Rohstoffe

OPEC+ macht vorerst weiter wir bisher

Energie: OPEC+ erhöht Ölproduktion weiter, lässt aber eine Hintertür offen

Die OPEC+ hat gestern überraschend entschieden, am ursprünglichen Plan einer Erhöhung der Ölproduktion im Januar um 400 Tausend Barrel pro Tag festzuhalten. Angesichts des starken Preisrückgangs seit Ende letzter Woche und des sich abzeichnenden deutlichen Überangebots im ersten Quartal 2022 war im Vorfeld auch von uns eher mit der Aussetzung der geplanten Produktionserhöhung gerechnet worden. Entsprechend gerieten die Ölpreise unmittelbar nach der Bekanntgabe der Entscheidung zunächst deutlich unter Druck. Später erholten sie sich allerdings wieder und schlossen sogar im Plus. Heute setzt sich der Preisanstieg fort. Brent steigt auf 71 USD je Barrel und handelt damit rund 5 USD über dem gestrigen Tagestief. Wie ist dies zu erklären? Die OPEC+ ließ die Möglichkeit offen, die gestrige Entscheidung kurzfristig zu revidieren, sollten sich die Marktbedingungen ändern. Damit dürften eine Abschwächung der Nachfrage wegen der neuen Virusvariante und ein weiterer Preisrückgang gemeint sein. Es könnte also durchaus sein, dass sich die OPEC+ in diesem Jahr nochmals trifft, falls es die Situation erfordert. Das nächste offizielle Treffen ist für den 4. Januar angesetzt. Auch dort könnte es zu einer Anpassung der Produktionspläne kommen. Hält die OPEC+ an ihrem Plan fest und erhöht die Ölproduktion sukzessive weiter, droht gleich zu Jahresbeginn ein beträchtliches Überangebot, das die OPEC+ selbst auf durchschnittlich 3 Millionen Barrel pro Tag beziffert. Die US-Regierung machte gestern zudem deutlich, an der Freigabe von 50 Millionen Barrel aus den strategischen Ölreserven festhalten zu wollen. Zuvor hatte der stellvertretende US-Energieminister noch gesagt, dass im Falle eines deutlichen Absackens der weltweiten Energiepreise das Timing der Freigabe geändert werden könnte. Ob der Preisanstieg diesmal länger anhält als die vorherigen in dieser Woche, die allesamt schon nach wenigen Stunden wieder in sich zusammenfielen, bleibt daher abzuwarten. Es ist durchaus vorstellbar, dass der Markt nun die Schmerzgrenze der OPEC+ austestet.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T5MLongOil Brent Future Faktor: 3
SD2TARShortOil Brent Future Faktor: -3
SB3T5JLongWTI Light Crude Future Faktor: 3
SD2TASShortWTI Light Crude FutureFaktor: -3
Kein passendes Produkt für Sie dabei? Hier gelangen Sie direkt zur Produktsuche!
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold bleibt angeschlagen

