Rohstoffe

Preisanstieg von Gold steht auf wackeligen Beinen

Energie: Gewinnmitnahmen bei Rohöl, OPEC produziert mehr als benötigt

Die Ölpreise haben sich von ihren gestern erreichten Hochs etwas entfernt, was auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein dürfte. Die spekulativen Finanzanleger hielten schon vor der jüngsten Eskalation im Mittleren Osten die höchsten Netto-Long-Positionen bei Rohöl seit April 2019. Da die Krise zwischen den USA und dem Iran gestern nicht weiter eskaliert ist und es bislang auch nicht zu Beeinträchtigungen der Ölversorgung kam, dürften einige Marktteilnehmer Long-Positionen glattgestellt haben. Für eine Entwarnung ist es aber noch zu früh. So prüft der Iran angeblich 13 Szenarien für eine Vergeltung gegen die USA. Für diesen Fall hat US-Präsident Trump bereits angedroht, seinerseits 52 Ziele im Iran ins Visier nehmen zu wollen. Die USA verweigern dem iranischen Außenminister ein Visum für die geplante Reise zur UNO in New York, während der Iran das Pentagon als “Terrorgruppe” einstuft. De-eskalation sieht anders aus.

Die OPEC hat im Dezember laut einer Reuters-Umfrage auf Tagesbasis 29,5 Mio. Barrel Rohöl produziert. Das war etwas weniger als im November, lag damit aber auch 1 Mio. Barrel pro Tag über der IEA-Schätzung für den Bedarf an OPEC-Öl im 1. Quartal 2020. Zwar hatte die OPEC Anfang Dezember beschlossen, die Produktion zu Jahresbeginn um weitere 500 Tsd. Barrel pro Tag zu kürzen. Die Übererfüllung der bisherigen Kürzung wird darauf aber angerechnet. Diese belief sich im Dezember auf knapp 400 Tsd. Barrel pro Tag, so dass der tatsächliche Kürzungsbedarf deutlich geringer ist. Das Überangebot am Ölmarkt ist somit beträchtlich. Es besteht daher auch ein gewisser Puffer für Angebotsausfälle, sollte es im Zuge einer weiteren Eskalation der Iran-Krise zu Beeinträchtigungen der Ölproduktion oder der Öllieferungen kommen.

Geringerer Bedarf an Emissionsrechten belastet CO2-Preis

Laut der Forschungsgruppe Agora ist in Deutschland der CO2-Ausstoß in der Stromerzeugung im vergangenen Jahr um fast 50 Mio. Tonnen bzw. gut 18% gesunken. Maßgeblich war der deutliche Rückgang der Kohleverstromung in Folge der gestiegenen CO2-Preise, der trotz des verlangsamten Ausbaus deutliche Zuwachs an Strom aus erneuerbaren Energien sowie der gesunkene Stromverbrauch. Deutschland verantwortet gut ein Viertel der im EU-ETS erfassten Emissionen von Verbrennungsanlagen. Aber auch in vielen anderen Ländern ist die Kohlekraft eingebrochen. Hinzu kommt, dass auch die übrigen erfassten Sektoren mit Ausnahme der Zementindustrie schwächeln. Der entsprechend rückläufige Bedarf an EU-Emissionsrechten zeigt schon länger (Rück-)Wirkung: Er dürfte maßgeblich für das Ende der Hausse im EU-Emissionshandel im letzten Herbst gewesen sein. Aktuell ist der CO2-Preis unter 24 EUR je Tonne gerutscht. Wir rechnen mit einer längeren Verschnaufpause, aber ab Frühjahr dürfte der CO2-Preis – auch dank einer Stabilisierung der EU-Konjunktur – seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU3THV Long Brent Oil Future Faktor: 5
CU54XX Short Brent Oil Future Faktor: -5
CU3THU Long WTI Oil Future Faktor: 5
CU54X3 Short WTI Oil Future Faktor: -5
CJ3F6N Long ICE ECX EUA Future Faktor: 2
CJ3F6R Short ICE ECX EUA Future Faktor: -2
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Preisanstieg von Gold steht auf wackeligen Beinen

