Rohstoffe

Preisrally an den Rohstoffmärkten

Energie: Überhöhter Optimismus am Ölmarkt

Gestern sind die Ölpreise erneut kräftig gestiegen (WTI um 8%, Brent um 7%, jeweils Juli-Futures). In der Spitze hat der WTI-Ölpreis sogar um über 10% zugelegt und ist erstmals seit Mitte März über 33 USD je Barrel gestiegen. Der Optimismus am Ölmarkt ist mittlerweile omnipräsent. Ob der Preisanstieg selbst, der Aufbau der Netto-Long-Positionen der Großanleger bei WTI in den letzten Wochen oder die Backwardation bei WTI; alles deutet auf eine Angebotseinengung hin. Zum letzten Punkt ist anzumerken, dass der heute auslaufende Juni-Kontrakt mittlerweile über 1 USD bzw. über 3% höher als der Juli-Kontrakt notiert. Noch vor einem Monat fiel die Preisdifferenz zwischen den beiden vordersten WTI-Terminkontrakten auf fast minus 60 USD. Es gibt zwar genug Gründe für eine Preiserholung, z.B. der starke Rückgang der Produktions- und Exportvolumina der OPEC+ oder eine offensichtliche Erholung der Nachfrage. So scheint sich die Nachfrage in China, dem mit Abstand größten Ölimportland der Welt, mittlerweile fast auf das Vorkrisenniveau erholt zu haben. Berichten zufolge ist sie auf rund 13 Mio. Barrel täglich gestiegen und liegt nur 3% unter dem Vorjahresniveau. Doch scheint uns das Ausmaß der Preiserholung überzogen. Vor allem die US-Schieferölproduktion, die schneller als die OPEC+ auf Preisveränderungen reagiert, dürfte wegen der jüngsten Preisrally nicht mehr so stark wie befürchtet fallen. Laut dem jüngsten Bericht der EIA soll sie im Juni noch um weitere 200 Tsd. auf rund 7,8 Mio. Barrel täglich fallen. Der Analysedienst Rystad rechnet sogar mit einem Rückgang auf 7,56 Mio. Barrel täglich. Doch Totgesagte leben länger! In den vergangenen Jahren haben die US-Schieferölunternehmen geschickt Krisen gemeistert. Diesmal werden sie durch milliardenschwere Steuerrückerstattungen zusätzlich (indirekt) vom Staat unterstützt.

Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SR8CX1CallOil Brent FutureHebel: 5,9
CL7248PutOil Brent FutureHebel: 6,3
CL956BCallOil WTI Light FutureHebel: 5,4
CL726MPutOil WTI Light FutureHebel: 6,5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Große Fragezeichen bei Platin und Palladium

