Rohstoffe

Preisschwäche bei Edelmetallen

Energie: Die Ölpreise starten mit leichten Abschlägen in die neue Woche. Brent handelt mit 71,4 USD je Barrel aber nicht weit vom in der letzten Woche verzeichneten 5-Monatshoch entfernt. Unterstützung gibt weiterhin die angespannte Angebotslage. Diese lockt offensichtlich auch Spekulanten an, die mit ihren Käufen den Preisanstieg verstärken. Die Netto-Long-Positionen bei Brent und WTI stiegen in der Woche zum 9. April zum wiederholten Male deutlich und erreichten jeweils das höchste Niveau seit Oktober 2018. Damals erreichten die Ölpreise ihre Hochs, bevor sie massiv unter Druck gerieten. Ein ähnlicher Absturz droht erst einmal nicht, zumindest solange der Ölmarkt angespannt bleibt. Sollte sich dies ändern, etwa weil die OPEC ihr Angebot ausweitet, und die spekulativen Finanzanleger daraufhin ihre Netto-Long-Positionen auflösen, droht allerdings eine Preiskorrektur. In den USA ist die Bohraktivität in der letzten Woche zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Ende März hatte die Bohraktivität ihr Tief erreicht, etwa drei Monate nach dem Tief bei den Ölpreisen. Der Ölpreisanstieg seit Jahresbeginn spricht für eine weiter steigende Bohraktivität und eine steigende US-Ölproduktion. Die US-Energiebehörde hatte ihre Produktionsprognose trotz des vorherigen Rückgangs bei den Ölbohrungen zuletzt sogar nach oben revidiert. Aufgrund der durch die OPEC-Kürzungen und unfreiwillige Produktionsausfälle verursachten beträchtlichen Angebotslücke (siehe TagesInfo Rohstoffe vom Freitag) stellt die steigende US-Ölproduktion momentan allerdings kein Problem dar.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Der gesamte Edelmetallsektor steht zum Wochenauftakt unter Druck, obwohl der US-Dollar am Freitag spürbar abgewertet hat und die Verluste heute Morgen nicht aufholt. Gegenwind kommt von den Aktienmärkten – der S&P 500 nähert sich wieder seinem Rekordhoch und die Indizes in Asien starten freundlich in die neue Woche – sowie von steigenden Anleiherenditen, was zum Beispiel Gold als Anlagealternative unattraktiver macht. Gold handelt mit 1.288 USD je Feinunze unmittelbar an der charttechnisch wichtigen 100-Tage-Linie. Diese hatte in den letzten zwei Wochen mehrfach gehalten. Sollte Gold diesmal allerdings darunter rutschen, dürfte dies technische Anschlussverkäufe nach sich ziehen und den Preis weiter drücken. Auch Gold in Euro gerechnet nähert sich mit knapp 1.140 EUR je Feinunze der 100-Tage-Linie. Silber ist bereits unter die 200-Tage-Linie gerutscht – das charttechnische Bild hat sich hier also noch stärker eingetrübt als bei Gold – und kostet weniger als 15 USD je Feinunze. Platin bleibt unter der 900 USD-Marke. Der Anstieg des Platinpreises auf ein 11-Monatshoch in der letzten Woche war stark spekulativ getrieben und stand daher auf wackeligen Beinen. Gemäß CFTC-Statistik wurden die spekulativen Netto-Long-Positionen in der Woche zum 9. April auf 20,3 Tsd. Kontrakte verdoppelt. Dies waren zugleich die höchsten Netto-Long-Positionen seit über einem Jahr. Mittlerweile dürfte es hier einige Gewinnmitnahmen gegeben haben. Palladium scheint sich bei rund 1.370 USD je Feinunze stabilisiert zu haben.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4
CJ7RMS Long Palladium-Future Faktor: 5
CJ7RMH Short Palladium-Future Faktor: -5

Industriemetalle: Die Metallpreise haben den Schwung von Ende letzter Woche zwar etwas verloren, halten sich aber zumeist auf beachtlichen Niveaus. Am Freitag hatten gute chinesische Konjunkturdaten den Preisen Auftrieb gegeben. Insbesondere die Gesamtkreditvergabe lag im März deutlich über den Erwartungen, wodurch klar wurde, dass die monetäre Lockerung wirkt. Auch die Exportdynamik hat merklich angezogen (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 12. April), wohingegen die Importe verhalten ausfielen. Dies hat sich auch in den einzelnen Rohstoffen widergespiegelt. Daten der Zollbehörde zufolge hat China im März 391 Tsd. Tonnen Kupfer importiert. Dies war zwar 26% mehr als im sehr schwachen Vormonat, aber 11% weniger als im Vorjahr. Seit Mitte März greifen die chinesischen Händler und Konsumenten wieder verstärkt auf Lagerbestände zurück, was mit den geringeren Importen zusammenhängen dürfte. Die Einfuhren von Kupfererz und -konzentrat lagen mit 1,77 Mio. Tonnen unter dem Februar-Niveau, was auf Ausfälle in einigen großen Kupferminen wie zum Beispiel in Chile, Peru und Indonesien zurückzuführen ist. Im ersten Quartal hat China allerdings deutlich mehr Kupfererz und -konzentrat importiert als im Vorjahr. Damit gelingt es China offenbar, sich ausreichend Angebot zu sichern, um den Bedarf der Kupferschmelzen im Land zu decken. Dieser nimmt kontinuierlich zu, da die Schmelzkapazitäten stark ausgebaut werden.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7L Long Copper-Future Faktor: 8
CJ3D7T Short Copper-Future Faktor: -8

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