Rohstoffe

OPEC+ über Produktionskürzung einig

Energie: Aus Über- wird Unterversorgung am Ölmarkt

Nach einer kurzen Verschnaufpause haben die Ölpreise ihren Anstieg fortgesetzt, wobei der Brentölpreis heute Morgen wieder über 40 USD je Barrel handelt. Die Erholung am Aktienmarkt im gestrigen Handelsverlauf und ein deutlich schwächerer US-Dollar dürften den Anstieg unterstützt haben. Doch vor allem die wahrscheinliche kurzfristige Einigung der OPEC und ihr Bekenntnis zu einer höheren Förderdisziplin dominieren am Ölmarkt aktuell das Geschehen. Nachdem Länder wie der Irak, Nigeria, Angola und Kasachstan im Mai die vereinbarten Förderkürzungen nicht im vollen Umfang umgesetzt haben, haben sie sich jetzt wohl noch einmal ausdrücklich dazu verpflichtet. In diesem Fall könnte die OPEC+ die Videokonferenz bereits am Wochenende abhalten und sich offiziell auf eine Verlängerung der aktuellen Kürzungen einigen. Auch wenn Details der Vereinbarung mit dem Irak noch nicht bekannt sind, vermutet man, dass sich das Land verpflichten wird, nicht nur die Produktionsquoten demnächst komplett umzusetzen, sondern in den kommenden Monaten die “zu hohe” Produktion von Mai und Juni durch zusätzliche Kürzungen zu kompensieren. Eine solche “Strafe” würde sicherlich die Förderdisziplin der OPEC selbst und das Marktvertrauen in die OPEC stärken. Von einer massiven Überversorgung von April bis Juni würde der Ölmarkt dann viel schneller und stärker in eine Angebotseinengung hineinlaufen. Zusätzlichen Schub könnten die Ölpreise kurzfristig durch die unmittelbar bevorstehende Bekanntgabe der offiziellen Verkaufspreise für Juli durch Saudi-Arabien erhalten, die nunmehr für alle Regionen steigen könnten, nachdem sich die OPEC+ wohl dem Willen des Königreichs gebeugt hat. Doch durch einen zu schnellen Anstieg der Ölpreise schaufelt sich die OPEC ihr eigenes “Grab”, denn die US-Schieferölindustrie musste nicht allzu lange unter den Preisen um 20 USD je Barrel leiden und wird sich schneller erholen. Vielleicht sieht man das schon im Monatsausblick der EIA, der am kommenden Dienstag erscheint. IEA-Chef Birol sieht bei Preisen von 40-45 USD eine Erholung der Schieferölproduktion.

Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SR8CX1CallOil Brent FutureHebel: 3,6
CL97W7PutOil Brent FutureHebel: 4,9
CL956BCallOil WTI Light FutureHebel: 3,1
CL7MRTPutOil WTI Light FutureHebel: 4,8
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Rekordhohe Gold-ETF-Zuflüsse bis einschließlich Mai

