Rohstoffe

Ölpreisrutsch lässt Saudi-Arabien nervös werden

Energie: Die Ölpreise setzten ihren Sturzflug gestern ungebremst fort. Brent verlor zwischenzeitlich 5% und verzeichnete bei 56 USD je Barrel ein 7-Monatstief. Am Abend und in der Nacht setzte dann eine Erholung ein, die den Preis am Morgen auf 58 USD steigen lässt. Dahinter stehen Spekulationen auf mögliche weitere Produktionskürzungen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen saudischen Offiziellen berichtet, hat Saudi-Arabien wegen des Preisrutsches der letzten Tage andere Ölproduzenten angerufen, um über mögliche Gegenmaßnahmen zu diskutieren. Saudi-Arabien benötigt deutlich höhere Preise als aktuell, um seinen Staatshaushalt einigermaßen im Gleichgewicht zu halten. Wir fühlen uns darin bestätigt, dass Saudi-Arabien alles in seiner Macht stehende tun wird, um ein Überangebot zu verhindern und den Ölpreis zu stabilisieren. Dafür würde es auch einen Konflikt mit US-Präsident Trump in Kauf nehmen.

Die offiziellen US-Lagerdaten überraschten gestern mit einem Anstieg der Rohölvorräte in der letzten Woche um 2,4 Mio. Barrel. Damit endete auch eine Serie von sieben Rückgängen in Folge. Die Rohölverarbeitung stieg dabei deutlich auf das höchste Niveau seit September 2018. Dem stand allerdings ein noch stärkerer Anstieg der Netto-Importe gegenüber, der auf eine Kombination aus höheren Importen und niedrigeren Exporten zurückzuführen war. Der kräftige Lagerabbau in der vorherigen Berichtswoche war mit den damals veröffentlichten Daten nicht zu erklären. Wir hatten daher eine Gegenbewegung für möglich gehalten. Diese fiel so groß aus, dass daraus nun sogar ein Lageraufbau wurde. Die Sorgen vor einem Überangebot wurden dadurch weiter angefacht, so dass die Ölpreise ihre ohnehin schon beträchtlichen Verluste zunächst weiter ausbauten.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold ist gestern erstmals seit dem großen Ausverkauf im April 2013 über die Marke von 1.500 USD je Feinunze gestiegen. Silber überwand nahezu gleichzeitig die 17 USD-Marke. Begleitet wurde der Preisanstieg bei Gold und Silber erneut von kräftigen ETF-Zuflüssen. Der Goldpreis wird nach wie vor von der hohen Risikoaversion der Marktteilnehmer und deren Sorgen getrieben, dass sich der Handelsstreit zwischen den USA und China negativ auf die globale Realwirtschaft auswirkt. Im asiatisch-pazifischen Raum hat gestern eine weitere Zentralbank die Zinsen gesenkt: Neben den Zinssenkungen in Neuseeland und Indien hat die Bank von Thailand überraschend an der Zinsschraube gedreht. Die genannten Zentralbanken haben damit wohl auf die Abwertung des Chinesischen Yuan reagiert und mit den Zinssenkungen versucht, den Aufwertungsdruck von ihren Währungen zu nehmen. Weitere Zentralbanken könnten folgen und ihrerseits die Zinsen senken, was zu einem Abwertungswettlauf der Währungen führen könnte. Sollte es tatsächlich so weit kommen, dürfte Gold hiervon profitieren.

