Rohstoffe

Pyrrhussieg für Saudi-Arabien im Preiskrieg der Ölproduzenten

Energie: Pyrrhussieg für Saudi-Arabien im Preiskrieg der Ölproduzenten

Gerade einmal drei Wochen ist es her, dass Saudi-Arabien enttäuscht über die Absage Russlands zu weiteren gemeinsamen Produktionskürzungen mit der OPEC in einen Preiskrieg gezogen ist. Nun scheint das Königreich diesen gewonnen zu haben. So könnte man die gestrige Meldung über ein Telefonat zwischen US-Präsident Trump und dem russischen Präsidenten Putin interpretieren. Sie haben wohl ausführlich über die Situation am Ölmarkt geredet und sich für eine Kooperation zur Stabilisierung der Ölpreise ausgesprochen. Daraufhin steigen die Ölpreise heute, nachdem Brent gestern erstmals seit über 18 Jahren unter 22 USD je Barrel abgerutscht war. WTI Midland handelt bereits 10 USD unter WTI, was Rufe nach einer Einschränkung der Schieferölproduktion in Texas lauter werden lässt. Doch der erste Blick täuscht und es scheint für Saudi-Arabien nur ein Pyrrhussieg zu sein, zumal sich das Land vom “Kriegspfad” nicht abbringen lässt und für Mai eine weitere Steigerung seiner Ölexporte um 600 Tsd. auf 10,6 Mio. Barrel täglich angekündigt hat. Russland und die USA würden die Rechnung somit ohne den Wirt machen, wenn sie sich auf eine gemeinsame Produktionseinschränkung einigen. Die Situation am Ölmarkt dürfte sich ohnehin kaum nachhaltig ändern, auch wenn Texas und Russland ihre Produktion um 10% senken würden (Wie soll das bitte funktionieren?). Denn das eigentliche Problem, nämlich den Einbruch der Nachfrage, würde sogar eine völlig illusorische Reduzierung der Produktion um 5 Mio. Barrel täglich kaum kompensieren. Einer der größten Rohstoffhändler, Trafigura, toppte jetzt alle bisherigen Horrorszenarien und erwartet im April einen Rückgang der Ölnachfrage um mehr als 30 Mio. Barrel täglich. Morgen dürfte der Brentölpreis zwar deutlich höher notieren. Das liegt allerdings lediglich am Kontraktwechsel. Denn ab morgen gilt der Juni-Kontrakt als Referenz, der aktuell bei rund 27 USD und damit sage und schreibe 4 USD über dem auslaufenden Mai-Kontrakt handelt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ3D4XLongOil Brent Future Faktor: 2
CJ3D46ShortOil Brent Future Faktor: -2
CJ8EWYLongOil WTI Light Crude Faktor: 2
CJ3D4NShortOil WTI Light Crude Faktor: -2
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Platin trotz Produktionsausfällen vor starkem Quartalsverlust

Gold handelt am Morgen bei 1.615 USD je Feinunze unweit vom gestrigen Niveau. Die Zuflüsse in die Gold-ETFs hielten auch gestern an. Die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs stiegen um weitere 16 Tonnen und liegen damit erstmals bei mehr als 90 Mio. Unzen bzw. über 2.800 Tonnen. Die Gelddruckorgie der Zentralbanken und die massive Ausweitung der Staatsverschuldung sprechen für eine weiterhin robuste Nachfrage nach dem sicheren Hafen Gold.

Platin steht mit einem Minus von 25% vor dem größten Quartalsverlust seit dem dritten Quartal 2008. Daran können auch die aktuellen Produktionsausfälle in Südafrika wegen der 3-wöchigen landesweiten Ausgangssperre nichts ändern. Die drei größten Platinproduzenten Amplats, Sibanye-Stillwater und Implats haben daraufhin “force majeure” für vertraglich zugesagte Lieferungen erklärt. Ob Zufall oder nicht vermeldeten die von Bloomberg erfassten Platin-ETFs gestern einen massiven Abfluss von knapp 150 Tsd. Unzen. Möglicherweise haben sich Abnehmer das fehlende Material also anderweitig besorgt. Allerdings verzeichneten die Platin-ETFs auch schon in den Tagen und Wochen zuvor beträchtliche Abflüsse. Diese summieren sich seit Monatsbeginn mittlerweile auf gut 330 Tsd. Unzen. Damit liegen die Platin-ETF-Bestände inzwischen auch fast 190 Tsd. Unzen niedriger als zu Jahresbeginn. Die Investmentnachfrage stellt damit in diesem Jahr bislang im Gegensatz zum Vorjahr keine Unterstützung dar. Der Angebotsüberschuss könnte damit noch größer ausfallen als erwartet, zumal auch die Platinnachfrage aus der Automobilindustrie wegen der Corona-Krise weitgehend lahm liegt. Die Produktionsausfälle in Südafrika werden die negativen Auswirkungen auf die Nachfrage nicht ausgleichen können, sofern sich die Produktionsunterbrechungen wie bislang angekündigt auf drei Wochen beschränken.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold Future Faktor: 5
CU3THAShortGold Future Faktor: -5
CJ7RMELongPlatinum Future Faktor: 3
CJ7RL9ShortPlatinum Future Faktor: -3
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Industriemetalle: Nur Kupfer profitiert von deutlich besseren China-Daten

Die Stimmung in der chinesischen Wirtschaft hat sich im März schneller und stärker aufgehellt als erwartet: Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (PMI) ist nach seinem Einbruch im Februar wieder auf 52 und damit in den expansiven Bereich hochgeschnellt. Der PMI für den Dienstleistungssektor legte sogar noch stärker zu. Dies ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die chinesische Wirtschaft erholt und spricht auch für eine wieder anziehende Nachfrage im Reich der Mitte. Ob die Nachfrage dort den Einbruch in anderen Ländern vollständig ausgleichen kann, ist aber fraglich. Bis die Produktion in China wieder auf ihrem Ausgangsniveau angekommen ist, dürfte es zudem noch etwas dauern. Und auch wenn China schnell wieder auf die Beine kommt, befinden sich die meisten anderen Länder noch mitten im Kampf gegen das Coronavirus. Daher dürfte die Nachfrage nach chinesischen Gütern im Ausland erst einmal noch verhalten bleiben. Neben den Nachfragesorgen, die in den letzten Wochen das Bild dominiert haben, kommen nun auch Bedenken hinsichtlich des Angebots auf. Da sich die Wirtschaft in China erholt, sorgen sich die chinesischen Metallkonsumenten und -händler über ihre Lieferungen aus dem Ausland. Weltweit mussten einige der größten Minenunternehmen ihre Produktion wegen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus drosseln oder gar komplett einstellen. Die Angebotssorgen wie auch die Konjunkturdaten aus China geben Kupfer heute Morgen etwas Auftrieb. Von Euphorie ist aber keine Spur: Kupfer steigt um 1,3% auf 4.830 USD je Tonne, steht damit aber wie Nickel vor dem größten Quartalsverlust seit 2011. Aluminium legt heute Morgen gar nicht zu und ist gestern sogar auf ein 4-Jahrestief von 1.520 USD je Tonne gefallen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ3D7JLongCopper Future Faktor: 5
CJ3D7RShortCopper Future Faktor: -5
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