Der weltgrößte Verarbeiter von Platinmetallen, Johnson Matthey, hat aufgrund der aktuell sehr großen Unsicherheit im Zuge der Corona-Pandemie darauf verzichtet, konkrete Prognosen für 2020 zu Angebot, Nachfrage und Marktbilanzen zu veröffentlichen. Stattdessen lieferte Johnson Matthey nur revidierte Schätzungen für 2019. Der Platinmarkt wies demnach im letzten Jahr ein Defizit von 265 Tsd. Unzen auf (etwas höher als bislang erwartet), der Palladiummarkt ein Defizit von 950 Tsd. Unzen (etwas niedriger als bislang erwartet). Die wichtigsten Annahmen von Johnson Matthey lassen für 2020 bei Palladium einen ausgeglichenen Markt erwarten. So soll die Nachfrage aus der Automobilindustrie um 15% fallen, das Minenangebot in Südafrika um mindestens 20%. Entsprechend würde die Palladiumnachfrage um 1,45 Mio. Unzen fallen, das Angebot dagegen nur um gut 500 Tsd. Unzen. Bei Platin deuten die Annahmen von Johnson Matthey in Richtung eines erneuten Angebotsdefizits. Denn das Angebot aus Südafrika würde um knapp 900 Tsd. Unzen fallen, die Nachfrage aus der Automobilindustrie dagegen nur um knapp 600 Tsd. Unzen. Dem steht jedoch eine voraussichtlich deutlich geringere Investmentnachfrage gegenüber. Johnson Matthey weist allerdings darauf hin, dass die Nachfrage nach Platinbarren in China und Japan nach dem scharfen Preisrückgang im März außerordentlich hoch war. Dies dürfte geholfen haben, die Abflüsse aus den Platin-ETFs im 1. Quartal mehr als auszugleichen. Der WPIC erwartet für dieses Jahr auch ohne ETF-Zuflüsse eine Investmentnachfrage von gut 600 Tsd. Unzen. Sollten die ETFs im Jahresverlauf Zuflüsse verzeichnen, könnte dies die Investmentnachfrage näher an das Vorjahresniveau von ca. 1,2 Mio. Unzen bringen. Zu Jahresbeginn sprach vieles für ein massives Angebotsdefizit bei Palladium und einen beträchtlichen Angebotsüberschuss bei Platin. Beide Märkte scheinen nun in diesem Jahr mehr oder weniger ausgeglichen zu sein. Der starke Preisanstieg von Palladium seit gestern und das weiterhin hohe Preisverhältnis von 2,5 zu 1 zugunsten von Palladium spiegelt dies allerdings nicht wider. Auch der Einbruch der Autoneuzulassungen in Europa um 76%, den der Verband der europäischen Automobilproduzenten heute für April berichtete, scheint den Palladiumpreis bislang nicht wirklich zu interessieren.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ7RMQLongPalladium FutureFaktor: 3
CU3TG7ShortPalladium FutureFaktor: -3
CJ7RMELongPlatinum FutureFaktor: 3
CJ7RL9ShortPlatinum FutureFaktor: -3
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Industriemetalle: Sorgen vor Angebotsausfällen bei Eisenerz

Der Eisenerzpreis ist gestern um 3,4% gestiegen und legt heute weiter auf 94,5 USD je Tonne zu. Dies ist der höchste Stand seit vier Monaten. Er setzt damit seinen Aufwärtstrend der letzten Wochen fort. Seit Monatsbeginn hat sich Eisenerz um über 17% verteuert. Obwohl der seewärtige Markt unseres Erachtens gut versorgt ist, wachsen unter den Marktteilnehmern offenbar wieder Sorgen vor Angebotsausfällen. Denn der Pandemie-Herd des Coronavirus scheint sich nach Südamerika verlagert zu haben. Vor allem in Brasilien, dem weltweit zweitgrößten Eisenerzexporteur, steigt die Zahl der Covid-19-Infektionen rasant. Sollten Lockdown-Maßnahmen ergriffen werden, wird befürchtet, dass diese das Eisenerzangebot beeinträchtigen. Eine möglicherweise geringere Produktion in Brasilien trifft aktuell auf eine starke Nachfrage aus China, da dort die Stahlproduktion auf vollen Touren läuft. Gemäß Daten des Nationalen Statistikbüros (NBS) ist die Stahlproduktion im April gegenüber dem Vormonat um 7,7% auf 85 Mio. Tonnen gestiegen (auf Tagesbasis sogar um 11,2%). Neben Stahl hat China auch große Mengen Metalle produziert. Daten des NBS zufolge ist die Kupferproduktion im April im Vergleich zum Vorjahr um 9,2% gestiegen, die Zink- und Bleiproduktion um 7,3% bzw. 5,6%. Sie sind allerdings noch ein gutes Stück von ihren Höchstständen Ende letzten Jahres entfernt. Dennoch deutet dies unseres Erachtens auf eine relativ gute Verfügbarkeit von Erz und Konzentrat hin, das zu Raffinade verarbeitet werden kann. Die chinesische Aluminiumproduktion hat sich im April nahe der 3 Mio. Tonnen-Marke und damit auf sehr hohem Niveau gehalten. Das International Aluminium Institute dürfte morgen die NBS-Daten bestätigen und auch global eine sehr hohe Aluminiumproduktion bescheinigen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ3D7JLongCopper FutureFaktor: 5
CJ3D7RShortCopper FutureFaktor: -5
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