Der Goldpreis ist gestern zeitweise auf ein 4-Wochentief von gut 1.760 USD je Feinunze gefallen. Ein Belastungsfaktor war der US-Dollar, der am Nachmittag aufwertete – der EUR-USD-Wechselkurs notiert wieder unter der Marke von 1,13. Fast zeitgleich mit dem US-Dollar zogen die Anleiherenditen in den USA moderat an, was ebenfalls zu Gegenwind für den Goldpreis führte. Die marktbasierten Inflationserwartungen sind seit Wochenbeginn um 20 Basispunkte gefallen, was die Realrendite merklich ansteigen ließ. Zudem haben die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs Abflüsse von fast 4 Tonnen verzeichnet, die größten seit Anfang November. Ob sich neben den ETF-Anlegern auch die spekulativen Finanzinvestoren aus Gold weiter zurückgezogen haben was wir in Anbetracht der jüngsten Preisentwicklung vermuten, wird die CFTC-Statistik zeigen, die heute Abend veröffentlicht wird. Heute Nachmittag steht aber zunächst der offizielle US-Arbeitsmarktbericht für November im Fokus. Die vorgestern veröffentlichten ADP-Daten lassen auf eine anhaltend gute Entwicklung mit einem weiterhin robusten Stellenaufbau schließen. Gute Arbeitsmarktdaten wären normalerweise ein Belastungsfaktor für Gold. Ob sie allerdings auch heute den US-Dollar und damit den Goldpreis bewegen, bleibt abzuwarten. Denn über allem schwebt im Moment das Damoklesschwert der neuen Virusvariante, die mittlerweile auch in den USA nachgewiesen wurde. Heute Morgen ist der Goldpreis immerhin wieder auf rund 1.770 USD gestiegen. Der Palladiumpreis erholt sich auf rund 1.800 USD je Feinunze, nachdem er vor wenigen Tagen noch 100 USD tiefer notierte. Die von Bloomberg erfassten Palladium-ETFs haben gestern Zuflüsse von fast 11 Tausend Unzen (knapp 2%) verzeichnet. Dies hört sich zwar wenig an, es war aber der größte Tageszufluss seit Ende August.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SF5DDQLongGold Future Faktor: 2
SD3AL2ShortGold Future Faktor: -2
SB3T49LongPalladium FutureFaktor: 2
SB3T7ZShortPalladium FutureFaktor: -2
Kein passendes Produkt für Sie dabei? Hier gelangen Sie direkt zur Produktsuche!
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Jahresausblick 2022, China dürfte Stahlproduktion wieder ausweiten

Wir gehen nicht davon aus, dass sich die Rally der Metallpreise im kommenden Jahr fortsetzt. Wir erwarten eher eine Seitwärtsbewegung unter Schwankungen. Der diesjährige Rückenwind von der Makro-Seite sollte spürbar nachlassen. Dabei spielt die Straffung der Geldpolitik der US-Notenbank Fed und der daraus resultierende feste US-Dollar ebenso eine Rolle wie die nachlassende Wirtschaftsdynamik in vielen Ländern. Zudem dürften viele Metallmärkte im nächsten Jahr nicht mehr so angespannt sein wie aktuell.

Wie der Daten- und Nachrichtenanbieter S&P Global Platts aus Industriekreisen erfahren hat, dürfte die chinesische Stahlproduktion im Dezember wieder etwas ausgeweitet werden. Zwar gibt es demnach mancherorts noch neue angeordnete Produktionskürzungen, diese werden aber durch eine höhere Produktion andernorts aufgefangen. Dem Bericht zufolge haben viele Stahlwerke ihre vorgegebenen Kürzungen in den letzten Monaten erfüllt und lassen diese jetzt teilweise auslaufen. Das Nationale Statistikbüro hatte Mitte November berichtet, dass die chinesische Stahlproduktion von Januar bis Oktober leicht unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum lag. Daher besteht etwas Spielraum, die Produktion wieder hochzufahren. Daten für November werden übernächste Woche veröffentlicht. Die höhere Produktion trifft dem S&P-Bericht zufolge allerdings auf eine saisonbedingt verhaltene Nachfrage. Dieser Trend könnte sich im ersten Quartal fortsetzen. Allerdings sei noch nicht klar, wie stark die Produktion im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Peking im Februar gedrosselt werden muss. Später dürfte die Nachfrage unterstützt durch politische Maßnahmen wieder anziehen. So sollen für Immobilienentwickler und erstmalige Eigenheimkäufer mit solidem finanziellem Hintergrund die Kreditkonditionen gelockert werden.

Nachhaltigkeit als Megatrend

Das Thema Nachhaltigkeit ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Einer der Treiber dieses Themas ist die Klimakrise. Auf dem Weg zur angestrebten Klimaneutralität ist die Dekarbonisierung der Wirtschaft die tragende Säule. Das hat Auswirkungen auf viele Rohstoffe. Wer hierbei als Gewinner und Verlierer hervorgehen könnte, haben wir für Sie analysiert. Jetzt lesen!