anderen Industriemetalle gestern nur kleinere Preisbewegungen verzeichneten, ist Nickel um 2,5% auf deutlich über 16.000 USD je Tonne gestiegen. An der SHFE in Shanghai handelt Nickel in unmittelbarer Nähe zu seinem Rekordhoch von vor gut zwei Wochen. Zu den Sorgen über ein Vorziehen des für 2022 angesetzten Exportverbots von Erzen in Indonesien haben sich weitere Angebotssorgen gesellt. In Papua-Neuguinea, ein Inselstaat im südwestlichen Pazifik, hat angeblich eine Nickelschmelze Abfallstoffe ins Meer auslaufen lassen. Dies könnte dazu führen, dass die Anlage vorübergehend stillgelegt wird. Je nachdem wie lange die Schmelze möglicherweise geschlossen wird, könnte dies zu einer Anspannung am weltweiten Nickelmarkt beitragen. Denn die Schmelze hat im letzten Jahr laut Betreiberangaben rund 35 Tsd. Tonnen Nickel produziert. Der Nickelpreis ist zuletzt aber nicht nur aus fundamentalen Gründen gestiegen. Ein Blick auf die LME-Statistik zeigt, dass der Preisanstieg auch spekulativ getrieben war. Denn die Netto-Long-Positionen der spekulativen Finanzanleger wurden in den letzten beiden Wochen um 21% ausgeweitet. Auch die Netto-Long-Positionen bei Blei sind gestiegen – sie haben in der letzten Woche sogar ein Rekordniveau erreicht. Dies spricht unseres Erachtens dafür, dass der Preisanstieg von Blei ebenfalls teilweise spekulativ getrieben war. Im Falle von Gewinnmitnahmen besteht daher bei Nickel und Blei unserer Meinung nach Korrekturpotenzial.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.