Rohstoffe

Powell verleiht Rohstoffpreisen Flügel

Energie: Die Ölpreise befinden sich deutlich im Aufwind. Gestern legten die Preise um 4,5% zu. Heute geht es weiter nach oben. Brent steigt auf ein 6-Wochenhoch von 67,5 USD je Barrel. WTI kostet inzwischen knapp 61 USD, so viel wie zuletzt vor sieben Wochen. Die “OPEC+” dürfte diese Entwicklung mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen. Seit ihrem Beschluss Anfang des Monats, die Produktionskürzungen für weitere neun Monate beizubehalten, haben die Ölpreise um mehr als 8% zugelegt. Der jüngste Preisanstieg hatte allerdings nur bedingt etwas mit der OPEC und ihren verbündeten Nicht-OPEC-Staaten zu tun. Im Golf von Mexiko braut sich ein Tropensturm zusammen, der in Richtung US-Küste ziehen soll. Vorsichtshalber haben mehrere US-Ölunternehmen damit begonnen, Arbeiter von den Ölplattformen abzuziehen. Laut der zuständigen Behörde sind mehr als 600 Tsd. Barrel an täglicher Produktionskapazität betroffen. Im Golf von Mexiko werden 17% der US-Ölproduktion gefördert. Zudem ist an der US-Golfküste der Großteil der Verarbeitungskapazitäten der USA angesiedelt. Entsprechend legten die Benzinpreise noch deutlicher zu als die Rohölpreise. Einen zusätzlichen Schub erhielten die Ölpreise durch einen unerwartet kräftigen Rückgang der US-Rohölbestände um 9,5 Mio. Barrel, womit sogar der vom API am Vortag berichtete starke Lagerabbau übertroffen wurde. Der inzwischen vierte Wochenrückgang der US-Rohölvorräte zeigt, dass sich nun auch der US-Ölmarkt einengt. Außerdem spitzt sich die Lage im Persischen Golf weiter zu. Iranische Boote sollen versucht haben, einen britischen Öltanker an der Durchfahrt der Straße von Hormus zu hindern und in iranische Gewässer zu leiten. Das Eingreifen eines in der Nähe befindlichen britischen Kriegsschiffes soll dies verhindert haben. Der Iran bestreitet allerdings den Vorfall. Die gesamte Gemengelage spricht kurzfristig für weiter steigende Ölpreise.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold hat gestern einen Satz nach oben gemacht und ist um 1,4% gestiegen. Dabei hat es ohne Mühe die psychologisch wichtige Marke von 1.400 USD je Feinunze überwunden. Heute Morgen steigt es weiter auf 1.425 USD. In seiner Anhörung im US-Repräsentantenhaus hat der Fed-Vorsitzende Powell ein deutliches Signal für eine baldige Zinssenkung gegeben. Die Unsicherheiten hinsichtlich des Handelsstreits und in Bezug auf die Weltwirtschaft würden laut seinen Aussagen auch auf der US-Wirtschaft lasten. Viele Teilnehmer hätten daher schon auf der letzten Fed-Sitzung die Notwendigkeit einer expansiveren Geldpolitik gesehen. Nach diesen Worten preist der Markt jetzt sogar wieder wie schon vor den starken US-Arbeitsmarktdaten eine Zinssenkung von mehr als 25 Basispunkten bei der nächsten Fed-Sitzung am 31. Juli ein. Im Zuge dessen sind die Anleiherenditen gefallen und der US-Dollar hat abgewertet. Gold war entsprechend großer Profiteur der Situation. Dies hat sich auch in ETF-Zuflüssen von sechs Tonnen widergespiegelt. Die anderen Edelmetalle wurden von Gold mit nach oben gezogen, wobei Silber unterproportional und Platin und Palladium überproportional zulegten. Palladium handelt heute Morgen bei knapp 1.600 USD je Feinunze und ist damit nur noch wenige Dollar entfernt von seinem Allzeithoch Ende März. Neben der Unterstützung fester Industriemetalle könnten Palladium und Platin von Sorgen über einen möglichen Streik in der südafrikanischen Platinminenindustrie profitiert haben. Vorgestern haben erste Gespräche zwischen den Produzenten und der radikalen Gewerkschaft AMCU über einen neuen Tarifvertrag begonnen. Die Vorstellungen liegen weit auseinander.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold-Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold-Future Faktor: -10
CJ7RMR Long Palladium-Future Faktor: 4
CJ7RMJ Short Palladium-Future Faktor: -4
CU0E6X Long Platinum-Future Faktor: 5
CJ7RL7 Short Platinum-Future Faktor: -5

Industriemetalle: Die Metallpreise haben sich gestern deutlich erholt, was wir auf den schwächeren US-Dollar und die auf Rekordhoch gestiegenen US-Aktienmärkte im Zuge der Anhörung des Fed-Vorsitzenden Powell im US-Repräsentantenhaus zurückführen. Metallspezifische Nachrichten gab es gestern keine. Kupfer, Nickel und Blei legten jeweils um über 2% zu, Aluminium und Zink jeweils um 1,6%. Einzig Zinn zog nicht mit. Kupfer kostete in der Spitze fast 5.970 USD je Tonne, Blei verteuerte sich auf ein 2½-Monatshoch von 1.965 USD und Nickel hat erstmals seit drei Monaten wieder die Marke von 13.000 USD überwunden. Heute Morgen legen die Metallpreise zunächst eine Verschnaufpause ein.

Daten des International Stainless Steel Forum (ISSF) zufolge ist die globale Edelstahlproduktion im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 2,5% auf 12,46 Mio. Tonnen gefallen. Gegenüber dem Vorquartal hat die Edelstahlproduktion allerdings um 5,4% angezogen, wobei im vierten Quartal 2018 außergewöhnlich wenig Edelstahl hergestellt wurde. Gemäß den ISSF-Daten hat sich die Produktion besonders stark in den USA und in Europa erholt. China war mit einem Anteil von fast 52% weiterhin der mit Abstand größte Edelstahlproduzent. Die Edelstahlindustrie ist nach wie vor klar der größte Nachfrager nach Nickel. Sie wird diese Position in den nächsten Jahren aber an die Batterieindustrie verlieren, da Nickel stark in Batterien für Elektroautos verwendet wird.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7L Long Copper Future Faktor: 8
CJ3D7T Short Copper Future Faktor: -8

Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise


Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.