Gold hat gestern im Tagesverlauf einen Teil seiner Gewinne wieder abgegeben, da die Aktienmärkte in Europa und in den USA ihre anfänglichen Verluste teilweise oder sogar vollständig aufgeholt haben. Auch in Asien zeigen sie sich von ihrer freundlichen Seite, so dass Gold heute Morgen weitgehend unverändert bei rund 1.565 USD je Feinunze handelt. Die ETF-Investoren fanden den jüngsten Preisanstieg von Gold offenbar nicht anziehend und haben gestern sogar knapp eine Tonne Gold verkauft. Dies unterstreicht unsere Meinung, dass der Preisanstieg überwiegend durch Käufe am Futures-Markt getrieben war. Laut CFTC-Statistik haben die spekulativen Finanzinvestoren in der Woche zum 31. Dezember ihre Netto-Long-Positionen die dritte Woche in Folge auf fast 233 Tsd. Kontrakte ausgeweitet. Dies ist der höchste Stand seit drei Monaten. Da der Goldpreisanstieg nach dem Datenstichtag weiter Fahrt aufgenommen hat, dürften die Netto-Long-Positionen mittlerweile noch höher sein. Das heißt unseres Erachtens aber auch, dass der Preisanstieg von Gold auf wackeligen Beinen steht und die Korrekturgefahr steigt. Aus technischer Sicht ist Gold bereits deutlich überkauft: Der Relative-Stärke-Index ist mit 86 so hoch wie zuletzt Mitte 2019. Vor gut einem halben Jahr gab es in dieser Situation allerdings keine Korrektur, sondern der Preisanstieg setzte sich mit etwas weniger Dynamik fort.

Palladium scheint nicht aufzuhalten zu sein: Mit über 2.030 USD je Feinunze markierte es gestern ein weiteres Rekordhoch. Die Preisdifferenz zu Gold hat sich daraufhin auf gut 460 USD ausgeweitet. Palladium kostet zudem mehr als doppelt so viel wie Platin.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold Future Faktor: 10
CU3THG Short Gold Future Faktor: -10
CU0E6Y Long Palladium Future Faktor: 5
CU3THB Short Palladium Future Faktor: -5
CU0E6X Long Platinum Future Faktor: 5
CJ7RL7 Short Platinum Future Faktor: -5
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Industriemetalle: Höhere Produktion in China sollte Aluminiumpreisanstieg stoppen

Die Metalle zeigen sich im aktuellen Marktumfeld weiter erstaunlich robust. Gestern erhielten sie allerdings Unterstützung durch die Aktienmärkte, die im Laufe des Tages einen Teil ihrer anfänglichen Verluste aufgeholt haben. Auch der schwächere US-Dollar sorgte für etwas Rückenwind. Offenbar haben die Marktteilnehmer etwas mehr Optimismus an den Tag gelegt, da die Lage im Mittleren Osten nicht weiter eskaliert ist. Eine Entspannung dort ist allerdings nicht in Sicht. Heute Morgen steigt Kupfer in Richtung 6.200 USD je Tonne, Nickel hat sich wieder der 14.000 USD-Marke angenähert. Aluminium ist gestern auf ein 5½-Monatshoch von 1.835 USD je Tonne gestiegen, gibt heute aber wieder leicht nach. Der Preis befindet sich seit mittlerweile Anfang Dezember im Aufwind. Das charttechnische Bild hat sich zuletzt deutlich aufgehellt, nachdem der Preis sowohl die 100- als auch die 200-Tage-Linie überwunden hatte. Der Preisanstieg ist aber auch stark spekulativ getrieben: Laut LME-Statistik lagen die Netto-Long-Positionen der spekulativen Finanzinvestoren kurz vor Jahresende auf dem höchsten Niveau seit über einem Jahr. Der Preisanstieg steht daher unseres Erachtens auf wackeligen Beinen und könnte bald gestoppt werden. Denn Industriekreisen zufolge fahren in China die Schmelzen ihre Produktion hoch, da die Preise für Alumina dort auf ein 2½-Jahrestief gefallen sind, was die Kostenbasis der Schmelzen entlastet und so die Aluminiumproduktion attraktiv macht. Generell sollen in diesem Jahr in China die Schmelzkapazitäten von Aluminium deutlich ausgebaut werden. Dies dürfte sich in einer höheren Produktion niederschlagen, was einhergehend mit einer verhaltenen Nachfrage steigenden Aluminiumpreisen unseres Erachtens entgegenstehen sollte.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU6XLF Long Copper Future Faktor: 8
CL1Y53 Short Copper Future Faktor: -8
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