Während die Kauflaune der chinesischen Goldkonsumenten durch die hohen lokalen Preise derzeit eher gedämpft sein dürfte, hat die chinesische Zentralbank (PBoC) im Juli weiter Gold gekauft. Eigenen Angaben zufolge hat die PBoC 10 Tonnen erworben und damit ihre Goldreserven auf 1.936 Tonnen aufgestockt. Sie hat seit mittlerweile acht Monate in Folge Gold gekauft (insgesamt rund 95 Tonnen). Auch andere Zentralbanken dürften in den letzten Monaten weiter Gold gekauft haben, wie der Internationale Währungsfonds im Monatsverlauf wohl bestätigen wird. Der World Gold Council geht davon aus, dass die Zentralbanken in diesem Jahr mindestens 500-600 Tonnen Gold kaufen werden und damit erneut eine wichtige Stütze der gesamten Goldnachfrage sind.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold-Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold-Future Faktor: -10
CJ7RL6 Long Silver-Future Faktor: 8
CJ7RLT Short Silver-Future Faktor: -8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Die Handelsstatistiken Chinas sind oft ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis kurzfristiger konjunktureller Entwicklungen in China, auch weil viele andere offizielle Statistiken häufig unzuverlässig sind. Doch angesichts jüngster politischer Spannungen und des Handelskonflikts zwischen den USA und China werden diese ansonsten aussagekräftigen Zahlen fast zur Randnotiz. Zu sehr stehen die verschärfte Rhetorik auf beiden Seiten, eine unmittelbare Einführung der Strafzölle und der befürchtete „Währungskrieg“ im Fokus der Marktteilnehmer.

Doch ein Blick auf die Juli-Handelsdaten lohnt sich schon deshalb, weil sie Skeptiker, die eine massive Abschwächung der chinesischen Wirtschaft herbeirufen, Lügen straffen. So sind die Juli-Exporte insgesamt nicht wie befürchtet gefallen, sondern um 3,3% gegenüber Vorjahr gestiegen. Gleichzeitig sind die Importe nicht so stark wie erwartet gefallen. Auch die vorläufigen Handelszahlen für Industriemetalle waren besser als befürchtet. Nicht nur sind Chinas Eisenerzimporte im Juli nach der Rückkehr brasilianischer Exporte um über 20% gegenüber Juni gestiegen, sondern auch die Kupferimporte waren sehr gut, was wegen der zyklischen “Natur” dieses Metalls als Zeichen für Wirtschaftswachstum gewertet werden kann. Im Juli sind die Kupferimporte nach zwei schwachen Monaten auf 420 Tsd. Tonnen gestiegen, den höchsten Stand seit Januar. Die Importe von Kupferkonzentrat haben mit 2,07 Mio. Tonnen sogar einen Rekordwert markiert. Die Exporte von Aluminium und Stahl sind zwar weiter geschrumpft. Das lässt sich aber auch mit einer stärkeren Inlandsnachfrage und dem gewollten Abbremsen beim Aufbau neuer Produktionskapazitäten erklären. Der jüngste Schwächeanfall bei den Industriemetallpreisen dürfte daher nicht auf Dauer bleiben.

Man konnte zuletzt ohnehin keine einheitliche Tendenz bei den Industriemetallen feststellen. Denn während der Kupferpreis an der LME gestern ein Zweijahrestief markierte und die Preise für Zink und Aluminium jeweils auf die niedrigsten Stände seit 2016 gefallen sind, hält sich der Bleipreis gut und der Nickelpreis trotzt nur so von Stärke. Heute Nacht ist er um über 10% auf rund 16.700 USD je Tonne gestiegen. Nickel kostete zuletzt im Dezember 2016 über 16.000 USD. Auch wenn sich die Rally etwas beruhigt hat und der jüngste Preisanstieg vor allem mit den Sorgen um indonesische Exporte begründet wird, ist eine weitere Zuspitzung nicht auszuschließen. Neben einer starken physischen Nachfrage, die in diesem Jahr erneut für ein Angebotsdefizit sorgen wird, fällt auch eine künstliche Verknappung bei den Warrants an der LME auf, wobei eine Partei einen Großteil der Lieferscheine kontrolliert. In den Jahren 2006/2007 hatte eine massive Konzentration der Warrants bei Nickel seine Verfügbarkeit extrem eingeengt und einen Preisanstieg von 15.000 USD auf über 50.000 USD je Tonne ausgelöst.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7L Long Copper-Future Faktor: 8
CJ3D7T Short Copper-Future Faktor: -8
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
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