Rohstoffe

Ölpreise nach Entscheidung der OPEC+ unter Druck

Die bisherige Prognose der OPEC für die globale Ölnachfrage dürfte sich als zu optimistisch erweisen, weshalb eine Abwärtsrevision erfolgen könnte. Die IEA ist für die Nachfrage bereits pessimistischer und dürfte den Ölmarkt daher in der zweiten Jahreshälfte weiterhin reichlich versorgt sehen. China könnte im Juli wegen der niedrigeren Preise wieder mehr Rohöl und reichlich Kupfer importiert haben. Wir erwarten Gegenwind für die Öl- und Rückenwind für Kupferpreise.

Wochenausblick: Die Woche der Energieagenturen

Nach dem symbolischen Beschluss einer minimalen Produktionserhöhung der OPEC+ um 100 Tsd. Barrel pro Tag im September richtet sich der Fokus der Marktteilnehmer in der kommenden Woche auf die Monatsberichteder US-Energiebehörde, der OPEC und der IEA. Die US-Energiebehörde hatte im vergangenen Monat ihre Prognose für die US-Rohölproduktion wegen deutlich niedrigerer Preisannahmen gesenkt. Da das Preisniveau seither nochmals gefallen ist, könnte eine weitere Abwärtsrevision folgen. Das nur mäßige Tempo der Produktionsausweitung in den USA spielt wiederum der OPEC in die Hände, die dadurch mehr Marktmacht besitzt. Die OPEC hielt in ihrem letzten Monatsbericht an ihrer überaus optimistischen Prognose für die Nachfrageentwicklung fest (Grafik 1). Die Nachfrage soll demnach Ende des Jahres rund 2 Mio. Barrel pro Tag über dem Vor-Pandemieniveau liegen. Seither haben sich die Aussichten weiter eingetrübt. Es wäre daher nicht überraschend, wenn die OPEC die Nachfrageprognose reduziert. Das würde auch mit der beschlossenen marginalen Produktionserhöhung zusammenpassen, die auch vor dem Hintergrund der gedämpften Nachfrageperspektiven erfolgt sein dürfe. Die IEA ist dagegen für die Nachfrage bereits deutlich pessimistischer, was eine nochmalige Prognosesenkung weniger wahrscheinlich macht. OPEC und IEA veröffentlichen in ihren Monatsberichten auch Daten zur Ölproduktion der OPEC bzw. der OPEC+ im Juli. Eine erneute deutliche Zielverfehlung steht dabei außer Frage. Die IEA sah den Ölmarkt im zweiten Halbjahr dennoch reichlich versorgt. Daran dürfte sich wenig ändern. Eine niedrigere Nachfrageprognose der OPEC würde dagegen das von ihr erwartete Angebotsdefizit reduzieren. Somit droht den Ölpreisen von dieser Seite Gegenwind.

Am Wochenende veröffentlicht die chinesische Zollbehörde Daten zu den Rohstoffimporten im Juli. Die Rohölimporte dürften merklich gestiegen sein, nachdem die Einfuhren im Juni auf ein 4-Jahrestief gefallen waren. Für wieder höhere Importe sprechen die deutlich gesunkenen Preise – Brent kostete im Monatsdurchschnitt 12 USD weniger als im Juni – und die Erteilung neuer Importquoten für private Raffinerien durch das Handelsministerium. Die Kupferimporte erreichten dagegen im Juni das höchste Monatsniveau seit Jahresbeginn (Grafik 2). Der starke Preisrückgang in der ersten Monatshälfte sollte dafür gesorgt haben, dass die Einfuhren trotz wirtschaftlichem Gegenwind auch im Juli robust ausfielen. Das dürfte für eine Fortsetzung der Preiserholung bei Kupfer sprechen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Energie

  • Die OPEC+ hat sich bei ihrer Sitzung am Mittwoch auf eine geringfügige Anhebung der Ölproduktion im September um 100 Tsd. Barrel pro Tag verständigt. Einen nennenswerten Unterschied macht diese marginale Erhöhung nicht, die 0,1% der weltweiten Ölnachfrage entspricht. Im Juli und August hatte die OPEC+ die Produktionsvorgabe noch um jeweils 650 Tsd. Barrel pro Tag erhöht und damit die Produktionskürzungen vom Mai 2020 formal wieder rückgängig gemacht. Im Juni produzierte die OPEC+ allerdings noch ca. 3 Mio. Barrel pro Tag weniger als vereinbart, weil die zuvor angekündigten Produktionserhöhungen nur teilweise umgesetzt wurden und Russland wegen der Sanktionen und des Kaufboykotts westlicher Abnehmer die Produktion unfreiwillig reduzieren musste. In der Pressemitteilung nach der Sitzung wurde zudem auf schrumpfende freie Kapazitäten hingewiesen. Umfragen von Reuters und Bloomberg zufolge schaffte es die OPEC auch im Juli nicht, die Ölproduktion so stark anzuheben wie vereinbart. Daran dürfte sich auch in den kommenden Monaten nichts ändern.
  • Die kurz nach der OPEC+ Entscheidung vom US-Energieministerium veröffentlichten US-Lagerdaten sorgten dafür, dass die Ölpreise seither stark unter Druck standen. Der Brentölpreis fiel mit gut 93 USD je Barrel auf das niedrigste Niveau seit Ende Februar, der WTI-Preis auf 87,5 USD, den tiefsten Stand seit sechs Monaten. Im Wochenvergleich stehen die Preise vor einem Rückgang von rund 10%. Sie reagierten damit auf den unerwartet kräftigen Anstieg der US-Rohölvorräte und einen überraschenden Lageraufbau bei Benzin in der letzten Berichtswoche. Letzterer war auf einen kräftigen Rückgang der US-Benzinnachfrage zurückzuführen, die in der letzten Woche rund 1 Mio. Barrel pro Tag niedriger war als zu dieser Jahreszeit üblich, was somit Nachfragesorgenschürte.
  • Saudi-Arabien erhöhte den Preisaufschlag für Lieferungen von Arab Light an Abnehmer in Asien im September auf ein Rekordniveau von 9,8 USD je Barrel gegenüber der Benchmark Oman/Dubai. Die Erhöhung um 0,5 USD im Vergleich zu August war aber weniger stark als im Vorfeld laut einer Bloomberg-Umfrage erwartet wurde.
Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD2S7ULongOil Brent FutureFaktor: 5
SH310NShortOil Brent FutureFaktor: -5
SD1XJFLongOil WTI Light Crude Future Faktor: 5
SH3QBCShortOil WTI Light Crude Future Faktor: -5
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Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle

