Rohstoffe

Preissprung bei Öl wohl nicht von Dauer

Energie: US-Benzinnachfrage auf tiefstem Stand seit Januar 1994

Die Ölpreise steigen heute um bis zu 13%. Brent erreicht in der Spitze knapp 28 USD je Barrel. Auftrieb erhalten die Preise von der Nachricht, dass China mit staatlichen Vorratskäufen beginnt. Zudem äußerte sich US-Präsident Trump gestern bei einem Treffen mit Vertretern der US-Ölindustrie optimistisch, dass sich Russland und Saudi-Arabien schon bald auf ein neues Kürzungsabkommen verständigen würden. Russland hat gestern verkündet, seine Produktion nicht erhöhen zu wollen und Bereitschaft zu einem Treffen mit Saudi-Arabien signalisiert. Saudi-Arabien hat dagegen wie angekündigt seine Produktion auf gut 12 Mio. Barrel pro Tag erhöht. Die Spuren der Corona-Krise sind inzwischen auch in den US-Lagerdaten sichtbar. Die Rohölbestände sind in der letzten Woche um 13,8 Mio. Barrel gestiegen, die Benzinvorräte um 7,5 Mio. Barrel. Die Rohölverarbeitung brach um fast 1 Mio. Barrel pro Tag auf den niedrigsten Stand seit Hurrikan Harvey ein. Die US-Benzinnachfrage ist auf 6,7 Mio. Barrel pro Tag abgestürzt, so tief wie seit Januar 1994 nicht mehr. Dies unterstreicht unsere These, dass der Schaden für die US-Ölindustrie den Nutzen für den Verbraucher überwiegt. In den USA werden daher die Stimmen lauter, die Saudi-Arabien zur Räson bringen wollen. Man könnte bspw. die US-Ölimporte aus Saudi-Arabien reduzieren oder gar stoppen. Theoretisch könnte auch das schon seit einiger Zeit im US-Kongress diskutierte Anti-Ölkartell-Gesetz (NOPEC-Bill) als Druckmittel verwendet werden. Senator Cruz aus Texas, dem Bundesstaat, der wohl am stärksten durch den Ölpreisabsturz leidet, hat zusammen mit acht weiteren Senatoren der saudischen Botschafterin gegenüber sein Unbehagen über die Preispolitik des Königreiches geäußert und mit einem “fundamentalen Wechsel des Verhältnisses” zwischen den beiden Ländern gedroht. Irgendwann wird Saudi-Arabien wohl einlenken. Bis dahin bleibt der Ölmarkt massiv überversorgt. Wir erachten den aktuellen Preissprung daher nicht als nachhaltig.

2020 wird 2019 beim Emissionsrückgang in den Schatten stellen

Die verifizierten CO2-Emissionen im EU ETS sind 2019 um 8,3% gefallen. Das ist das Ergebnis des Researchanbieters BNEF, der die von der EU-Kommission gestern veröffentlichten Zahlen für rund 90% der insgesamt 11.000 erfassten Anlagen ausgewertet hat. Das auf den ersten Blick beachtliche Minus relativiert sich schnell vor dem im laufenden Jahr zu erwartenden Einbruch. Denn derzeit zeichnet sich nicht nur ein deutlich rückläufiger CO2-Ausstoß im Stromsektor ab. Auch die Emissionen der erfassten Industrieanlagen werden spürbar fallen, allen voran wohl die der Raffinerien, die ein Fünftel der industriellen Emissionen verantworten. Nichtsdestotrotz: Der CO2-Preis hat sich nach dem massiven Rücksetzer Mitte März zuletzt wieder leicht erholt.

