Rohstoffe

OPEC sieht Ölnachfrage noch zwei Jahrzehnte steigen

Energie: Norwegen und Golf von Mexiko weiterhin im Fokus

Die Ölpreise stiegen gestern um 3%. Brent erreichte mit 43,5 USD je Barrel das höchste Niveau seit Mitte September. Gleiches gilt für WTI mit 41,5 USD je Barrel. Beide Ölpreise stehen damit vor einem Wochengewinn von rund 10%. Auftrieb gaben auch gestern die Produktionsausfälle in Norwegen und im Golf von Mexiko. Durch den Streik der norwegischen Ölarbeiter könnten knapp 1 Mio. Barrel pro Tag Öläquivalent bzw. ein Viertel der norwegischen Öl- und Gasproduktion wegfallen, wenn die für heute angesetzten Schlichtungsgespräche zwischen Gewerkschaft und Produzentenverband keine Lösung bringen. Ebenfalls zu bedenken ist, dass die norwegischen Ölsorten Oseberg, Ekofisk und Troll im Brent-Basket enthalten sind, der die Basis für die gleichnamige Ölbenchmark ist. Im Golf von Mexiko sind inzwischen mehr als 90% der Ölproduktion und mehr als 60% der Erdgasproduktion wegen des herannahenden Hurrikans Delta geschlossen. Landgang ist für heute Nachmittag Ortszeit an der Südwestküste von Louisiana erwartet. Dort befinden sich zahlreiche Raffinerien, die ebenfalls ihren Betrieb einstellen dürften, was das Angebot an Ölprodukten beeinträchtigen wird. Bis klar ist, ob es Schäden an den Öleinrichtungen gibt, dürften die Ölpreise ihr aktuelles Niveau verteidigen. Während die OPEC für die Ölnachfrage in diesem Jahr deutlich pessimistischer ist als IEA und EIA, äußerte sie sich für die nächsten Jahre deutlich optimistischer. Sie geht davon aus, dass die globale Ölnachfrage in zwei Jahren das Vor-Corona-Niveau erreicht hat und noch für zwei Jahrzehnte steigen wird. Vertreter aus der Ölindustrie und Ölhändler sind wegen der Folgen der Corona-Pandemie und dem strukturellen Wandel – Stichwort E-Mobilität – deutlich skeptischer und sehen das Nachfragehoch teilweise sogar schon erreicht. Auch die von der OPEC geäußerte Erwartung, ihren Marktanteil am Ölmarkt in den nächsten Jahren deutlich erhöhen zu können, scheint ambitioniert. Der Bedarf an OPEC-Öl soll demnach in zwei Jahren bei 34,3 Mio. Barrel pro Tag liegen, gut 6 Mio. Barrel pro Tag mehr als im nächsten Jahr.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold und Palladium profitieren von ETF-Zuflüssen

Unterstützt durch einen etwas schwächeren US-Dollar und moderate ETF-Zuflüsse hat Gold wieder die Marke von 1.900 USD je Feinunze zurückerobert. US-Präsident Trump hat bezüglich eines neuen Hilfspaktes für die US-Wirtschaft offenbar eine komplette Kehrtwende vollzogen. Laut Finanzminister Mnuchin möchte er eine Vereinbarung mit den Demokraten über ein umfassendes Konjunkturprogramm. Ob ein solches jedoch noch vor den Präsidentschaftswahlen Anfang November zustande kommt, ist fraglich. Der World Gold Council (WGC) hat gestern seine monatliche Statistik zu den Gold-ETFs veröffentlicht. Demnach sind den Gold-ETFs im September 68,1 Tonnen zugeflossen. Dies war bereits der zehnte Monatszufluss in Folge. In den ersten neun Monaten des Jahres summieren sich die Zuflüsse auf 1.003 Tonnen. Dies ist schon jetzt deutlich mehr als in jedem vorherigen Gesamtjahr. Zwei Drittel aller Zuflüsse entfielen auf ETFs in Nordamerika, vor allem auf den SPDR Gold Trust. Laut WGC halten die mehr als 120 erfassten Gold-ETFs zusammen 3.880 Tonnen Gold im Gegenwert von 235 Mrd. USD. Im Fahrwasser von Gold legen auch die anderen Edelmetalle zu. Palladium hat dabei zeitweise die Marke von 2.400 USD je Feinunze überwunden. Unterstützung erhält Palladium von einem offenbar wieder anziehenden Investoreninteresse. Gestern verzeichneten die von Bloomberg erfassten Palladium-ETFs schon den zweiten nennenswerten Tageszufluss in dieser Woche. Mit 23,4 Tsd. Unzen war dieser zudem so hoch wie zuletzt im August 2017.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SB3T99ShortPalladium FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Verwirrung um Aluminium in malaysischen LME-Lagerhäusern

In China ist die „Goldene Woche“ vorbei, das heißt die Märkte haben seit heute wieder geöffnet und die Händler sind an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. Da der LME-Industriemetallindex seit dem 2. Oktober um 3,9% zugelegt hat, holen die Metallpreise an der SHFE in Shanghai dies heute im Ansatz nach. Aluminium hat gestern die Marke von 1.800 USD je Tonne überwunden und steigt heute Morgen weiter auf knapp 1.820 USD. Der seit Mittwoch erfolgte Preisanstieg (+3%) könnte auf Meldungen aus Malaysia von vorgestern zurückzuführen sein. Wegen vermehrter Covid-19-Neuinfektionen ist dort ab heute der Bezirk Klang mit dem Hafen Port Klang bis auf weiteres weitgehend geschlossen. In Port Klang liegen fast 60% aller LME-Aluminiumvorräte. Händler hatten daher offenbar versucht, sich noch vor dem Lockdown Aluminium aus den Lagerhäusern ausliefern zu lassen. Dies könnte zumindest den starken Anstieg der sog. gekündigten Lagerscheine um 26% bzw. 63 Tsd. Tonnen am Dienstag erklären, fast alle davon in Port Klang. Ausgeliefert wurden dort seitdem aber nur rund 7,6 Tsd. Tonnen. Gestern Abend hieß es dann allerdings, dass der Hafen ohne Einschränkungen weiter betrieben werden kann, so dass auch das angeforderte Aluminium theoretisch ausgeliefert werden kann.

Industriemetalle: EU-Strafzölle auf Edelstahl

Die EU-Kommission hat gestern Importzölle auf warmgewalzte Edelstahlspiralen und -bleche aus China, Indonesien und Taiwan in Höhe von bis zu 19% eingeführt. Dies ist das Ergebnis einer Anti-Dumping-Untersuchung gegen diese Länder. Vor zwei Wochen hatte die EU-Kommission bereits vorläufige Strafzölle auf Aluminium-Strangpressprofile aus China von bis zu 48% angekündigt. Diese sollen am 15. Oktober in Kraft treten. China hat demnach in den letzten Jahren große Mengen halbverarbeitete Aluminiumprodukte auf unlautere Art in den EU-Markt gedrückt. Eine Anti-Dumping-Untersuchung gegen bestimmte Aluminium-Flachwalzprodukte aus China läuft noch. Auch im Falle von Edelstahl sollen die beschuldigten Länder ihre Produkte zu künstlich niedrigen Preisen verkauft haben.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.