Rohstoffe

Ölpreise unter Druck, Sorgen vor eskalierendem Handelskonflikt und US-Lagerdaten belasten – das müssen Anleger nun wissen!

Energie: Die Ölpreise gaben gestern um gut 3% nach. Zeitweilig fiel der Brentölpreis unter 72 USD je Barrel und damit fast auf das Tief von Mitte Juli. WTI verzeichnete mit 66,3 USD je Barrel ein 6-Wochentief. Nach einer kurzen Erholung über Nacht geben die Preise am Morgen erneut nach. Auslöser für den Ausverkauf waren Sorgen vor dem eskalierenden Handelskonflikt zwischen den beiden wichtigsten Ölverbrauchsländern USA und China sowie schwache chinesische Rohölimporte (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern). Am Nachmittag kamen noch enttäuschende US-Lagerdaten hinzu. Die US-Rohölvorräte fielen in der letzten Woche laut US-Energieministerium nur um 1,4 Mio. Barrel und damit deutlich weniger als am Vortag vom API berichtet (-6 Mio. Barrel). Die US-Benzinbestände stiegen dagegen deutlich, was vor allem auf eine schwächere Benzinnachfrage zurückzuführen war. Die Aussicht auf fallende iranische Ölexporte infolge der US-Sanktionen sollte einem weiteren Preisrückgang entgegenstehen.
Am Kohlemarkt bleibt Chinas Importbedarf wesentlicher preistreibender Faktor: Die im Juli auf ein 4½-Jahreshoch gestiegenen Netto-Kohleimporte hatten den Preis für den nächstfälligen Kohlefuture an der ICE Mitte Juli erstmals seit Frühling 2012 wieder über 100 USD je Tonne geschoben. Inzwischen ist der Preis wieder auf 95 USD gefallen. Die zu erwartende Konjunkturverlangsamung und auch die massiv gestiegenen Vorräte in den chinesischen Häfen sprechen für zukünftig geringere Netto-Importe und eine Fortsetzung des Preisrückgangs.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold zeigt sich heute Morgen relativ stabil bei 1.215 USD bzw. 1.045 EUR je Feinunze. Der US-Dollar hat seine Aufwertung der letzten Tage zunächst gestoppt, so dass der Gegenwind von dieser Seite nachgelassen hat. Silber notiert daher ebenfalls nahezu unverändert bei knapp 15,5 USD je Feinunze. Gegenüber Gold hat es bislang keinen Boden gut gemacht.
Der Palladiumpreis stand gestern unter Druck und ist zeitweise unter die Marke von 900 USD je Feinunze gefallen. Technisch bedingte Anschlussverkäufe setzten im Gegensatz zum letzten Rutsch unter diese Marke vor drei Wochen aber nicht ein. Unter diesem Niveau kam wie schon in der Vergangenheit Kaufinteresse in den Markt, so dass sich der Preis mittlerweile wieder etwas erholt hat. Gestern Morgen berichtete die China Passenger Car Association, ein privater Verband, dass die Autoverkäufe in China im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 5,4% gefallen sind. Schon im Juni waren sie demnach um 3,7% rückläufig. Als Gründe führt der Verband die nachlassende Wirtschaftsdynamik in China und vor allem den Handelsstreit mit den USA an. Letzterer hätte große Auswirkungen auf das Konsumentenvertrauen und das Kaufverhalten gehabt. So wurden insbesondere Autos von US-Herstellern weniger gefragt. Der Verband der chinesischen Automobilproduzenten veröffentlicht die offizielle Verkaufsstatistik in Kürze. China ist der weltweit größte Absatzmarkt für Benziner und Palladium wird in Katalysatoren für Benzinmotoren verwendet.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: An der Londoner Metallbörse (LME) ist der Aluminiumpreis gestern um 3,3% nach oben gesprungen. Er setzte seinen Anstieg heute Morgen zeitweise bis auf fast 2.150 USD je Tonne fort. Gründe für das plötzliche Kaufinteresse, das gestern Nachmittag einsetzte, sind nur schwer auszumachen. Einige Marktbeobachter verweisen auf einen unbefristeten Streik in drei Alumina-Raffinerien und zwei Bauxit-Minen in Australien. Der Streik könnte die Preise der beiden Vorprodukte von Aluminium in die Höhe treiben und dadurch zu höheren Produktionskosten von Aluminium führen. Die Meldung kam aber schon gestern in den frühen Morgenstunden heraus und hat den Markt bis in den Nachmittag hinein nicht interessiert. Mit Beginn des Abendhandels an der Shanghai Futures Exchange (SHFE) kam zusätzliche Dynamik auch in den Handel an der LME. An der SHFE legte der meistgehandelte Futures-Kontrakt für Aluminium (Oktober-Fälligkeit) zeitweise um 2,7% zu. Begleitet wurde dies durch ein sehr hohes Handelsvolumen – es wurden so viele Kontrakte gehandelt wie zuletzt vor 3½ Monaten.
China hat gemäß Daten der Zollbehörde im Juli mit 1,85 Mio. Tonnen eine rekordhohe Menge Kupferkonzentrat importiert. China baut schon seit langem umfangreiche Schmelzkapazitäten für Kupfer auf und produziert die Kupferraffinade zunehmend selbst. Industriekreisen zufolge sind derzeit zudem die Verarbeitungsmargen (sog. TC/RCs) in China relativ hoch, was zugleich für eine gute Verfügbarkeit von Kupferkonzentrat am Weltmarkt spricht.

Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise


Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.