Gold handelt am Morgen bei 1.710 USD je Feinunze und steht vor dem dritten Wochenrückgang in Folge. Die positive Marktstimmung und der steigende Risikoappetit der Marktteilnehmer fordern ihren Tribut. Gestern sorgte die EZB für Rückenwind. Sie erhöhte das Volumen ihres Notfall-Anleihekaufprogrammes PEPP um 600 Mrd. auf 1,35 Bio. EUR, was die Markterwartungen übertraf. Zudem will sie die Anleihekäufe bis mindestens Mitte 2021 fortsetzen (bislang bis Ende 2020). Die damit einhergehende massive Ausweitung der EZB-Bilanzsumme dürfte dem Goldpreis weiter Auftrieb geben, wenn der Gegenwind durch die steigenden Aktienmärkte nachlässt. Gestern war dies bereits zu beobachten, als die Aktienmärkte erstmals seit Tagen eine Verschnaufpause einlegten. Die Gold-ETFs verzeichneten dennoch erstmals seit 30 Tagen wieder geringfügige Abflüsse, womit die Rekordstrecke ununterbrochener ETF-Zuflüsse zu Ende gegangen ist. Eine Phase länger anhaltender Abflüsse ist allerdings nicht zu erwarten. Mehrere Tage mit ETF-Abflüssen in Folge hat es zuletzt im März gegeben. Die ETF-Zuflüsse waren seither der treibende Faktor für die Goldpreisentwicklung. Laut gestern veröffentlichter Statistik des World Gold Council beliefen sich die ETF-Zuflüsse im Mai auf 154 Tonnen. In den ersten fünf Monaten zusammen summieren sich die Zuflüsse auf 623 Tonnen. Das übertrifft bereits jetzt die Zuflüsse im bisherigen Rekordjahr 2009, als im Zuge der großen Finanz- und Wirtschaftskrise insgesamt 591 Tonnen in die Gold-ETFs flossen. Die gesamten Gold-ETF-Bestände erreichten Ende Mai ein Niveau von 3.510 Tonnen, womit sie die Goldreserven der Bundesbank übertreffen. Nur noch die US-Notenbank Fed verfügt über größere Goldreserven. Damit wird ersichtlich, welche Bedeutung die Gold-ETFs mittlerweile erreicht haben. Heute steht der US-Arbeitsmarktbericht für Mai im Fokus der Marktteilnehmer. Im letzten Monat dürften nochmals bis zu 10 Mio. Jobs verloren gegangen und die Arbeitslosenquote auf bis zu 20% gestiegen sein. Dies unterstreicht die Notwendigkeit anhaltend expansiver Maßnahmen von Regierung und Notenbank, wovon Gold als wertstabile Anlage profitieren sollte.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Corona lässt die Stahlnachfrage deutlich sinken

Der Weltstahlverband hat gestern verspätet seinen Kurzfristausblick für die Stahlnachfrage 2020 und 2021 veröffentlicht (die Veröffentlichung war ursprünglich für April vorgesehen). Demnach soll die globale Stahlnachfrage wegen der Corona-Krise in diesem Jahr um 6,4% fallen. Lediglich für China unterstellt der Verband ein marginales Wachstum, in fast allen anderen Ländern/Regionen wird die Stahlnachfrage rückläufig gesehen, wobei zumeist zweistellige Rückgangsraten angesetzt werden. Für die EU erwartet der Verband ein Minus von fast 16%, für die (ehemalige) NAFTA-Region von 20%. Dennoch fängt China einen Teil der schwachen Nachfrage andernorts auf. Weltweit betrachtet dürfte das laufende Quartal das schlechteste werden; auf dieses soll dann eine langsame Erholung folgen. Der Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass die Lockdown-Maßnahmen in den meisten Ländern in den kommenden beiden Monaten weiter gelockert und dass die großen stahlproduzierenden Wirtschaften nicht stark von weiteren Pandemie-Wellen getroffen werden. Von den wichtigsten stahlkonsumierenden Branchen ist laut Angaben des Weltstahlverbands die Autoindustrie am stärksten von der Corona-Krise betroffen. Es wird demnach auch noch viele Jahre dauern, bis sie wieder ihr Vorkrisenniveau erreicht. Der Maschinenbau leidet ebenfalls stark, vor allem wegen logistischen Engpässen und Lieferkettenunterbrechungen. Eine Erholung soll hier nur langsam erfolgen. Relativ glimpflich kommt dagegen der Bausektor davon. Im nächsten Jahr soll sich die globale Stahlnachfrage zwar um 3,8% auf 1,72 Mrd. Tonnen erholen, sie erreicht damit aber noch nicht wieder ihr Vorkrisenniveau. Außerhalb Chinas soll die Nachfrage in allen Regionen zunehmen, in China dagegen nur stagnieren. Insgesamt betrachtet bleibt die Stahlindustrie unseres Erachtens auf absehbare Zeit in unruhigem Fahrwasser.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.