  • Der Goldpreis erreichte in der Nacht mit 1.795 USD je Feinunze das höchste Niveau seit Anfang Juli. Vom Tief vor rund zwei Wochen hat sich der Preis mehr als 100 USD entfernt. Rückenwind gibt ein kräftiger Rückgang der (realen) Anleiherenditen. Diese sind in den vergangenen zwei Wochen um rund 40 Basispunkte gefallen. Zeitweise fiel die reale Rendite auf das niedrigste Niveau seit Ende Mai und erreichte dabei fast wieder die Nulllinie. Zudem ist die Zinsstrukturkurve in den USA so stark invers wie seit dem Jahr 2000 nicht, was eine zunehmende Rezessionsgefahrsignalisiert. Die Abflüsse aus den Gold-ETFs hielten dagegen bis zuletzt an. Im Juli verringerten sich die ETF-Bestände laut World Gold Council um 81 Tonnen, was dem stärksten Monatsrückgang seit März 2021 entspricht.
  • Begünstigt durch den Goldpreisanstieg legte auch der Silberpreis zu. Dieser notiert wieder oberhalb der Marke von 20 USD je Feinunze. Mitte Juli hatte er bei gut 18 USD ein 2-Jahrestief markiert. Das Gold/Silber-Verhältnis fiel im Zuge dessen auf 87. Ende Juli hatte es noch bei fast 94 gelegen und damit ein 2-Jahreshoch markiert. Dennoch ist Silber gegenüber Gold noch immer sehr preiswert. Im Gegensatz zu früheren Zeiten führt dies nicht zu einem zunehmendem Kaufinteresse der ETF-Anleger. Im Gegenteil, die von Bloomberg erfasste Silber-ETFs verzeichnen weiterhin massive Abflüsse. Seit Anfang Juli belaufen sich diese auf gut 1.800 Tonnen, seit Jahresbeginn auf mehr als 2.900 Tonnen.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD3APGLongGold FutureFaktor: 5
SF5DDDShortGold FutureFaktor: -5
SN4ZYHLongSilver FutureFaktor: 5
SF5DDEShortSilver FutureFaktor: -5
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Industriemetalle

  • Der staatliche chinesische Stromnetzbetreiber beabsichtigt laut Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua im zweiten Halbjahr Investitionen in Höhe von umgerechnet gut 22 Mrd. USD für den Bau von Hochspannungsleitungen. Damit sollen die in den westlichen Regionen des Landes gelegenen Wind-, Solar- und Wasserkraftwerke mit den größeren Städten verbunden werden. Die Investitionssumme wäre 67% größer als im ersten Halbjahr und dürfte die Nachfrage nach Metallen wie Kupfer und Aluminium steigen lassen. Der Kupferpreis hat sich der Schwäche bei den Ölpreisen in dieser Woche größtenteils entziehen können und im Wochenvergleich kaum nachgegeben. Ähnliches gilt für Aluminium. Unterstützt wird der Aluminiumpreis durch den fortgesetzten Abbau der LME-Vorräte, der in den vergangenen Tagen nur einmal kurzzeitig unterbrochen wurde. Zudem unterstützt die Sorge vor Energieknappheiten in Europa, was die dortige Aluminiumproduktion beeinträchtigen würde.
  • Die angespannte Situation bei der Energieversorgung in Europa ließ gestern den Zinkpreis kräftig steigen. Dieser sprang um bis zu 8% auf 3.550 USD je Tonne nach oben und markierte damit das höchste Niveau seit Ende Juni. Ein bedeutender Zinkproduzent sieht aufgrund der gegenwärtigen Situation bei Energieversorgung und Energiepreisen beträchtliche Risiken für das Zinkangebot in Europa und spricht von einem insbesondere im Westen sehr angespannten Markt. Das Unternehmen hatte bereits eine seiner Zinkschmelzen in Europa stillgelegt. Die anderen seiner Zinkschmelzen in Europa machten aktuell kaum Gewinne, so dass möglicherweise weitere Produktionskürzungen drohen. Dadurch könnte der Zinkmarkt schneller und stärker ins Defizit rutschen. Laut International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) war der Markt nach fünf Monaten noch nahezu ausgeglichen. Für das gesamte Jahr prognostizierte die ILZSG im April ein Angebotsdefizit von fast 300 Tsd. Tonnen, was dem höchsten Defizit seit vier Jahren entsprechen würde.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6BLongCopper FutureFaktor: 5
SH0ETJShortCopper FutureFaktor: -5
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