Rohstoffe

Powell sorgt für Partylaune an den Rohstoffmärkten

Energie: Ölpreise legen deutlich zu, Fundamentaldaten treten in den Hintergrund

Die Ölpreise legten gestern um bis zu 4% zu. Brent erreichte mit 84 USD je Barrel das höchste Niveau seit zwei Monaten. Gleiches gilt für WTI mit 81,5 USD. Für Rückenwind sorgten Äußerungen des Fed-Vorsitzenden Powell bei seiner Nominierungsanhörung vor einem Kongressausschuss. Darin bezeichnete er die Auswirkungen der Omikron-Variante auf die US-Wirtschaft als kurzlebig. Zudem rechnet er damit, dass die Konjunktur die Zinserhöhungen verkraften könne. Die Marktteilnehmer am Ölmarkt zogen daraus ihre eigenen Schlüsse und deckten sich in Erwartung einer weiterhin robusten Ölnachfrage mit Öl-Terminkontrakten ein. Hinzu kam ein höherer Risikoappetit, der sich in steigenden Aktienmärkten widerspiegelte. Fundamentaldaten treten aktuell dagegen in den Hintergrund. So berichtete das API einen nur geringen Rückgang der US-Rohöllagerbestände und einen massiven Anstieg der US-Benzinvorräte. Diese stiegen in der letzten Berichtswoche um fast 11 Millionen Barrel. Sollte das US-Energieministerium dies heute bestätigen, wäre es der zweite Anstieg um mehr als 10 Millionen Barrel in Folge. Eine Angebotsknappheit am Ölmarkt lässt sich daraus nicht wirklich ableiten. Es bestätigt vielmehr die gängigen Schätzungen, wonach der Ölmarkt im laufenden Quartal deutlich überversorgt ist. Die US-Energiebehörde veröffentlichte gestern ihren Kurzfrist-Energieausblick. Darin revidierte sie ihre Prognose für die US-Ölnachfrage 2022 nach oben und erwartet nun einen Anstieg um 840 Tausend Barrel pro Tag. Die Prognose für die US-Ölproduktion in diesem Jahr revidierte sie dagegen leicht nach unten. Im nächsten Jahr soll die US-Ölproduktion auf durchschnittlich 12,4 Millionen Barrel pro Tag steigen, was das bisherige Rekordniveau von 2019 übertreffen würde. Die EIA sieht den globalen Ölmarkt in diesem und im nächsten Jahr überversorgt. Sie erwartet für 2022 einen Anstieg der weltweiten Lagerbestände um 500 Tausend Barrel pro Tag, dem im nächsten Jahr ein Lageraufbau um 600 Tausend Barrel pro Tag folgen soll. Auch dies ist kein Argument, weshalb die Ölpreise zuletzt so stark gestiegen sind. Es ist allerdings schwer zu prognostizieren, wann Übertreibungen enden.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T50LongOil Brent Future Faktor: 4
SD3V9LShortOil Brent Future Faktor: -4
SD1CL9LongWTI Light Crude Future Faktor: 3
SD2TASShortWTI Light Crude FutureFaktor: -3
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Edelmetalle: Gold nach Powell-Äußerungen fester, chinesischer Automarkt erholt sich dank Elektroautos

Gold ist gestern um rund 20 USD auf 1.820 USD je Feinunze gestiegen, wo es auch heute Morgen noch handelt. Es wurde vom schwächeren US-Dollar und deutlich gefallenen realen Anleiherenditen unterstützt. Der Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Powell, hat während einer Anhörung im Kongress zwar bestätigt, dass die Fed die hohe Inflation bekämpfen werde. Dies würde aber nicht der US-Wirtschaft schaden, so Powell weiter, womit er die Marktteilnehmer offenbar beruhigt hat. Deren Fokus liegt heute wohl auf den Inflationsdaten in den USA. Die Teuerungsrate dürfte im Dezember weiter auf über 7% gestiegen sein, was den Handlungsbedarf der Fed verdeutlicht.