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Edelmetalle: Palladium gegen negative Nachrichten weiter immun

Palladium legt heute um 3,5% auf 2.300 USD je Feinunze zu. Es zeigt sich damit weiter immun gegen negative Nachrichten aus der Automobilindustrie. Die EU-weite Schließung der Automobilproduktion wegen der Coronavirus-Pandemie hat bislang bereits zu einem Produktionsverlust von mehr als 1,2 Mio. Fahrzeugen geführt. Das berichtete gestern der Verband der Europäischen Automobilproduzenten ACEA. Die durchschnittliche Schließungsdauer pro Produktionsstätte würde dabei 16 Tage betragen. Der Ausfall würde somit noch größer, je länger die Schließung andauert. Dies sollte sich in einer niedrigeren Nachfrage nach Platin und Palladium niederschlagen. Der Platinpreis hat darauf bereits mit einem Absturz im März auf weniger als 600 USD je Feinunze reagiert, das niedrigste Niveau seit Ende 2002. Ende Februar lag er noch bei 1.000 USD. Zwar notiert Platin inzwischen 150 USD über dem Tief, aber immer noch 25% niedriger als zu Jahresbeginn. Palladium stemmt sich dagegen weiterhin mit Macht gegen alle Widrigkeiten. Zwar geriet der Preis im März ebenfalls gehörig ins Trudeln. Im Tief rutschte er unter 1.500 USD je Feinunze, womit er sich vom Rekordhoch Ende Februar nahezu halbierte. Von diesem Rückgang hat er aber gut die Hälfte schon wieder rückgängig gemacht und notiert damit fast 20% höher als zu Jahresbeginn. Hierfür werden die derzeitigen Produktionsverluste in Südafrika wegen der für drei Wochen angeordneten Minenschließungen verantwortlich gemacht. Wie wir bereits mehrfach betont haben, reichen die Produktionsverluste aber bei weitem nicht aus, den Nachfrageausfall auszugleichen. Auch Palladium wird daher früher oder später wieder unter Druck geraten.

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WKNTypBasiswertMerkmale
CJ7RMDLongPlatinum FutureFaktor: 2
CJ7RMAShortPlatinum FutureFaktor: -2
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Industriemetalle: Nickel ist mitgefangen

Der ISM-Index in den USA ist im März zwar kaum gefallen, spiegelt aber wohl nicht das aktuelle Bild der Lage wider, da die meisten Antworten offenbar vor der Eskalation der Corona-Krise in den USA eingesendet wurden. Daher erhielten die Metallpreise gestern auch kaum Unterstützung von den Daten. Immerhin wurde ihr Rückgang gestoppt. Der Nickelpreis hat sich in den letzten Tagen im Einklang mit den meisten anderen Metallpreisen bewegt. Mit rund 11.200 USD je Tonne notiert er verglichen mit Jahresbeginn (rund 14.000 USD) oder dem Stand vor sechs Monaten (gut 17.000 USD) auf einem relativ niedrigen Niveau. Dabei gab es in den letzten Tagen vermehrt Nachrichten, die auf Angebotseinschränkungen hindeuten. Zunächst hatte Indonesien als eine Maßnahme zur Bekämpfung des Coronavirus die Nickelproduktion gestoppt und die Arbeiter nach Hause geschickt. Seit Monatsbeginn haben nun auch die Philippinen deswegen die Nickelminenproduktion in der wichtigsten Region des Landes eingestellt. Zuvor durften dort schon keine ausländischen Schiffe mehr anlegen, um das Nickelerz abzutransportieren. Indonesien und die Philippinen sind die beiden weltweit größten Nickelminenproduzenten. In Indonesien gilt seit Jahresbeginn ein Exportverbot für unbehandelte Nickelerze. Nachfrageseitig wiederum kann man nicht von einem Einbruch sprechen. So zeigt sich zum Beispiel in der Edelstahlindustrie ein differenziertes Bild. Laut Angaben von MEPS lief gerade in China die Edelstahlproduktion in den letzten Monaten auf einem recht hohen Niveau weiter, nachdem sie schon im letzten Jahr um 10% ausgeweitet wurde. Dagegen wurde sie in Teilen Europas und in den USA deutlich reduziert. China, das im letzten Jahr 56% der weltweiten Edelstahlproduktion ausmachte, könnte daher versuchen, sein überschüssiges Material zu günstigen Preisen in den europäischen und nordamerikanischen Markt zu drücken. Sollte dies gelingen, würden es die lokalen Edelstahlhersteller noch schwerer haben, nach der Krise wieder Fuß zu fassen.

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