Rohstoffe

Preisschwäche setzt sich am Ölmarkt vorerst fort

Energie: Preisschwäche setzt sich am Ölmarkt vorerst fort

Der Brentölpreis ist gestern mit rund 42 USD je Barrel auf Schlusskursbasis auf den tiefsten Stand seit Juni gefallen. Heute setzt sich die Preisschwäche fort. Aus unserer Sicht sind dafür vor allem Nachfragesorgen verantwortlich. Die enttäuschende Sommerfahrsaison in den USA, dem mit Abstand weltgrößten Ölverbrauchsland, ging gestern offiziell mit dem Labor Day zu Ende. Zuletzt ist die Nachfragedynamik dort und anderswo nach der starken anfänglichen Erholung nach dem Einbruch zwischen April und Mai zum Stillstand gekommen, gerade als die OPEC und ihre Alliierten (OPEC+) beginnen, ihre Produktion nach den rekordhohen Kürzungen zuvor wieder zu erhöhen. Dabei sind sowohl die freien Produktionskapazitäten als auch die Lagerbestände für Rohöl und Ölprodukte aktuell so hoch, dass ein stärkerer Preisanstieg unwahrscheinlich erscheint. Daher haben zuletzt die spekulativen Anleger ihre Netto-Long-Positionen reduziert. Es ist also fraglich, wie der Markt eine allmählich höhere OPEC-Produktion in den kommenden Wochen verdauen wird. Bislang hat sich die OPEC+ sehr diszipliniert verhalten, was die vorläufigen Umfragen belegen. Auch der größte Verbündete der OPEC, Russland, hat im August nach Aussage seines Energieministers die Verpflichtungen im Rahmen des “OPEC+”-Abkommens vollständig erfüllt bzw. umgesetzt. Auf der anderen Seite bleibt die Reaktion der Nicht-OPEC-Produzenten aktuell noch aus. Zwar ist zuletzt die Anzahl der aktiven Ölbohrungen in den USA wieder gestiegen. Baker Hughes vermeldete für August den ersten Anstieg der Anzahl aktiver Öl- und Gasbohrungen weltweit seit Februar. Doch liegt sie mit lediglich 1.050 rund halb so hoch wie zu Jahresbeginn. Und so bleibt das fragile Gleichgewicht am Ölmarkt zwischen der Nachfrageschwäche auf der einen sowie der koordinierten Förderpolitik der OPEC+ und der nur geringfügigen Produktionserholung außerhalb der OPEC auf der anderen Seite erhalten. Wir rechnen daher vorerst mit einem Seitwärtsverlauf am Ölmarkt.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: WPIC erwartet für 2020 Angebotsdefizit bei Platin

Der World Platinum Investment Council (WPIC) hat wie von uns vermutet seine Prognose für die Marktbilanz bei Platin gedreht und erwartet nun für 2020 ein Angebotsdefizit von 336 Tsd. Unzen. In seiner bisherigen Prognose vom Mai unterstellte er noch einen Angebotsüberschuss von 247 Tsd. Unzen. Damit fällt der Schwenk sogar noch etwas größer aus als erwartet. Der Großteil der Revision war auf eine deutlich stärkere Investmentnachfrage zurückzuführen. Diese soll nun bei 1,06 Mio. Unzen liegen und damit 455 Tsd. Unzen höher ausfallen als bislang erwartet. Wichtigster Treiber ist die in den letzten Wochen sehr robuste Nachfrage nach Platin-ETFs. Die ETF-Zuflüsse summieren sich seit Jahresbeginn laut Bloomberg inzwischen auf knapp 340 Tsd. Unzen. Der WPIC hatte bislang bei den ETFs keinerlei Zuflüsse unterstellt. Aber auch die Nachfrage nach Barren und Münzen soll sich etwas stärker entwickeln als bisher erwartet. Auch bei den anderen Nachfragekomponenten gab es Revisionen. So sollen die Nachfrage aus der Industrie und nach Schmuck etwas höher ausfallen als in der bisherigen Prognose. Dem steht allerdings eine nochmalige Abwärtsrevision bei der Nachfrage aus der Automobilindustrie zu Buche. Auch wenn die Nachfrage insgesamt deutlich höher ausfällt als bislang prognostiziert, soll sie noch immer 11% niedriger liegen als im Vorjahr. Dass es dennoch zu einem Angebotsdefizit kommt, ist dem noch stärkeren Rückgang des Platinangebots geschuldet. Letzteres soll um 14% gegenüber dem Vorjahr zurückgehen, wofür wiederum ein Einbruch der Minenproduktion auf 5,2 Mio. Unzen hauptverantwortlich zeichnet. Der WPIC revidierte diese um weitere 100 Tsd. Unzen nach unten. Grund hierfür sind die coronabedingten Einschränkungen der Produktion in den südafrikanischen Platinminen und der längere Ausfall einer großen Verarbeitungsanlage. Der Platinpreis tut sich allerdings schwer damit, aus diesen Zahlen unmittelbar Kapital zu schlagen. Am Morgen handelt Platin kaum verändert bei 915 USD je Feinunze.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T5GLongPlatinum FutureFaktor: 3
SB3T9QShortPlatinum FutureFaktor: -3
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Industriemetalle: Weiter verhaltene chinesische Stahl- und Aluminiumexporte

Nachdem wir gestern die Importseite der chinesischen Handelsstatistik für August betrachtet haben, werfen wir heute einen Blick auf die Exportzahlen. Die robusten Exporte insgesamt haben sich nicht in den Ausfuhren der Rohstoffe widergespiegelt. Diese waren weiter eher verhalten. Gemäß Daten der Zollbehörde hat China im August 3,68 Mio. Tonnen Stahl exportiert. Dies war die geringste Menge seit dem Corona-Lockdown zu Jahresbeginn. Anfang August war der Preis für Betonstahl an der SHFE in Shanghai auf den höchsten Stand seit gut einem Jahr geklettert, was Exporte noch weniger attraktiv gemacht hat. Die hohen Stahlpreise in China sprechen für eine robuste Inlandsnachfrage nach Stahl. Allerdings produzieren die chinesischen Stahlhersteller auf Rekordniveau (neue Daten hierzu werden in einer Woche veröffentlicht), es sollte dort derzeit also viel Stahl verfügbar sein. Da es kaum Daten zu Stahlvorräten in China gibt, ist nicht klar, ob der produzierte Stahl auch wirklich verbraucht wird oder auf Halde liegt. Die Aluminiumexporte sind den zweiten Monat in Folge auf 395 Tsd. Tonnen gestiegen, was dem höchsten Wert seit April entspricht. Wie bei Stahl produziert China auch rekordhohe Mengen Aluminium. Das staatliche Research-Institut Antaike hatte vor einiger Zeit gemeldet, dass am chinesischen Markt ein beachtlicher Angebotsüberschuss besteht. Wir gehen davon aus, dass derzeit auch viel Aluminium in China auf Halde liegt, das nicht börsenregistriert ist. Dennoch hat es der Aluminiumpreis im Zuge einer positiven Grundstimmung an den Märkten zeitweise wieder über die Marke von 1.800 USD je Tonne geschafft.