Wie der Verband der chinesischen Automobilproduzenten (CAAM) heute berichtete, sind die Autoverkäufe in China im Dezember leicht gegenüber Vorjahr gestiegen. Dies war die erste positive Jahresveränderungsrate seit acht Monaten. Im Gesamtjahr sind die Autoabsätze um 6,5% und damit erstmals seit vier Jahren wieder gestiegen. Sie lagen nur noch leicht unter dem Vorkrisenniveau. Die CAAM erwartet, dass sich die Erholung des chinesischen Automarktes in diesem Jahr fortsetzt. Zum Anstieg im letzten Jahr haben maßgeblich Verkäufe von Elektroautos beigetragen: Gemäß den CAAM-Daten wurden davon fast 170% mehr verkauft als im Vorjahr. Sie machten gut 15% der gesamten Autoverkäufe aus. Und der chinesische Markt für Elektrofahrzeuge dürfte auch weiter stark wachsen: Gestern hat die Passenger Car Association, ein privater Automobilverband, ihre bisherige Prognose für den Absatz von Fahrzeugen mit neuen Antriebsformen für 2022 von 4,8 Millionen auf 5,5 Millionen Einheiten angehoben. Rein batteriebetriebene Fahrzeuge machen über 80% dieser Kategorie aus. Mit dem erwarteten Anstieg der Verkäufe von Elektroautos sollte eine steigende Nachfrage nach Batteriemetallen einhergehen. Platin und Palladium geben heute Morgen jedoch nach: Platin fällt leicht auf 970 USD je Feinunze, Palladium rutscht etwas stärker auf 1.900 USD je Feinunze ab.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SF5DDULongGold Future Faktor: 5
SF5DDDShortGold Future Faktor: -5
SB3T41LongPlatinum FutureFaktor: 2
SB3T7YShortPlatinum FutureFaktor: -2
SB3T49LongPalladium FutureFaktor: 2
SB3T7ZShortPalladium FutureFaktor: -2
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Industriemetalle: Nickel springt auf 10-Jahreshoch

Die Metallpreise sind gestern allesamt deutlich gestiegen und legen heute Morgen weiter zu. In einem von hohem Risikoappetit geprägten Marktumfeld erreicht Zinn mit über 41.000 USD je Tonne ein neues Rekordhoch. Am auffälligsten ist die Preisentwicklung von Nickel, das sich gestern um fast 5% verteuerte und heute mit knapp 22.000 USD je Tonne auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren handelt. Seit Mitte Dezember, dem Beginn des jüngsten Preisanstiegs, hat sich Nickel mittlerweile um rund 15% verteuert. Dieser dürfte unter anderem auf die starke Zunahme der Verkäufe von Elektroautos zurückzuführen sein, wie sie zum Beispiel aus China gemeldet wurden (siehe Edelmetalle oben). Denn Batterien mit einem hohen Nickelanteil werden nach wie vor von den Autoherstellern präferiert. Die Elektromobilität, hier konkret die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte, ist unseres Erachtens der wesentliche Treiber der Nickelnachfrage in den nächsten Jahren. Daher versuchen auch viele Automobilproduzenten mittels langfristiger Lieferverträge die Versorgung mit Batteriemetallen zu sichern. So zum Beispiel jüngst ein US-Autobauer, der mit einem Minenunternehmen einen Liefervertrag für Nickelkonzentrat ab 2026 eingegangen ist. Während aktuell quasi schon um das langfristige Angebot „gekämpft“ wird, gibt es Anzeichen, dass auch das kurzfristige Angebot begrenzt ist. Diesen Eindruck kann man zumindest gewinnen, wenn man auf die Entwicklung der Nickelvorräte in den LME-Lagerhäusern schaut: Die Bestände sind mittlerweile unter die Marke von 100 Tausend Tonnen abgeschmolzen und liegen auf dem tiefsten Stand seit über zwei Jahren. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass die LME-Nickelvorräte zuletzt 50 Handelstage am Stück abgebaut wurden, was demnach die längste Strecke seit dem Jahr 2000 sei. Und der Abbau dürfte sich fortsetzen, da etwas mehr als die Hälfte der Bestände noch zur Auslieferung angefordert ist. Der Nickelpreis scheint nicht nur vor diesem Hintergrund unseres Erachtens gut unterstützt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Jahresausblick: 20 Trends für 2022

Nach dem ereignisreichen Jahr 2021 blicken Investoren erwartungsvoll auf 2022. Die Sorgen über die Corona-Variante Omikron, der Kurswechsel der US-Notenbank und die Unruhe am chinesischen Immobilienmarkt dürften weiter für Spannung sorgen. Starten Sie gut informiert ins neue Börsenjahr und erfahren Sie, welche 20 Trends die Märkte weltweit bewegen werden. Jetzt lesen!