Rohstoffe

OPEC denkt über höhere Ölproduktion nach

Energie: Der Ölmarkt ist derzeit angespannt. Zu diesem Befund kommt auch die Internationale Energieagentur in ihrem gestern veröffentlichten Monatsbericht. Im zweiten Quartal dürften dem Ölmarkt demnach knapp 800 Tsd. Barrel pro Tag fehlen, im dritten Quartal fast 600 Tsd. Wichtigster Grund hierfür ist der deutliche Rückgang der OPEC-Ölproduktion im März um 550 Tsd. auf 30,1 Mio. Barrel pro Tag. Saudi-Arabien hat die Produktion abermals deutlich stärker reduziert als es laut „OPEC+“-Abkommen eigentlich müsste. Stromausfälle und die US-Sanktionen sorgten zudem für einen Produktionseinbruch in Venezuela auf nur noch 870 Tsd. Barrel pro Tag. Darüber hinaus setzten die Nicht-OPEC-Länder ihre Kürzungen im März deutlich besser um. Insgesamt summierten sich die Kürzungen der „OPEC+“ im März damit auf fast 2 Mio. Barrel pro Tag. Das sind ca. 800 Tsd. Barrel mehr als vereinbart. Somit erklärt sich das o.g. Defizit nahezu ausschließlich mit der Abweichung der Produktionskürzungen vom vorgegebenen Ziel. Die Lücke könnte sogar noch größer werden. In Libyen könnte es wegen der dortigen Kämpfe zu neuerlichen Produktionsausfällen kommen. Die USA wollen zudem die Ölsanktionen gegen den Iran ab Anfang Mai spürbar verschärfen. Dies scheint auch bei der OPEC zu einem Umdenken zu führen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf gut informierte Quellen berichtet, erwägt die OPEC eine Produktionsausweitung ab Juli, sollte sich der Ölmarkt wegen der unplanmäßigen Ausfälle zu sehr anspannen und die Preise zu stark steigen. Eine Entscheidung darüber könnte bei der Sitzung am 25./26. Juni fallen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold hat gestern alle in den Tagen zuvor aufgelaufenen Gewinne wieder abgegeben und handelt zum Wochenausklang bei gut 1.290 USD je Feinunze. Gute US-Konjunkturdaten – die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen auf ein 50-Jahrestief – führten zu einem zwischenzeitlich festeren US-Dollar und steigenden Anleiherenditen, was Gold belastete. Platin notiert zwar weiter unter 900 USD je Feinunze, sollte nach unten aber relativ gut abgesichert sein. Denn laut Aussagen des weltweit größten Platinproduzenten können die Minenunternehmen trotz der Preisanstiege der Platinmetalle (PGMs) seit Jahresbeginn nicht schnell neues Material an den Markt bringen. Der sog. PGM Basket Price in Südafrikanischen Rand ausgedrückt sei demnach in diesem Jahr zwar bereits um 20-25% gestiegen. Es würde aber 5-7 Jahre dauern, eine neue Mine zu bauen und in Betrieb zu nehmen. Auch seien dabei weitere Einschränkungen wie zum Beispiel Verarbeitungskapazitäten und die Wasserverfügbarkeit zu berücksichtigen. Der Produzent sieht in Südafrika zudem höhere Kosten durch eine unzuverlässige Stromversorgung und steigende Abgaben wie zum Beispiel für CO2. Neue Produktionsstätten würden nur Rückgänge andernorts ersetzen, so dass das Angebot in den nächsten Jahren unverändert erwartet wird. Die höheren PGM-Preise wecken außerdem Begehrlichkeiten bei den Gewerkschaften. Die radikale Gewerkschaft AMCU hat bereits gefordert, dass die Arbeiter von den höheren Preisen profitieren sollen. Dieses Jahr stehen in Südafrika wieder Tarifverhandlungen in der Platinindustrie an, wodurch das Risiko von Angebotsausfällen steigt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Was die überraschend guten Einkaufsmanagerindizes – die Stimmung in der chinesischen Wirtschaft hat sich im März deutlich verbessert – zu Monatsbeginn schon andeuteten, hat sich heute erstmals in „harten“ Daten gezeigt: Die chinesische Wirtschaft hat sich im März stabilisiert. Nach dem schwachen Monat zuvor sind die Exporte insgesamt zuletzt wieder deutlich gestiegen, was für eine bessere Nachfrage nach chinesischen Gütern im Ausland spricht. Allerdings hat China selbst im Ausland deutlich weniger gekauft. Denn die Importe sind im März erneut klar gefallen, und dies jetzt schon den vierten Monat in Folge. Dies deutet darauf hin, dass auch eher nur geringe Mengen Metalle importiert worden sind. Daten zu den einzelnen Metallen hat die chinesische Zollbehörde heute Morgen zunächst nicht bekannt gegeben. Die Metallpreise reagieren sehr verhalten auf die Nachrichten aus China – sie holen ihre gestrigen Verluste kaum auf.
Heute findet vor einem Bundesgericht in Brasilien die möglicherweise entscheidende Anhörung statt, ob die „Alunorte“-Raffinerie ihre Produktion wieder auf 100% hochfahren darf. Die weltweit größte Alumina-Raffinerie mit einer Produktionskapazität von über 6 Mio. Tonnen p.a. läuft seit einem Jahr aus Umweltgründen nur mit halber Auslastung. Sollte dort wieder voll produziert werden dürfen, würde dies wohl den Preis für Alumina belasten. Folglich würden die Produktionskosten für Aluminium sinken, so dass mehr vom Endmaterial produziert werden dürfte. Dies sollte steigenden Aluminiumpreisen entgegenstehen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

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