Rohstoffe

OPEC sieht deutlich höhere Ölnachfrage

Energie: Nachrichtenlage bleibt unterstützend für den Ölpreis

Die Ölpreise halten sich stabil – WTI bei 40, Brent bei 43 USD je Barrel. Der schwächere US-Dollar und freundliche Aktienmärkte wegen der Hoffnung auf eine baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffs gegen Covid-19 sorgen ebenso für Unterstützung wie der Lagerbericht des API. Dieses hat gestern Abend für die letzte Woche mit 8,32 Mio. Barrel den stärksten Rückgang der US-Rohölvorräte in diesem Jahr berichtet. Die Bestände für Benzin sind um 3,61 Mio. Barrel gefallen. Bei der DOE-Veröffentlichung heute rechnet der Bloomberg-Konsens mit einem kleinen Aufbau der Rohölvorräte und einem Abbau der Benzinbestände um 1,3 Mio. Barrel. Daher besteht Potenzial für preisunterstützende Nachrichten vom DOE-Bericht.

Positive Überraschungen für den Ölpreis könnte es auch von der Konferenz des ministerialen Beobachtungskomitees der OPEC+ geben, auf der zwar die Anhebung der Produktion um 2 Mio. Barrel täglich ab August, aber auch zusätzliche Produktionskürzungen diskutiert werden. Das technische Komitee der OPEC+ hat gestern einen Plan für Länder wie den Irak, Angola, Nigeria und Kasachstan vorgestellt, die im Mai mehr Rohöl produziert hatten als vereinbart. Sie sollen ihre Produktion im August und September um zusätzlich insgesamt 842 Tsd. Barrel täglich reduzieren, was in etwa der Überproduktion im Mai entspricht. In ihrem Monatsbericht rechnet die OPEC damit, dass wegen eines starken Produktionsverfalls außerhalb der OPEC die Nachfrage nach OPEC-Öl bereits im 4. Quartal auf über 30 Mio. Barrel täglich steigen dürfte. Das wäre fast doppelt so hoch wie noch im 2. Quartal und sogar höher als vor der Krise und im Jahr 2019. Doch auch innerhalb der OPEC hinterlässt die Krise massive Spuren. So ist die Produktion Venezuelas im Juni auf 393 Tsd. Barrel täglich und damit den niedrigsten Stand seit Februar 1943 gefallen. Im Mai wurden noch 573 Tsd., im 1. Quartal sogar 821 Tsd. Barrel täglich gefördert. Hierfür sind die Misswirtschaft, geringe Investitionen und Exportausfälle wegen der US-Sanktionen verantwortlich. Deshalb sind die Läger voll. Allein am Ölterminal José seien aktuell mit 9 Mio. Barrel die Kapazitäten zu über 90% gefüllt.

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SB9B6UCallOil Brent FutureHebel: 8,1
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold profitiert von schwächerem US-Dollar und geopolitischen Spannungen

Der Goldpreis kletterte nach kurzzeitiger Schwäche gestern Abend wieder über die Marke von 1.800 USD je Feinunze. Unterstützung erhielt Gold durch einen schwächeren US-Dollar. Offensichtlich profitiert die US-Währung nicht mehr von steigenden Corona-Neuinfektionen in den USA, was ohnehin seltsam genug gewesen war. Stattdessen scheint nun am Devisenmarkt eine realistischere Betrachtung über die Auswirkungen der Corona-Pandemie einzuziehen. Zuletzt hatten die USA sogar Brasilien bei den Neuinfektionen je 100 Tsd. Einwohner überholt. Die USA sind somit am stärksten von der Pandemie betroffen und dürften auch deutlich später als andere Länder bzw. Wirtschaftsräume aus dieser herauskommen. Entsprechend schleppender dürfte auch die Konjunkturerholung verlaufen, den zuletzt positiven US-Konjunkturdaten und steigenden US-Aktienmärkten zum Trotz. Denn die Daten reflektieren noch die Zeit vor dem erneuten kräftigen Anstieg der Infektionszahlen, die in einigen Bundesstaaten bereits neuerliche Lockdowns erforderlich gemacht haben. Der Druck auf die Fed und die US-Regierung zu weiteren billionenschweren Stützungs- bzw. Stimulierungsmaßnahmen nimmt daher zu. Auch von den weiterhin schwelenden geopolitischen Spannungen erfährt Gold Unterstützung. US-Präsident Trump hat einen Erlass unterzeichnet, der den Sonderstatus von Hongkong beendet. Zudem hat er ein Gesetz unterschrieben, das Sanktionen gegen chinesische Personen ermöglicht, die für die Unterdrückung der politischen Opposition in Hongkong verantwortlich sind. Auch der Streit zwischen den USA und China über Gebietshoheiten im Südchinesischen Meer und die dort verlaufenden Wasserwege schwelt weiter. Gold dürfte in diesem Umfeld gesucht bleiben. Dies zeigt auch das anhaltende Interesse an Gold-ETFs. Gestern vermeldete Bloomberg weitere Zuflüsse von 6,3 Tonnen, womit sich die Zuflüsse seit Monatsbeginn schon wieder auf 56 Tonnen belaufen. Sie sind damit auf dem Weg, die Zuflüsse im Juni zu übertreffen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
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CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
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Industriemetalle: Deutlicher Rückgang der chinesischen Stahl- und Aluminiumexporte

Während die Rohstoffimporte Chinas im Juni stark ausfielen und China zumeist rekordhohe Mengen eingeführt hat, waren die Rohstoffexporte verhalten. Gemäß Daten der Zollbehörde wurden im letzten Monat nur 3,7 Mio. Tonnen Stahlprodukte sowie 354 Tsd. Tonnen Aluminium und Aluminiumprodukte ausgeführt. Im Falle von Stahl war dies die geringste Menge seit Februar 2012, im Falle von Aluminium die geringste seit 16 Monaten. Dies deutet zum einen auf eine schwache Auslandsnachfrage hin. Zum anderen ist zumindest bei Stahl die Inlandsnachfrage robust. Laut Analyse von S&P Global Platts wurden im ersten Halbjahr zahlreiche neue Infrastrukturprojekte genehmigt, deren Bau in den kommenden Monaten beginnen soll und die in den nächsten fünf Jahren abgeschlossen werden sollen. Dazu zählen 13 Flughafenprojekte sowie 19 Schienen- und Stadtbahnprojekte. Diese dürften viele Millionen Tonnen Stahl verschlingen. Seit dem Ende der Lockdown-Maßnahmen im März zieht die Stahlnachfrage in China generell wieder an. Die Produktion steht der Nachfrage allerdings in Nichts nach und wurde ebenfalls deutlich ausgeweitet – auf einen Rekordwert im Mai. Auf sehr hohem Niveau bewegt sich auch die chinesische Aluminiumproduktion. Das staatliche Research-Institut Antaike erwartet, dass China in diesem Jahr 37,4 Mio. Tonnen Aluminium herstellen könnte. Dies wären bis zu 4% mehr als im Vorjahr. Damit produziert China aber klar über Bedarf. Und China ist es zuletzt offenbar schwergefallen, das überschüssige Material mittels Exporten abzuleiten, wie die jüngste Handelsstatistik zeigt. Die weiter gefallenen physischen Aluminiumprämien in Japan – für das dritte Quartal haben sich Produzenten und Konsumenten auf einen Aufschlag von 79 USD je Tonne geeinigt, den geringsten seit fast vier Jahren – deuten auf eine verhaltene Nachfrage im gesamten asiatischen Raum hin. Japan ist der größte Aluminiumimporteur in Asien und die Prämie dort wird als Benchmark für die Region herangezogen.